Negativzinsen und Strafzinsen

Diese Banken berechnen Sparern bereits Strafzinsen

Unternehmen und institutionelle Anleger sehen sich bereits seit längerem mit negativen Zinsen fürs Parken von Geld konfrontiert. Nun sind so genannte "Verwahr-Gebühren" auch bei Privatkunden angekommen. Wir zeigen Ihnen, welche Banken Sparern bereits negative Zinsen berechnen:

Banken und Sparkassen mit Strafzinsen für Privatkunden

Kreditinstitut Negativzins seit/ab Zinssatz Ab Guthaben von
Bayern
Raiffeisenbank Gmund 08/2016 -0,40% 100.000 EUR auf Giro- oder Sparkonten
Hamburg
Volksbank Hamburg 02/2017 -0,20% 500.000 EUR auf Tagesgeldkonto
Nordrhein-Westfalen
Sparkasse KölnBonn k. A. individuell individuell, im Millionenbereich
Sachsen
Volksbank Raiffeisenbank Niederschlesien eG 11/2016 +0,01%; Gebühr p.M. 5 EUR bis 50 EUR Monatliche Gebühr für Privatkunden auf Tagesgeld ab 0,1 EUR
Sachsen-Anhalt
Volksbank Stendal 10/2016 -0,40% 100.000 EUR
Schleswig-Holstein
Raiffeisenbank Südstormarn Mölln 09/2016 -0,40% 1.000.000 EUR auf Giro- oder Sparkonten
Thüringen
Skatbank 11/2014 -0,25% 500.000 EUR auf Tagesgeldkonto bzw. 2 Mio. EUR auf Girokonto

Banken und Sparkassen mit Strafzinsen für institutionelle Kunden

*angekündigt
Kreditinstitut Negativzins seit/ab Zinssatz Ab Guthaben von
Bundesweit
Commerzbank k. A. individuell im Millionenbereich bei Firmenkunden
Baden-Württemberg
Sparkasse Hanauerland 03/2017 -0,40% ab 500.000 EUR bei Firmenkunden
Sparkasse Pfullendorf-Meßkirch im Jahr 2017* k. A. für Firmenkunden, Freibetrag wird eingeräumt
Bayern
V-Bank München 10/2016 -0,40% 500.000 EUR
Kreissparkasse Augsburg 12/2016 -0,40% 1.000.000 EUR für Kommunen
Sparkasse Allgäu 01/2017 k. A. (-0,40%) 250.000 EUR bei Geschäftskunden und Kommunen
Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen 01/2017 -0,40% k.A. bei Geschäftskunden und Kommunen
Sparkasse Nürnberg 01/2017 -0,40% 1.000.000 Euro bei Firmenkunden
Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg 02/2017 -0,40% Freibetrag von 50,00% der Giro- und Geldmarktsalden (Jahr: 2015) von Geschäftskunden und Kommunen
Raiffeisenbank Isar-Loisachtal 04/2017 -0,40% 2 x 200.000 Euro Freibetrag
Sparkasse München 04/2017 -0,40% ab 250.000 EUR bei Firmenkunden
Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte eG k. A. -0,40% ab 500.000 EUR bei Firmenkunden
Berlin/Brandenburg
Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS) 03/2017 -0,40% Für Neukunden: ab 500.000 EUR bei Unternehmen und institutionellen Anlegern
Hamburg
Hamburger Sparkasse 01/2017 -0,40% individuelle Vereinbarung
Volksbank Hamburg 02/2017 -0,20% 500.000 EUR auf Tagesgeldkonto
Hessen
Sparkasse Starkenburg k. A. -0,40% ab 250.000 Euro bei institutionellen Anlegern
Mecklenburg-Vorpommern
Sparkasse Vorpommern 03/2017 -0,40% ab 1.000.000 Euro bei Unternehmen und institutionellen Anlegern
Nordrhein-Westfalen
Commerzbank k. A. individuell im Millionenbereich bei Firmenkunden
Dortmunder Volksbank 09/2016 -0,40% ab 1.000.000 Euro bei Unternehmen und institutionellen Anlegern
Sparkasse Höxter 10/2016 k. A. individuelle Vereinbarung
Kreissparkasse Wiedenbrück 10/2016 -0,40% individuelle Vereinbarung
Stadtsparkasse Versmold 10/2016 -0,40% individuelle Vereinbarung
Kreissparkasse Köln 01/2017 -0,40% ab 2.000.000 Euro bei Unternehmen und institutionellen Anlegern
Sparkasse KölnBonn k. A. individuell im Millionenbereich bei institutionellen Anlegern
Stadt-Sparkasse Solingen k. A. (Mitte 2017) individuell im Millionenbereich
Volksbank Solingen-Remscheid k. A. individuell im Einzelfall bei Firmenkunden
Rheinland-Pfalz
Sparkasse Vorderpfalz 04/2017 -0,40% ab 1.000.000 Euro auf Giro-, Geldmarkt- oder Tagesgeldkonten von Unternehmen und institutionellen Anlegern
Sachsen
Sparkasse Leipzig 01/2017 -0,40% 500.000 Euro bei Geschäftskunden und Kommunen
Sparkasse Vogtland 02/2017 -0,40% 100.000 Euro bei Firmenkunden
Ostsächsische Sparkasse Dresden k. A. k. A. ab 100.000 Euro auf dem Tagesgeld bzw. 1 Mio. Euro auf dem Girokonto bei Unternehmen und institutionellen Anlegern
Erzgebirgssparkasse 05/2017 -0,40% ab 500.000 Euro auf kommunalen Girokonten/Tagesgeldkonten sowie ab 100.000 Euro auf Geschäftskonten
Sachsen-Anhalt
Saalesparkasse 04/2017 -0,40% ab 1.000.000 Euro bei Firmenkunden

Strafzins für Kleinsparer durch Kontoführungsgebühr auf Tagesgeld

Die Volksbank Raiffeisenbank Niederschlesien eG verlangt seit Anfang November 2016 faktisch Strafzinsen von ihren Tagesgeldkunden. Zwar wird weiterhin mit einer Verzinsung des VR Flexgelds von 0,01 % geworben, allerdings fallen gestaffelte Kontoführungsgebühren an - bis zu 50,00 Euro monatlich. Nachfolgend haben wir berechnet, wie viel diese Gebühr den entsprechenden Kunden im Jahr kostet.

Kreditinstitut Negativzins seit/ab Guthaben bis Zinssatz p.a. Konto-
führungs-
gebühr p.M.
Konto-
führungs-
gebühr p.a.
Real-
verzinsung p.a.
Realrendite p.a.
Volksbank Raiffeisenbank Niederschlesien eG 11/2016 1.000 € +0,01% 5,00 € 60,00 € -6,00% -59,90 €
5.000 € +0,01% 5,00 € 60,00 € -1,20% -59,50 €
10.000 € +0,01% 5,00 € 60,00 € -0,60% -59,00 €
25.000 € +0,01% 10,00 € 120,00 € -0,48% -117,50 €
50.000 € +0,01% 10,00 € 120,00 € -0,24% -115,00 €
100.000 € +0,01% 25,00 € 300,00 € -0,30% -290,00 €
500.000 € +0,01% 50,00 € 600,00 € -0,11% -550,00 €
6.000.000 € +0,01% 50,00 € 600,00 € 0,00% 0,00 €

Diese Landes- und Zentralbanken berechnen Banken Negativzinsen

Auch Banken müssen Negativzinsen zahlen - nicht nur bei der EZB. So führen auch die ersten Landes- und Zentralbanken in Deutschland Strafzinsen ein:

Landes-/Zentralbank Negativzins seit Zinssatz Für
DZ Bank
(Zentralinstitut der Volks- und Raiffeisenbanken)
09/2016 -0,30% Liquiditätsüberhänge auf den lfd. Bankkonten abzgl. eines marginalen Sockelbetrags
Betroffen sind rund 1.000 Volks- und Raiffeisenbanken, deren einzige Zentralbank nach der Fusion mit der WGZ Bank nun die DZ Bank ist.

Weitere Finanzunternehmen mit Strafzinsen

Direktbroker erhebt negative Zinsen

Nicht nur Banken und Sparkassen sind von den Strafzinsen betroffen, sondern auch andere Finanzunternehmen. So erhebt der Direktbroker Flatex ab Mitte März 2017 einen negativen Zinssatz von 0,40 % auf Kundeneinlagen – egal ab welcher Höhe. Frank Niehage, Vorstandschef der Flatex-Mutter Fintech Group, begründete diesen Schritt mit der anhaltenden Politik der EZB, für geparkte Gelder bei der Notenbank Strafzinsen zu verlangen.

Andere Direktbroker sehen derzeit noch keinen Anlass, entsprechende Strafzinsen zu erheben.

Finanzunternehmen Negativzins seit Zinssatz Für
Flatex GmbH / Direktbroker 03/2017 -0,40% auf alle freien Kundeneinlagen

Wo erhalten Sparer derzeit die besten Zinsen

Wer sich gegen Strafzinsen entscheidet, findet bei zahlreichen Banken noch attraktiv verzinste Alternativen. Nachfolgend haben wir eine Übersicht erstellt, welche die derzeit besten Renditen für die entsprechenden Anlagen ausweist.

Crowdfunding

bis zu
9,00% p.a.

Durchschnittszins
5,51% p.a.
von 21 Angeboten

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P2P-Lending

bis zu
5,50% p.a.

Durchschnittszins
4,78% p.a.
von 7 Angeboten

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Festgeld (USD) 60 Monate

bis zu
2,60% p.a.

Durchschnittszins
2,45% p.a.
von 2 Angeboten

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Festgeld (EUR) 60 Monate

bis zu
1,80% p.a.

Durchschnittszins
0,89% p.a.
von 60 Angeboten

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Festgeld (EUR) 36 Monate

bis zu
1,75% p.a.

Durchschnittszins
0,80% p.a.
von 82 Angeboten

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Festgeld (EUR) 12 Monate

bis zu
1,55% p.a.

Durchschnittszins
0,59% p.a.
von 95 Angeboten

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Tagesgeld

bis zu
1,22% p.a.

Durchschnittszins
0,21% p.a.
von 98 Angeboten

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Festgeld (EUR) 6 Monate

bis zu
1,10% p.a.

Durchschnittszins
0,38% p.a.
von 54 Angeboten

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Sparbuch

bis zu
0,60% p.a.

Durchschnittszins
0,10% p.a.
von 52 Angeboten

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Tipp bei Strafzinsen für Unternehmen

Unternehmen, welche inzwischen Strafzinsen bzw. Verwahrentgelte auf ihren Geschäftskonten zahlen, sollten sich anderweitig nach einer Anlageoption umsehen. Eine interessante Variante sind Rücklagefonds, z. B. von VILICO Investment. Die Zielrendite: 3-Monats-EURIBOR + 1,00 % p. a. bei geringen Wertschwankungen. Als „Geldparkplatz“ im Null- und Negativzinsumfeld ist dieser Rücklagenfonds bereits sehr beliebt, was ein Volumen von ca. 117 Millionen Euro (Stand: 11/2016) belegt. Die ab 250.000 Euro Mindestanlage investierbare institutionelle Anteilsklasse (WKN A1J67R) des Kurzläufer-Rentenfonds erzielte 2016 eine Wertentwicklung von 1,91 % bei geringer Wertschwankung (Volatilität: 0,87 %). Seit Auflegung der I-Klasse am 08.01.2013 liegt die Performance bei 5,45 % (1,35 % p.a.) bei einer Volatilität von 1,01 % (per 30.1.2016).

Zumindest ein paar positive Punkte gibt es auch beim Firmentagesgeld, dass Interessierte in diesem Vergleich finden.

Das sind die Banken mit Strafzinsen - kompakt

Nachfolgend finden sich alle Banken mit negativen Zinsen in der Übersicht sowie als Kurzbeschreibung. Die Sortierung erfolgt anhand der Bundesländer.

Landkarte der Banken mit Strafzinsen in Deutschland 2017
Landkarte der Banken mit Strafzinsen in Deutschland - Stand: 03/2017

Baden-Württemberg

Sparkasse Hanauerland

Die Sparkasse Hanauerland mit Hauptsitz in Kehl verlangt jetzt -0,40% Strafzinsen von Geschäftskunden ab einer Einlage von 500.000 Euro. Sparkassenchef Joachim Parthon erklärte bei der Bilanzpressekonferenz 2017 (Badische Zeitung, 08.03.2017), dass knapp 100 Geschäftskunden betroffen sind. Die Bilanz der Sparkasse Hanauerland zeigte für 2016 einen Zinsüberschuss von 17,9 Millionen Euro. Die Bilanzsumme lag bei 1,41 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,45 Mrd. Euro).

Sparkasse Pfullendorf-Meßkirch

Im Rahmen eines Pressegesprächs erklärte die Führungsriege der Sparkasse Pfullendorf-Meßkirch im April 2017, dass sie für Firmenkunden einen Strafzins einführen werden - wahrscheinlich 2017. Privatkunden werden wohl nicht betroffen sein. Die Sparkasse Pfullendorf-Meßkirch mit Hauptsitz in Pfullendorf im Landkreis Sigmaringenmit Hauptsitz in Pfullendorf im Landkreis Sigmaringen konnte zuletzt auf eine Bilanzsumme von 751 Millionen Euro verweisen (+2,4%). Der Gewinn ging indes um 23,6 % zurück und lag bei ca. 700.000 Euro.

Bayern

V-Bank München

Für Beträge ab 500.000 Euro müssen Kunden der V-Bank München seit kurzem 0,40 % Minuszinsen zahlen. Das Finanzinstitut besteht seit 2007 und startete als erste Bank für Vermögensverwalter in Deutschland. Derzeit beschäftigt die V-Bank 61 Mitarbeiter. Die Bilanzsumme lag Ende 2015 bei 997,7 Mio. Euro.

Sparkasse Allgäu

Die Sparkasse Allgäu will ab Januar 2017 von Geschäftskunden und Kommunen 0,40 % Zinsen ab 250.000 Euro. Das in Kempten ansässige Finanzinstitut beschäftigt mehr als 1.000 Mitarbeiter und wies für das Geschäftsjahr 2015 eine Bilanzsumme von 4,474 Mrd. Euro aus.

Sparkasse Nürnberg

Die Sparkasse Nürnberg gehört hinsichtlich ihrer Bilanzzahlen zu den größten Sparkassen in Deutschland. Die Bilanzsumme betrug zuletzt 10,961 Mrd. Euro. Die Kundeneinlagen umfassten 8,65 Mrd. Euro (2,297 Mrd. Euro Spareinlagen). Nach aktuellen Angaben verlangt die Sparkasse Nürnberg derzeit ein "Verwahrentgelt" von -0,40 % von Geschäftskunden ab 1.000.000 Euro Einlagen.

Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen

Auch die Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen liegt in Bayern und verlangt inzwischen einen Strafzins von Kommunen und Geschäftskunden. Die Bilanzsumme der Bank betrug laut Geschäftsdaten von 2015 2,197 Mrd. Euro. Die Einlagen der Kunden betrugen 1,801 Mrd. Euro. (435 Mio. Euro Spareinlagen). Die Sparkasse beschäftigt ca. 483 Mitarbeiter.

Raiffeisenbank Isar-Loisachtal

Die Raiffeisenbank Isar-Loisachtal gehört zu den ältesten und traditionsreichsten Banken der Region rund um den Starnberger See. Seit Januar 2017 verlangt die Raiffeisenbank einen Strafzins von -0,40 % von Firmenkunden, sofern deren Einlage einen Freibetrag von 2 Konten à 200.000 Euro übersteigt. Die Bilanzsumme der Raiffeisenbank Isar-Loisachtal lag Ende 2015 bei 535 Mio. Euro. Das betreute Einlagenvolumen von Kunden bei 728 Mio. Euro. Die Raiffeisenbank hat derzeit rund 7.200 Mitglieder.

Sparkasse München Starnberg Ebersberg

"Bei unseren unternehmerischen Kunden haben wir begonnen, Verwahrentgelte für Neukunden auf Giro- und Geldmarktkonten einzuführen. Selbiges gilt für Bestandskunden mit besonders großvolumigen Einlagenveränderungen in den vergangenen Monaten", so eine Sprecherin der München Starnberg Ebersberg. Die Sparkasse verlangt generell ab dem 1. Februar 2017 Strafzinsen (was nicht alle Kommunen kommentarlos hinnehmen wollen). Die Kreissparkasse München besitzt rund 100 Sparkassenstellen (inkl. SB). Die Bilanzsumme betrug im Geschäftsjahr 2015 ca. 10,059 Mrd. Euro. An Spareinlagen wurden 1,623 Mrd. Euro verwaltet.

Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte eG

In Ingolstadt sitzt die Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte eG, die seit kurzem von Firmenkunden einen Strafzins von -0,40% verlangt, wenn diese mehr als 500.000 Euro auf dem Firmenkonto liegen haben - das berichtete der Donaukurier. Private Kunden will die Genossenschaftsbank weiterhin verschonen. Wie ebenfalls nachzulesen ist, lag das letzte Gesamtbetriebsergebnis bei 22,5 Mio. Euro. Die Bilanzsumme kletterte auf ca. 2,5 Milliarden Euro und die Eigenmittel stiegen auf 277 Millionen. Entsprechend beträgt die Gesamteigenkapitalquote 21 %.

Raiffeisenbank Gmund am Tegernsee eG

Die Kunden der Raiffeisenbank Gmund am Tegernsee eG müssen bei Spareinlagen bzw. Einlagen auf dem Girokonto derzeit 0,40 % Strafzinsen beachten. Diese sind seit August 2016 ab 100.000 Euro fällig. Ein Blick auf die Zahlen zeigt rund 2.655 Mitglieder und 34 Mitarbeiter (inkl. Azubis). Die Bilanzsumme betrug 2015 141,9 Mio. Euro, die Spareinlagen der Kunden hatten eine Höhe von 22,9 Mio. Euro.

Berlin/Brandenburg

Mittelbrandenburgischen Sparkasse (MBS)

Die Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS) verlangt ab 1. März 2017 von Neukunden aus dem Bereich institutioneller Anleger und von Großunternehmen einen Strafzins von 0,40% ab Einlagen von 500.000 Euro auf dem Konto. Dazu sieht sich die achtgrößte Sparkasse Deutschlands gewzungen. Die Bank verwaltete zuletzt rund 12,3 Milliarden Euro Kundeneinlagen. Das Betriebsergebnis lag bei 176 Millionen Euro. Privatkunden sind bisher nicht direkt betroffen. Lediglich das kostenfreie Girokonto gehört seit Jahresbeginn der Vergangenheit an.

Hamburg

Hamburger Sparkasse (Haspa)

Wie das Hamburger Abendblatt berichtete, führt auch die Haspa für Firmenkunden mit hohen Einlagen einen Strafzins ein. Die Höhe des Verwahrentgeltes richtet sich auch nach dem individuellen Geschäftsumfang mit der Haspa. Die Hamburger Sparkasse ist die größte Sparkasse in Deutschland und verfügt über rund 5.000 Mitarbeiter. Die Bilanzsumme betruf Ende 2015 42,639 Milliarden Euro. Es wurden Kundengelder in Höhe von 31,627 Milliarden Euro betreut.

Hamburger Volksbank

Die Volksbank in Hamburg erhebt seit Anfang 2017 einen Strafzins von -0,20 % auf Einlagen von Privat- und Unternehmenskunden ab 500.000 Euro Einlage. Betroffen waren daher nur eine überschaubare Gruppe von ca. 100 Personen (siehe FAZ, 20.01.2017). Zuletzt wies die Volksbank Hamburg ca. 114.807 Kunden und 55.924 Mitglieder aus (Stand: 31.12.2015). Die Bilanzsumme betrug 2,928 Mrd. Euro. Die Spareinlagen lagen bei 371 Mio. Euro, die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden bei 1,949 Mrd. Euro.

Hessen

Sparkasse Starkenburg

Wie die Rhein-Neckar-Zeitung berichtet, plant auch die Sparkasse Starkenburg einen Strafzins für institutionelle Anleger ab Einlagen von 250.000 Euro. Die Sparkasse mit Sitz im hessischen Heppenheim wies 2015 eine Bilanzsumme von 1,995 Mrd. Euro aus. Die Kundeneinlagen lagen bei 1,371 Mrd. Euro, die Spareinlagen bei 794 Mio. Euro.

Mecklenburg-Vorpommern

Sparkasse Vorpommern

Die in Greifswald ansässige Sparkasse Vorpommern erhebt für institutionelle Anleger einen Strafzins von -0,40%, sofern die Einlagen eine Million Euro übersteigen. Die Sparkasse gehört laut Sparkassenrangliste zu den 100 größten Sparkassen, was die Bilanzsumme angeht. Mit rund 3,49 Mrd. Euro und Kundeneinlagen von rund 2,958 Mrd. Euro ist sie auch die größte Sparkasse Mecklenburg-Vorpommerns. Derzeit beschäftigt die Sparkasse Vorpommern ca. 747 Mitarbeiter (Stand: 31.12.2015) und betreibt 88 Filialen/SB-Filialen.

Nordrhein-Westfalen

Volksbank Dortmund

"Nur mit hohem finanziellen Aufwand haben Regionalbanken wie wir es bisher geschafft, Negativzinsen zu vermeiden. Inzwischen parken allerdings große Kapitalsammelstellen ihr Geld bei uns. Dafür bei der EZB zu zahlen, ist für uns nicht mehr darstellbar", erklärt Martin Eul, Vorstandsvorsitzender der Dortmunder Volksbank, die Notwendigkeit des "Verwahrentgeltes" bei der Volksbank Dortmund. Die Bank verlangt seit September 2016 diese Strafzinsen. Ein Blick auf die Bilanzsumme 2015 zeigt einen Anstieg auf 6.321 Mio. Euro und verwaltetet Einlagen von 5.168 Mio. Euro. Das Eigenkapital der Volksbank liegt bei 342 Mio. Euro.

Sparkasse Höxter

Die Sparkasse Höxter aus Nordrhein-Westfalen verlangt von ausgewählten institutionellen Kunden seit Ende 2016 ebenfalls ein Verwahrentgelt, d. h. Strafzinsen. Eine pauschale Aussage über die verlangten Zinsen ist laut Auskunft der Sparkasse nicht möglich. Die Bilanzsumme betrug zuletzt 1.424,1 Mio. Euro (Stand: 31.12.2015), das Einlagevolumen lag bei 1.125,8 Mio. Euro. Die Sparkasse verfügt über rund 374 Mitarbeiter und 23 Filialen (inkl. Hauptstelle) im Geschäftsgebiet Kreis Höxter.

Kreissparkasse Wiedenbrück

Für institutionelle Kunden (z. B. den Kreis Gütersloh, siehe Die Glocke "Auch der Kreis soll Strafzinsen zahlen") wird es auch bei der KSK Wiedenbrück teuer, wenn Einlagen geparkt werden sollen. Die Kreissparkasse in NRW verlangt seit Herbst 2016 Strafzinsen von 0,40 %. Die KSK Wiedenbrück verfügt über ca. 360 Mitarbeiter und 17 Geschäftsstellen. Die Bilanzsumme betrug Ende 2015 rund 2,3 Mrd. Euro. Die Kundeneinlagen kletterten auf 1,9 Mrd. Euro.

Kreissparkasse Köln

Die Kreissparkasse Köln ist eine der größten Sparkassen in Deutschland mit einer Bilanzsumme von 24,62 Mrd. Euro (2015). Die Einlagen betrugen zuletzt 17,744 Mrd. Euro. In der Sparkassenrangliste liegt die KSK Köln damit auf Rang 3. Strafzinsen werden von institutionellen Anlegern ab 2 Mio. Euro verlangt.

Stadtsparkasse Versmold

Die SPK Versmold verlangt von Geschäftskunden seit dem Herbst 2016 0,40 % Zinsen als Verwahrentgelt. Die Prüfung findet von Fall zu Fall statt. Bei Privatkunden will die Stadtsparkasse dies künftig nicht ausschließen. Die Sparkasse mit Sitz in Nordrhein-Westfalen hat mehr als 70 Mitarbeiter und 5 Geschäftsstellen. Die Bilanzsumme lag zuletzt bei 287,019 Mio. Euro im Jahr 2015 (-14,5 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr). Das Eigenkapital stieg zuletzt leicht auf 17,3 Mio. Euro.

Sparkasse KölnBonn

Die Sparkasse KölnBonn ist die zweitgrößte Sparkasse in Deutschland und verwaltet Kundeneinlagen von insgesamt 22 Milliarden Euro (Kölner Stadt-Anzeiger, 16.03.2017). "Zwei Handvoll" Anleger mit hohen Einlagen müssen allerdings inzwischen Strafzinsen zahlen. "Bei der Sparkasse KölnBonn geht es aktuell jeweils um Einlagen in einer Höhe von mehreren Millionen Euro, um die aus der EZB resultierenden Zinsbelastung in Teilen aufzufangen und nicht länger in vollem Umfang subventionieren zu müssen. Dies gilt für institutionelle Anleger, für gewerbliche Kunden und konsequenterweise auch für sehr vermögende Privatkunden", so die Erklärung im Rahmen der Bilanzpressekonferenz. Im Geschäftjahr 2016 sank das Ergebnis der Sparkasse vor Steuern auf 70 Mio. Euro (Vorjahr: ca. 100 Mio. Euro). Der Gewinn liegt bei 13,2 Millionen Euro. Das Kreditgeschäft ging 2016 um 3,7% auf 18,4 Milliarden Euro zurück.

Stadt-Sparkasse Solingen

In der Sparkassenrangliste findet sich die Stadt-Sparkasse Solingen im oberen Mittelfeld wieder. Die Bilanzsumme lag 2015 bei 2,399 Milliarden Euro. Die Kundeneinlagen betrugen knapp 1,76 Mrd. Euro. Zur Mitte des Jahres 2017, so die Planungen, will die Stadt-Sparkasse Strafzinsen von Firmenkunden ab einer siebenstelligen Einlage verlangen.

Volksbank Solingen-Remscheid

Weniger als zehn Kunden sind derzeit bei der Volksbank Remscheid-Solingen betroffen. Jene erhebt seit Jahresanfang von Firmenkunden einen Strafzins. Geprüft wird immer im Einzelfall. Das Geschäftsvolumen der Volksbank Solingen-Remscheid betrug zuletzt 1,690 Mrd. Euro. Die Bilanzsumme umfasst 1,637 Mrd. Euro. Spareinlagen sind mit 183,4 Mio. Euro in der Bilanz enthalten.

Rheinland-Pfalz

Sparkasse Vorderpfalz

Die Sparkasse Vorderpfalz hat ihren Sitz in Ludwigshafen am Rhein. Im Jahr 2015 betrug die Bilanzsumme der Sparkasse Vorderpfalz rund 5,558 Milliarden Euro. Die Kundeneinlagen umfassten 4,153 Milliarden Euro, die Spareinlagen immerhin 906 Millionen Euro. Ab dem 18. April 2017 müssen institutionelle Anleger, d. h. in erster Linie Kommunen, Verbände und Stiftungen, ab einem Guthaben von 1 Million Euro ein sogenanntes Verwahrentgelt von -0,40 % zahlen. Rund 80 Firmen, Kommunen und Verbände sind betroffen. Mit ca. 1.000 Mitarbeitern ist die Sparkasse Vorderpfalz die größte Sparkasse in Rheinland-Pfalz.

Sachsen

Volksbank Raiffeisenbank Niederschlesien eG

Mit der Volksbank Niederschlesien eG verlangt seit November 2016 die erste Bank Strafzinsen von Kleinsparern. Für das Tagesgeldkonto sind (gestaffelte) Gebühren von 5,00 bis 50,00 Euro pro Monat zu zahlen – je nach Einlagenhöhe. Gegründet 1859 verfügt das Bankhaus über 11.778 Mitglieder (Stand: 12/2015) und ca. 27.471 Kunden. Die Bilanzsumme betrug zuletzt 373,5 Mio. Euro. Das betreute Kundenanlagevolumen lag bei 533,8 Mio. Euro. Es gab 327,9 Mio. Euro bilanzielle Kundeneinlagen.

Sparkasse Leipzig

Die Sparkasse Leipzig bittet ab 1. Januar 2017 Landkreise, Kommunen, Verbände und Geschäftskunden ab Einlagen von 500.000 Euro zur Kasse. Die Sparkasse in Leipzig ist eine der größten Sparkassen in den neuen Bundesländern und zählte Ende 2015 1.671 Mitarbeiter und mehr als 600.000 betreute Privat- und Firmenkunden. Die Bilanzsumme lag bei mehr als 8,854 Milliarden Euro. Das Volumen der Kundenverbindlichkeiten betrug 7.388,8 Mio. Euro. Das Eigenkapital summierte sich auf ca. 311,7 Mio. Euro.

Sparkasse Vogtland

Firmenkunden, Kommunen und Vereine, die mehr als 100.000 Euro bei der Sparkasse Vogtland geparkt haben, müssen ab Februar 2017 Strafzinsen zahlen. Die Höhe beträgt -0,40 %. Privatkunden will die Bank vorerst verschonen, wie der Vorstandschef in der Freien Presse Chemnitz berichtete. Indes verschwindet gleichzeitig mit der Einfühung der negativen Zinsen das kostenlose Girokonto, weshalb die Aussage nur der halben Wahrheit entspricht. Ein Blick in die Bilanz der Sparkasse Vogtland zeigt zuletzt eine Bilanzsumme von 3,107 Milliarden Euro. Insgesamt verwaltet die Sparkasse mit Sitz in Plauen Kundeneinlagen in Höhe von 2,570 Mrd. Euro (Spareinlagen von ca. 1,444 Mrd. Euro).

Ostsächsische Sparkasse Dresden

Gut für die Region - mit diesem Claim wirbt die Ostsächsische Sparkasse Dresden. Nach aktuellen Informationen verlangt die Sparkasse in Sachsen von institutionellen Anlegern aber inzwischen einen Strafzins ab Einlagen von 1 Mio. Euro auf dem Girokonto bzw. 100.000 Euro auf dem Tagesgeldkonto. Für 2015 wies die Ostsächsische Sparkasse eine Bilanzsumme von 12,174 Milliarden Euro aus. Der Zinsüberschuss lag bei 224 Millionen Euro. Insgesamt betreut die Sparkasse mehr als 600.000 Kunden.

Erzgebirgssparkasse

Die Erzgebirgssparkasse mit Sitz in Annaberg-Buchholz verlangt ab dem 1. Mai 2017 einen Strafzins von -0,40% von Kommunen, die auf ihren Giro- bzw. Tagesgeldkonten mehr als 500.000 Euro parken sowie von Geschäftskunden mit mehr als 100.000 Euro auf der hohen Kante. Die Erzgebirgssparkasse wies zuletzt eine Bilanzsumme von 4,392 Milliarden Euro aus. Die Kundeneinlagen betrugen 3,838 Milliarden Euro (Stand: 31.12.2015). Sie verfügt über rund 1.000 Mitarbeiter.

Sachsen-Anhalt

Volksbank Stendal eG

Die Volksbank Stendal hat ihre Wurzeln im Jahr 1861 und verfügt über mehr als 5.000 Mitglieder und ca. 14.000 Kunden. Seit Oktober 2016 wird auf Einlagen ab 100.000 Euro (z. B. auf dem Tagesgeld) ein Minuszins von 0,40 % erhoben. Die Bilanzsumme der Volksbank Stendal eG weist einen Wert von ca. 179,49 Mio. Euro aus. Kundengelder wurden in Höhe von 139,8 Mio. Euro betreut.

Saalesparkasse

Die Saalesparkasse mit Sitz in Halle (Saale) verlangt seit dem 3. April 2017 auf Einlagen von Unternehmen, die höher als 1 Mio. Euro liegen, einen Strafzins von 0,40%. Etwa 70 Firmen sind davon betroffen, so die Mitteldeutsche Zeitung. Die mehrfach ausgezeichnete Saalesparkasse ist die größte Sparkasse in Sachsen-Anhalt mit einer Bilanzsumme von 4,155 Mrd. Euro (Stand: 12/2015). Die Spareinlagen lagen 2015 bei 1,126 Mrd. Euro. Insgesamt beschäftigt die Saalesparkasse rund 784 Mitarbeiter und betreibt 48 Filialen.

Schleswig-Holstein

Raiffeisenbank Südstormarn Mölln

Die Raiffeisenbank Südstormarn Mölln eG ist eine Genossenschaftsbank mit ca. 16.279 Mitgliedern. Die Bilanzsumme betrug 2016 695 Mio. Euro. Die Einlagen umfassten 469 Mio. Euro. Insgesamt beitreibt die Genossenschaftsbank 11 Filialen.

Thüringen

Deutsche Skatbank (VR-Bank Altenburger Land eG)

Die Deutsche Skatbank – eine Zweigniederlassung der VR-Bank Altenburger Land eG – verlangt von Privatkunden seit Ende 2014 einen negativen Zins von 0,25 % für Guthaben ab 500.000 Euro bzw. ab 2 Mio. Euro Guthaben auf dem TrumpfKonto (Girokonto). Die VR-Bank Altenburger Land eG verfügt über 7.628 Mitglieder (Stand: 2015) und ca. 133 Mitarbeiter. 2015 lag die Bilanzsumme bei 590 Mio. Euro und die Kundeneinlagen bei 504,9 Mio. Euro.

Bundesweit

Commerzbank

Die Commerzbank ist die zweitgrößte Bank Deutschlands und eine international agierende Geschäftsbank. Insgesamt betreut die Commerzbank mehr als 16 Millionen Privat- und Geschäftskunden weltweit. Seit 2016 erhebt die Bank negative Zinsen im Firmenkundenbereich. Die Strafzinsen werden in individueller Höhe berechnet (siehe RP-Online, 23.03.2017). Ein Blick auf die Kennzahlen der Commerzbank zeigt Ende 2016 eine Bilanzsumme von 480,5 Milliarden Euro. Das bilanzierte Eigenkapital sank leicht auf 29,6 Milliarden Euro. Die Eigenmittel liegen bei 40,6 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis wurde mit 1,399 Mrd. Euro angegeben.

Völlig sicher sind Verträge für Geldanlagen mit festgeschriebenen Zinsen, z. B. Festgelder. Über negative Zinsen lässt sich nur bei Produkten mit variablen Zinsen nachdenken. Doch selbst hier gelten diese als eher unwahrscheinlich. Laut einvernehmlicher Meinung unter Finanzexperten ist der Wettbewerb auf dem Markt ausreichend groß, dass betroffene Kunden schnell eine alternative Bank finden würden.

Wie Negativzinsen wirken

Was Leitbanken wie die EZB mit Negativzinsen im Idealfall bezwecken und wie damit die Wirtschaft angekurbelt werden soll, veranschaulicht unsere Infografik:

Wie Negativzinsen wirken

Negative Zinsen: Rechtlich nicht zulässig

Update: Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) will juristisch dagegen vorgehen, wenn Banken Negativzinsen von Privatkunden erheben. Der Verband hält Negativzinsen für unzulässig, wenn die Sparkonten bereits bestehen. Nur bei Neuverträgen wären Negativzinsen zulässig. Im Übrigen dürften die Bankinstitute bei negativer Verzinsung nicht mehr mit der vollen Einlagensicherung werben. (Stand:04/2015)

Sind negative Zinsen bei Bankeinlagen überhaupt gesetzlich erlaubt? Antwort: Nach Ansicht von Anwälten sind Negativzinsen auf bestehende Einlagen rechtlich gar nicht zulässig, da es sich um Darlehen handelt. Demzufolge sind Banken verpflichtet, dem Kunden positive Zinsen zu zahlen.

Die Bewertung bestätigt auch Axel Pabst, Fachanwalt für Bankrecht und Versicherungsrecht im Gespräch: "In der Regel handelt es sich bei den Bankeinlagen von Privatkunden um Darlehensvereinbarungen gemäß § 488 BGB. Die Zinsen stellen entsprechend eine Vergütung des Kunden für die Möglichkeit der Kapitalnutzung durch die Bank dar. Echte Negativzinsen sind deshalb nicht möglich – abgesehen von eventuellen Gebühren. Die müssten allerdings gesondert vereinbart werden."

Paragraph 488bgb
Quelle: Tagesgeldvergleich.net/Bürgerliches Gesetzbuch

Eine Ausnahme bildet, nach Meinung des Rechtsanwalts, ein Anlageprodukt, welches z. B. an einen Referenzzins gekoppelt wäre. Aber selbst wenn dieser Referenzzins in den negativen Bereich rutschen sollte, bedürfte es einer Auslegung des Vertrags in dieser Hinsicht. "Im Zweifel wäre wohl ein Sonderkündigungsrecht einzuräumen", so Axel Pabst. Auch bei Neueinlagen ließe sich über 'Strafzinsen' nachdenken.

Strafzinsen kosten Kunden

Laut Deutscher Kreditwirtschaft (DK) wird nicht erwartet, dass negative Einlagenzinsen in nächster Zeit verstärkt auftreten. Darauf angesprochen schließen die meisten Finanzinstitute solche Maßnahmen aktuell aus.

"Die Deutsche Bank plant derzeit nicht, im breiten Kundengeschäft Gebühren für Einlagen einzuführen", erklärt deren Sprecherin. Gleiche Aussage an anderer Stelle. "Wir denken momentan nicht über Strafzinsen nach", so Erol Cen, Bereichsdirektor Vorsorge & Vermögen bei der TARGOBANK.

"Die negativen Zinsen betreffen uns, weil wir – gerade jetzt in der Weihnachtszeit – ausreichend Liquidität bereithalten müssen", erklärt ein Sprecher der netbank. Im gleichen Atemzug wird aber nachgelegt, dass es auf absehbare Zeit definitiv nicht geplant sei, die negativen Zinsen an den Kunden weiterzugeben. "Negative Zinsen für private Einlagen sind nur schwer vermittelbar", lautet das Statement.

Ähnlich sieht es bei anderen Banken aus. Bei einigen heißt es überdies, dass sie keine Interpretationen zu Gesetzen abgeben.

Wer sich der Diskussion um negative Zinsen entziehen will, dem bleibt nach Ansicht von Finanzexperten immer der Griff zu alternativen Geldanlagen mit langfristiger Zinsfestschreibung.

Mehr zum Thema:

Statistik: Aktuelle Zinsentwicklung seit 2008

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Warum Negativzinsen bei Banken zu höherer Kreditvergabe führen

So schlecht Negativzinsen für Verbraucher eindeutig sind - bei Anleihen haben sie für Banken auch eine positive Seite: kurzfristig negative Zinsen lassen die Zinsstrukturkurve steiler werden. Dadurch steigt die Spanne zwischen kurz- und langfristigen Zinsen und damit die Gewinnmarge der Banken. Das führt zu einem stärkeren Anreiz bei den Banken, die Kreditvergabe auszuweiten. Trotz kurzfristig negativer Zinsen steigt also die Kreditvergabe und damit auch die Geldmenge M3.

Darüber hinaus hat die EZB in ihrer Sitzung vom 10. März 2016 ergänzend zu ihrem Quantitative Easing Programm vier neue Kreditlinien /TLTRO II) aufgelegt. Zusammengefasst bekommen die Banken von der EZB Geld zuzüglich 0,40 Prozent Zinsen dafür, dass sie dieses Geld nehmen und als Kredit an Verbraucher und Unternehmen ausreichen. Mit diesem Programm und den 0,40 Prozent Zinsen, welche die Banken von der EZB bekommen, können sie die negativen Einlagenzinsen von minus 0,40 Prozent ausgleichen, die sie für bei der EZB geparkte Zentralbankreserven zahlen müssen.

In Summe entlastet dieses neue Programm trotz Negativzinsen die Banken, führt zu mehr Kreditvergabe und sollten auch die Sparzinsen stabilisiert werden.

Negativzinsen sind laut Bundesfinanzministerium keine Verluste

Beim Thema Negativzinsen stellt sich sofort die Frage, wie diese aus Sicht der Sparer steuerlich behandelt werden. Der gesunde Menschenverstand würde jetzt sagen: so wie positive Zinsen Erträge sind, sind negative Zinsen Verluste. Das Bundesfinanzministerium in Deutschland sieht das in einem Schreiben vom 27. Mai 2015 (Az. IV C1-S 2252/08/10004:017) allerdings anders. Dort lautet der Fachbegriff für die auch als Strafzinsen bezeichneten Negativzinsen "Verwahr- oder Einlagegebühr".

Der normale Sparer wird sich jetzt sagen: Okay, Gebühr oder Zinsen. Ich will die mir daraus entstandenen Verluste steuerlich geltend machen. Auf die Frage, wie dies geht, hat unser Finanzministerium eine kurze und knappe Antwort: gar nicht.

Aus Sicht der Finanzbeamten werden die Negativzinsen "nicht vom Kapitalnehmer an den Kapitalgeber als Entgelt für die Überlassung von Kapital gezahlt", sondern die Kunden zahlen der Bank eine Gebühr in Form des Strafzinses, damit sie ihr Geld dort anlegen dürfen.

Die Sichtweise unserer Finanzbehörde lässt Schlimmes erahnen. Und so ist es dann auch, denn laut ihr sind Strafzinsen "eine Art Verwahr- oder Einlagegebühr, die bei den Einkünften aus Kapitalvermögen als Werbungskosten vom Sparer-Pauschbetrag gemäß Paragraf 20 Absatz 9 Satz 1 Einkommensteuergesetz erfasst sind".

Für Sie als Sparer bedeutet dass: Negativ- bzw. Strafzinsen können nicht in der Steuererklärung als Verluste geltend gemacht werden, sondern werden über den Sparerpauschbetrag abgegolten. Anders ausgedrückt: wenn Sie mit Ihrem Geld Zinserträge erzielen, sind diese oberhalb des Sparerpauschbetrages steuerpflichtig. Müssen Sie aber Strafzinsen an Ihre Bank zahlen, können Sie die Verluste nicht geltend machen. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Finanzgerichte in den abzusehenden Klagen auf die Seite der Sparer stellen und die Finanzverwaltung in ihre Schranken weisen. Die Hoffnung teilt auch Jörg Strötzel, Vorstandsvorsitzender des Lohnsteuerhilfevereins Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH) gegenüber dem "Handelsblatt".

Die Folgen der Negativzinsen für Banken, Unternehmen und Verbraucher

Über ihr Quantitative Easing versucht die EZB analog zur amerikanischen FED und anderen Zentralbanken, die Inflation in den von ihr gewünschten Zielkorridor zu bringen, indem sie Anleger zum einen in riskantere und damit besser verzinste Anleihen treiben und zum anderen bei Verbrauchern und Unternehmen die Nachfrage nach Krediten ankurbeln will.

Dieses Vorhaben scheitert aber aktuell in der Praxis. Investoren kaufen nach wie vor die als sicher geltenden Staatsanleihen und zahlen dafür sogar Zinsen an den Emittenten. Und auch die Kreditvergabe der Banken an Unternehmen und Verbraucher steigt nicht in dem Umfang, wie die monetäre Basis durch die EZB ausgweitet wird - zu erkennen an der sinkenden Umlaufgeschwindigkeit des Geldes. Sprich: das Zentralbankgeld, welches die Banken für den Verkauf der Anleihen an die EZB erhalten, findet nur spärlich den Weg in die Realwirtschaft. Was bedeutet das für für Banken, Unternehmen und Verbraucher?

Zum einen bringen die so verursachten Negativzinsen die Geschäftsmodelle im Bereich der Banken, Versicherungen und Pensionsfonds ins Wanken. Bei den Banken sinkt die Zinsmarge, die Versicherungen haben Probleme, zugesagte Renditen bzw. Zinsen aus Lebensversicherungen zu garantieren, und Pensionsfonds benötigen deutlich mehr Kapital, da die Verzinsung des vorhandenen Geldes nicht mehr für zugesicherte Pensionsansprüche ausreicht.

Spätestens jetzt, also im Frühjahr 2016, wo 40 Prozent aller auf dem Markt befindlichen Staatsanleihen der Industrieländer mit negativer Rendite notieren (siehe dazu unsere Statistiken zur Zinsstrukturkurve), zeigt sich: die breite Masse, also Sparer und Wirtschaft (in Summe "der Markt") gehören zu den Verlierern dieser Niedrigzinspolitik.

Werden Negativzinsen zum neuen Trend?

Einer Studie von Franklin Templeton Investment zufolge sind negative Zinsen "mittlerweile in vielen Teilen der Welt der Normalfall". Brooks Ritchey, Senior Managing Director von K2 Advisors bei Franklin Templeton Solutions mahnt an, dass die Zentralbanken von Europa, Japan, Schweden, der Schweiz und Dänemark ihre Zinsen allesamt in den negativen Bereich abgesenkt haben, ohne die langfristigen Konsequenzen einschätzen zu können bzw. in dem Wissen um sehr unerfreuliche langfristige Konsequezen.

Welche Zentralbanken bereits Negativzinsen eingeführt haben

Laut Studie bedeuten Negativzinsen "im Prinzip eine Schwächung der Banken in den davon betroffenen Ländern". Interessant ist, dass Brooks Ritchey eine Ursache des aktuellen Handelns der Zentralbanken in der akademischen Ausbildung der Zentralbanker sieht. Die meisten entstammen der so genannten keynesianischen Schule der Wirtschaftstheorie, gemäß der sie gegen Deflation in jeder Form sind und alles tun würden, um einen Preisrückgang auf breiter Front zu vermeiden. In dieser akademischen Blindheit setzen sie ihre Progamme der quantitativen Lockerung ungeachtet der Tatsache fort, dass es keine empirischen Belege für deren Wirksamkeit gibt.

Welche Konsequenzen Kunden bei Negativzinsen ziehen würden

Den Sparern in Deutschland fehlt laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag von Savedo.de jegliches Verständnis für Strafzinsen oder "Verwahrgebühren" auf ihre Ersparnisse. Sollte ihre Hausbank oder Sparkasse mit negativen Zinsen oder Kontoführungsgebühren für Sparkonten um die Ecke kommen, würden laut Studie 54,7 Prozent der Befragten ihr Geld abheben und zu Hause bunkern. Rund ein Drittel würde weniger sparen und stattdessen mehr ausgeben (und damit eines der von der EZB beabsichtigten Ziele negativer Zinsen unterstützen). Über zehn Prozent der Kunden würden sogar überlegen, ihr Geld ins EU-Ausland zu schaffen - etwa auf ein Festgeldkonto außerhalb der Union. Die Ergebniss der Umfrage auf einen Blick:

Konsequenzen von Sparern bei Einführung von Negativzinsen

Unzufriedenheit der Anleger durch Niedrigzinsen wächst

Wie die Umfrage "Geldanlage 2016/2017" des Bankenverbandes ergab, wächst die Unzufriedenheit der Anleger mit der Wertentwicklung ihrer Geldanlage gegenüber 2015. So waren Ende 2016 nur noch 47 Prozent der Befragten mit der Wertentwicklung zufrieden. Ein Jahr zuvor waren es noch 53 Prozent.

Das liegt natürlich auch daran, dass deutsche Anleger grundsätzlich risikoscheu sind. Die Bevorzugten Anlegeprodukte 2016 waren weiterhin Sparkonten und Sparpläne sowie Tagesgeld - auch wenn deren Beliebtheit gegenüber 2015 deutlich gelitten hat. Erst auf dem dritten Platr kommen Fondsanteile und auch hier gab es gegenüber 2016 einen Rückgang von 21 auf 20 Prozent der Anleger, die Fonds als Anlageprodukt bevorzugen.

Alle Ergebnisse der Umfrage des Bankenverbandes nachfolgend im Überblick

Geldanlage 2016/2017 from Bankenverband (BdB)