Corona-Krise - Können Sparer von steigenden Zinsen profitieren?

Das Coronavirus stellt die Welt auf den Kopf – auch, was den Bereich der Sparanlagen angeht. Waren zuletzt Negativzinsen und die Abkehr von klassischen Sparprodukten die Hauptgesprächsthemen, so sind inzwischen viele Sparer wieder auf der Suche nach sicheren Häfen für ihre Ersparnisse. Da einige Banken ihre Zinsen zudem wieder anheben, können Sparer sogar vom Krisenmodus ein wenig profitieren.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Banken und Unternehmen erhöhen ihre Liquidität
  • Zinsen steigen beim Tagesgeld und Festgeld bei ausgewählten Banken
  • Sicherheit bis 100.000 Euro pro Kunde bei Banken in der Eurozone bleibt gewährleistet
  • Sichere Häfen müssen irgendwann wieder verlassen werden
  • Seit 16.03.2020 - Zinserhöhungen Tagesgeld : 11
  • Seit 16.03.2020 - Zinserhöhungen Festgeld : 35

Tagesgeld und Festgeld als sichere Häfen

Aus Kundensicht geht es in erster Linie um die Sicherheit. Als Tagesgeld oder Festgeld angelegte Gelder sind über eine gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro geschützt und verfügen ggf. sogar über eine erweiterte Absicherung auf freiwilliger Basis. Mehr dazu erklären wir weiter unten auf dieser Seite.

Darüber hinaus führt das Coronavirus dazu, dass zahlreiche Banken und Unternehmen ihre ihre Finanzen krisenfest zurren.

Vor allem Banken bzw. Finanzdienstleister, die direkt mit Konzernen verbunden sind, bauen Liquidiät für das Unternehmen im Hintergrund auf. Sie sammeln schnell und direkt Geld beim Kunden ein. Dafür sind sie auch bereit, etwas tiefer in die Tasche zu greifen, wenn es um die Verzinsung geht.

Welche Zinsen steigen aktuell?

Nachfolgend listen wir Tagesgelder auf, deren Zinsen aktuell gestiegen sind.

Angebot Zinssatz alt Zinssatz neu Änderungsdatum
BRAbank Tagesgeld 0,30% 0,35% 26.03.2020
My Money Bank Flexgeld24 0,30% 0,37% 25.03.2020
Komplett Bank Tagesgeld 0,30% 0,35% 24.03.2020
FIMBank Flexgeld24 0,25% 0,60% 20.03.2020
Resurs Bank Tagesgeld 0,30% 0,35% 18.03.2020
IKB Tagesgeld 0,05% 0,10% 18.03.2020
Komplett Bank Tagesgeld 0,25% 0,30% 17.03.2020
Nordax Bank Tagesgeld 0,25% 0,30% 16.03.2020
LeasePlan Bank Tagesgeld 0,30% 0,45% 16.03.2020
My Money Bank Flexgeld24 0,05% 0,30% 16.03.2020
FIMBank Flexgeld24 0,22% 0,25% 12.03.2020
Quelle: Tagesgeldvergleich.net

Nachfolgend listen wir Festgelder mit kurzen Laufzeiten auf, deren Zinsen aktuell gestiegen sind.

Angebot Zinssatz neu 6 Monate Zinssatz neu 12 Monate Zinssatz neu 24 Monate Änderungsdatum
Grenke Bank Festgeld - 0,81% 0,96% 31.03.2020
Volkswagen Bank Sparbrief - 0,35% - 31.03.2020
Audi Bank Sparbrief - 0,35% - 31.03.2020
My Money Bank Festgeld - 0,30% 0,50% 31.03.2020
Banca Progetto Festgeld - 0,80% - 30.03.2020
TF Bank Festgeld - - 0,90% 27.03.2020
Grenke Bank Festgeld - 0,65% 0,80% 26.03.2020
Addiko Bank Festgeld 0,60% 0,65% - 26.03.2020
LHV Pank Festgeld - 0,85% - 26.03.2020
Klarna Festgeld - 1,05% 1,15% 25.03.2020
Sberbank Festgeld - 0,70% - 24.03.2020
Privatbank 1891 Festgeld 0,40% 0,51% - 24.03.2020
Credorax Bank Festgeld - 0,90% 1,05% 24.03.2020
Nordiska Bank Festgeld - 0,55% - 23.03.2020
Banco BNI Festgeld - 0,75% 0,95% 20.03.2020
SWK Bank Festgeld 0,65% 0,70% 0,70% 20.03.2020
Holm Bank Festgeld - 0,75% 0,95% 19.03.2020
Resurs Bank Festgeld - 0,70% - 19.03.2020
TBI Bank Festgeld - - 1,00% 17.03.2020
Avida Finans Festgeld 0,60% 0,70% - 17.03.2020
Credorax Bank Festgeld - - 0,85% 17.03.2020
LeasePlan Bank Festgeld - 1,00% 1,20% 16.03.2020
Quelle: Tagesgeldvergleich.net, Angaben nur für erhöhte Zinssätze; Weitere Laufzeiten werden in den jeweiligen Tests angegeben

Hintergründe

Welche Festgelder sind empfehlenswert? Wo steigen die Zinsen?

Im Bereich des Festgelds tendieren wir dazu, kurzfristige Laufzeiten von 6, 12 bis max. 24 Monate zu empfehlen. Mit diesen Anlagezeiträumen sichern sich Sparer genügend Flexibilität, um nach einer ggf. überstandenen Krise wieder in Anlagen zu investieren, die höhere Renditeaussichten haben. Irgendwann müssen auch sichere Häfen wieder verlassen werden.

Wie sicher sind die Einlagen bei Banken?

Generell gilt für Privatkunden eine gesetzliche Einlagensicherung bis zu einer Höhe von 100.000 Euro. Diese Absicherung ist in der gesamten Eurozone harmonisiert. Die Mindestanforderungen sind in den Richtlinien 94/19/EG, 2009/14/EG und 2014/49/EU dargelegt. Für Gemeinschaftskonten von Ehepartnern erhöht sich die Einlagensicherung auf 200.000 Euro. Geschützt sind u. a. Einlagen auf Girokonten, Tagesgeld- sowie Festgeldkonten. In einigen Fällen kann sich diese Einlagensicherung auf 500.000 Euro erhöhen, z. B. wenn es sich um Einnahmen aus dem Verkauf einer privat genutzten Immobilie oder Abfindungen handelt. Dieser Schutz gilt indes nur befristet. Mehr zur gesetzlichen Einlagensicherung findet sich in unserem separaten Ratgeber.

Weil in letzter Instanz der Staat einspringt, wenn eine Bankenpleite ansteht, raten wir dazu, sich vorab die Ratings des entsprechenden EU-Landes anzusehen. Für die Banken im Tagesgeldvergleich werden regelmäßig die Ratings der Ratingagenturen Fitch, Moody’s, Standard & Poor’s sowie DBRS abgefragt und veröffentlicht. Zudem erhalten Leser im Test einen Blick auf die Ratings des Finanzinstituts bzw. – sofern diese nicht vorliegen – wird die Bilanz einem Kurzcheck unterzogen. Entsprechend dieser Angaben sprechen wir eine Empfehlung aus.

Wie sieht es mit der Inflationsrate aus? Ist eine positive Realrendite möglich?

Im Februar 2020 lag die Inflationsrate in Deutschland bei 1,7 Prozent. Fast ideal, würde die Europäische Zentralbank erklären. Allerdings wirkt sich der Coronavirus auch auf die Messung der Inflationsrate aus. Wie lässt sich die Preisentwicklung erheben, wenn Einkäufe in Läden praktisch nicht mehr möglich sind? An dieser Stelle stoßen die Statistiker an ihre Grenzen. Aus einem Artikel im Handelsblatt geht hervor, dass entsprechende Daten weiterhin veröffentlich werden – wenngleich mit Einschränkungen.

Bedienhinweis: Einzelne Datenreihen lassen sich durch Klick auf die betreffende Überschrift aus- und wieder einblenden.

Quellen:

Bezüglich einer positiven Realrendite sind die Aussichten weiter trübe. Selbst die leicht gestiegenen Sparzinsen liegen in der Regel deutlich unterhalb der Inflationsrate. Entsprechende Sparprodukte sind insofern eher interessant, wenn es um die Sicherheit der Rücklagen geht. Die reale Rendite spielt insofern nur eine untergeordnete Rolle.

Welche Alternativen gibt es weiterhin?

Der Abwärtstrend an der Börse ist nicht final beendet, der Goldkurs schießt hingegen weiter durch die Decke. Keine einfache Situation für Anleger. Grundsätzlich halten wir Wertpapiere aber auch künftig für einen unerlässlichen Bestandteil einer guten Finanzplanung – insbesondere, da das allgemeine Zinsniveau weiterhin eher niedrig bleiben wird. Daran ändert die Corona-Krise wenig. Soweit zur Aussicht. Für Sparer bleiben wir insofern bei unserer Ansicht, dass z. B. eine Sparplan-Anlage mit Aktien, Fonds oder ETFs preislich und hinsichtlich einer langfristigen Strategie viele Vorteile hat. Mehr zu diesem Thema findet sich auf unserem Partnerportal Brokervergleich.de.

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