Zinsprognose 2018

Wie die letzten Jahre üblich, hatten wir auch im vergangenen Jahr eine Zinsprognose für 2017 gewagt. Diese Reihe setzen wir nun fort mit unseren Einschätzungen zur Zinsentwicklung im Jahr 2018.

Rückblick auf unsere Zinsprognosen 2017

Beginnen wollen wir mit einer Analyse der von uns zu Beginn des vergangenen Jahres getätigten Prognosen:

Tagesgeld - Zinsen

"Wir erwarten daher für 2017 ein gleichbleibendes Zinsniveau beim Tagesgeld innerhalb eines Bandes von 0,20 und 0,30 Prozent. Die Top5-Tagesgeldzinsen für Neukunden werden sich in einem Band zwischen 1,00 und 1,20 Prozent bewegen."

Hier wurden wir von der anhaltenden Abwärtsdynamik überrascht, denn die durchschnittlichen Zinsen haben sich 2017 sowohl für Neu- als auch für Bestandskunden weiterhin verschlechtert. Von 0,23 Prozent, die es im Durchschnitt aller 121 von uns verglichenen Banken für Neukunden zum 1. Januar 2017 noch gab, blieben Ende Dezember 2017 ganze 0,18 Prozent übrig – ein Minus von 22 Prozent.

Die Zinsen, welche die jeweils besten fünf Banken unseres Tagesgeldvergleichs angeboten haben, sanken im selben Zeitraum von 1,04 auf 0,76 Prozent – und damit ebenfalls unter unsere Prognose.

Zu optimistisch lagen wir auch mit unserer Einschätzung, dass die besten Banken Neukundenzinsen zwischen 1,00 und 1,20 Prozent bieten würden. Der aktuelle Top-Zins, den die Consorsbank bietet und der auch nur zeitlich begrenzt für Neukunden gilt, liegt bei 1,00 Prozent. Die aktuellen Top5 für Neukunden sehen wie folgt aus:

Tagesgeld - Einlagen

"Nach einem Anstieg der täglich fälligen Einlagen in 2016 um über acht Prozent gehen wir für 2017 von einem ähnlichen Wachstum aus. Das würde bedeuten, dass die Summe täglich fälliger Einlagen bis Ende 2017 in Richtung 1.300 Milliarden Euro anwachsen würde."

Unsere Einschätzung hat sich voll und ganz bestätigt. Betrugen die täglich fälligen Einlagen privater Haushalte Ende Dezember 2016 noch 1.220,41 Milliarden Euro, so stiegen sie bis November 2017 um rund 94 Milliarden Euro auf 1.314,68 Milliarden Euro.

Festgeldzinsen

Beim Festgeld sind wir für 2017 von leicht anziehenden Zinsen ausgegangen und hatten im Januar 2017 Prognosen für die Entwicklung der Top5-Zinsen verschiedener Laufzeiten gemacht. Inwieweit sich diese Prognosen erfüllt haben, zeigt unser nachfolgender Vergleich mit den tatsächlichen Top5-Zinsen:

Vergleich der Top-Festgeldzinsen für 5.000 Euro von 12/2014 bis 12/2017
Laufzeit Dezember 2014 Dezember 2015 Dezember 2016 Dezember 2017 (Prognose) Dezember 2017 (Ist-Werte)
6 Monate 1,30% 1,50% 1,25% 1,30% 0,85%
12 Monate 1,50% 1,65% 1,35% 1,40% 1,26%
24 Monate 1,80% 1,80% 1,60% 1,60% 1,33%
36 Monate 2,20% 1,90% 1,75% 1,85% 1,35%
48 Monate 2,20% 1,85% 1,85% 2,00% 1,80%
60 Monate 2,10% 1,90% 2,00% 2,00% 1,95%
120 Monate 2,60% 2,10% 2,00% 2,50% 2,40%
Hinweis: die aktuellen Zinsen für Festgeld können Sie unserem Festgeldvergleich entnehmen.
Stand: 03.01.2018, Quelle: eigene Berechnungen

 

Vergleich der Top-Festgeldzinsen für 25.000 Euro von 12/2014 bis 12/2017
Laufzeit Dezember 2014 Dezember 2015 Dezember 2016 Dezember 2017 (Prognose) Dezember 2017 (Ist-Werte)
6 Monate 1,30% 1,60% 1,25% 1,30% 0,85%
12 Monate 2,50% 1,75 % 1,60% 1,60% 1,26%
24 Monate 2,00% 1,90% 1,60% 1,75% 1,33%
36 Monate 3,30% 2,10% 1,80% 2,00% 1,70%
48 Monate 2,20% 2,10% 1,90% 2,00% 1,90%
60 Monate 3,70% 2,50% 2,00% 2,10% 2,00%
120 Monate 3,70% 2,50% 2,50% 2,50% 2,40%
Hinweis: die aktuellen Zinsen für Festgeld können Sie unserem Festgeldvergleich entnehmen.
Stand: 03.01.2017, Quelle: eigene Berechnungen

Leit- und Einlagenzins der EZB

"Für den Euroraum erwarten wir keine Anhebung des Leitzinses durch die EZB in 2017"

Mit dieser Prognose lagen wir genau richtig, was angesichts der unter dem Zielkorridor der EZB liegenden Inflationsrate und dem weiter laufenden Anleihekaufprogramm nicht sonderlich schwer war.

Leitzinsen in den USA

"Wir sehen den Leitzins in den USA bis Ende 2017 bei 1,25 Prozent – angehoben mit zwei Zinsschritten um jeweils 25 Basispunkte."

Bei der Anzahl der Zinsschritte haben wir die Entschlossenheit der FED unterschätzt. Insgesamt dreimal hat diese in 2017 den Leitzins um jeweils 25 Basispunkte auf aktuell 1,50 Prozent angehoben.

Renditen für Staatsanleihen der Eurozone

"Wir erwarten bis Ende 2017 einen Anstieg der Umlaufrendite zehnjähriger Bundesanleihen auf 0,80 Prozent."

Hier waren wir deutlich zu optimistisch. Die anhaltenden Anleihekäufe der EZB haben dafür gesorgt, dass selbst zehnjährige Bundesanleihen derzeit nur mit einer Rendite von um die 0,42 Prozent notieren. Ganz im Gegensatz dazu die Situation in den USA, wo die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen bei um die 2,00 Prozent notieren.

Was die Renditen europäischer Staatsanleihen angeht, so reichen diese von positiv ab einem Jahr Laufzeit wie etwa in Großbritannien, Kroatien oder Polen, bis hin zu negativ bis zehn Jahre Laufzeit für die Schweiz. Deutsche Bundesanleihen notieren derzeit bis einschließlich sieben Jahre Laufzeit mit negativer Rendite.

Zinsen und Rendite von Lebensversicherungen

"Für 2017 erwartet die Ratingagentur Assekurata eine laufende Verzinsung von 2,54 Prozent – ein erneuter Rückgang um elf Prozent."

Mit 2,48 Prozent [1] wurde die prognostizierte laufende Verzinsung von Kapitallebensversicherungen sogar noch untertroffen und betrug am Ende des Jahres fast 13 Prozent.

Goldpreis

"Für 2017 erwarten wir eine anziehende Inflation und damit verbunden auch einen Anstieg des Goldpreises um weitere zehn Prozent auf 1.200 Euro. Da wir den Euro bis zum Jahresende auf Parität zum US-Dollar erwarten, würde das auch einen Goldpreis von 1.200 US-Dollar bedeuten."

Auf USD-Basis wurde unsere Prognose deutlich übertroffen. Der Goldpreis legte von 1.169 US-Dollar auf über 1.316 US-Dollar [2] je Feinunze zu - ein Zuwachs um 12,6 Prozent. Da wir bei der Entwicklung des Wechselkurses von EUR zu US-Dollar aber komplett auf dem falschen Fuß erwischt wurden, lagen wir mit unserer Prognose für den Goldpreis in Euro deutlich daneben. Mit knapp 1.097 Euro [3] notiert dieser deutlich unter dem Wert von 1.114.50 Euro vom 04.01.2017.

Aktien

"Bei Aktien erwarten wir daher weitere Aufwärtsbewegungen unter erheblichen Schwankungen. Die Volatilität wird weiter hoch bleiben oder sogar noch zunehmen. Anleger müssen also starke Nerven mitbringen und sollten nicht gleich bei der ersten Korrektur oder Marktschwäche verkaufen. Unser Kursziel für den DAX liegt bis Ende 2017 bei 12.500 Punkten."

Unsere Prognose wurde sogar noch deutlich übertroffen. Unter erheblichen Schwankungen hat es der DAX 2017 von 11.584 auf 12.917 Punkte geschafft [4].

Zusammenfassung unserer Prognosen für 2017 und der tatsächlichen Werte

Unsere Prognosen für 2017 und die tatsächlichen Werte
Bereich Unsere Prognose Tatsächlicher Wert
Tagesgeldzinsen (Durchschnitt) 0,20 - 0,30% 0,18%
Tagesgeldzinsen (Top5) 1,00 bis 1,20% 0,60 bis 1,00%
Volumen täglich fälliger Einlagen Weiterer Anstieg auf 1.300 Mrd. EUR 1.314,677 Mrd. EUR
Festgeldzinsen können Ende 2017 leicht steigen, wenn die EZB ihr Anleihekaufprogramm auslaufen lässt für alle Laufzeiten gesunken
Inflation Eurozone 1,00% 1,54%
Kerninflation Eurozone 1,30% 1,00%
Inflation Deutschland 2,00% 1,77%
Kerninflation Deutschland 1,50% 1,52%
Realzinsen für Sparer auf Tagesgeld -1,30 bis -1,70% -1,62%
Leitzins Eurozone 0,00% 0,00%
Einlagenzins Eurozone -0,40% -0,40%
Rendite 10-jähriger Bundesanleihen 0,80% 0,42%
Wechselkurs EUR/USD 1,00 1,20
Leitzins USA 1,25% 1,50%
Goldpreis 1.200 Euro 1.097 Euro
Lebensversicherungen 2,54% 2,48%
DAX 12.500 Punkte 12.917 Punkte
Stand: 03.01.2018

Unsere Zinsprognosen 2018

Entwicklung der Tagesgeldzinsen in 2018

Unsere Statistiken zur Zinsentwicklung bei Tagesgeld zeigen seit Ende 2011 ein dauerhaftes Absinken des Zinsniveaus für Sparer auf. Von ihrem Hoch im November 2008 sind die Zinsen für Sparer bis heute um 96 Prozent gesunken. Vom 1. Januar 2017 bis zum 1. Januar 2018 sind die Zinsen von 0,23 Prozent auf 0,18 Prozent gesunken – ein erneuter Rückgang um rund 22 Prozent.

Statistik zur Entwicklung der Tagesgeldzinsen seit 2012
Quelle: eigene Berechnungen
Tagesgeldzinsen seit Januar 2012
Datum Zinssatz Veränderung
01.01.2012 2,10% -
01.01.2013 1,15% -45,24%
01.01.2014 0,70% -39,13%
01.01.2015 0,52% -25,71%
01.01.2016 0,39% -25,00%
01.01.2017 0,23% -41,00%
01.01.2018 0,18% -21,74%
Hinweis: den aktuellen Durchschnitt der Zinsen finden Sie in unserem Tagesgeldkonto-Vergleich »
Stand: 03.01.2018, Quelle: eigene Berechnungen

Seit September 2017 ist der Sinkflug der Tagesgeldzinsen erst einmal zum Erliegen gekommen. Der Durchschnittszins aller 126 derzeit von uns beobachteten Angebote liegt seitdem unverändert bei 0,18 Prozent. Für 2018 erwarten wir eine Seitwärtsbewegung bei den Tagesgeldzinsen. Die EZB will nach aktuellem Stand ihr Anleihekaufprogramm im September 2018 auslaufen lassen. Das bedeutet jedoch nicht, dass keine neuen Anleihen mehr gekauft werden, denn auslaufende Anleihen werden durch neue Anleihen zum gleichen Betrag ersetzt. Seitens der Banken besteht zumindest bis zum September 2018 daher keine Veranlassung, Sparern mehr Zinsen als unbedingt nötig zu zahlen.

Wir erwarten daher für 2018 ein gleichbleibendes Zinsniveau beim Tagesgeld innerhalb eines Bandes von 0,18 und 0,22 Prozent. Die Top5-Tagesgeldzinsen für Neukunden werden sich in einem Band zwischen 0,80 und 1,00 Prozent bewegen.

Prognose zur Entwicklung der Tagesgeldzinsen bis Ende 2018
Quelle: eigene Berechnungen
Entwicklung der Top5-Tagesgeldzinsen seit Juli 2017 + Prognose für 2018
Datum Zinssatz Veränderung
01.07.2017 0,91%  
01.08.2017 0,93% +2,20%
01.09.2017 0,80% -13,98%
01.10.2017 0,81% +1,25%
01.11.2017 0,80% -1,23%
01.12.2017 0,82% +2,50%
01.01.2018 0,76% -7,32%
01.01.2019 (Prognose) 0,80% +5,26%
Hinweis: Die aktuellen Top5-Angebote können Sie unserem Tagesgeldvergleich entnehmen.
Stand: 03.01.2018, Quelle: eigene Berechnungen
Prognose zur Entwicklung der Top5-Tagesgeldzinsen bis Ende 2018
Quelle: eigene Berechnungen

Für 2018 gehen wir für Neukunden von seitwärts laufenden Tagesgeldzinsen von durchschnittlich 0,20 Prozent aus. Bestandskunden müssen sich auf moderat sinkende Zinsen einstellen, denn immer wieder reagieren Banken mit Zinssenkungen auf einen zu regen Zuspruch durch Sparer. Die Top5-Zinsen sollten sich bei durchschnittlich 0,80 bis 1,00 Prozent bewegen. Wir raten Sparern daher, regelmäßig den Markt zu sondieren und das Tagesgeldkonto zu wechseln.

Um weiter sinkenden Zinsen zu entgehen und trotzdem in einem überschaubaren Zeitraum auf etwaige Zinssteigerungen reagieren zu können, empfehlen wir für 2018 Festgeld mit einer Laufzeit von zwölf Monaten. Wie sich mit unserem Festgeldrechner schnell ermitteln lässt, sind so noch bis zu 1,26 Prozent Zinsen p.a. bei Banken aus der Eurozone und bis zu 0,95 Prozent Zinsen p.a. bei Banken aus Deutschland möglich.

Entwicklung täglich fälliger Einlagen

Ungeachtet der seit 2009 fast ununterbrochen sinkenden Zinsen rechnen wir auch für 2018 mit einem stetigen Wachstum der täglich fälligen Einlagen von Privathaushalten bei Banken. Ein wenig hat es den Anschein, dass die Sparer die sinkenden Zinsen dadurch ausgleichen, dass sie einfach mehr sparen.

Nach einem Anstieg der täglich fälligen Einlagen in 2017 um fast zehnProzent gehen wir für 2018 von einem Wachstum in ähnlicher Höhe aus. Das würde bedeuten, dass die Summe täglich fälliger Einlagen bis Ende 2018 in Richtung >1.400 Milliarden Euro anwachsen würde.

Statistik zur Entwicklung des Volumens täglich fälliger Einlagen
Quelle: eigene Berechnungen
Täglich fällige Einlagen deutscher Sparer
Datum Milliarden Euro Veränderung gegenüber Vorjahr
31.12.2012 841,703 -
31.12.2013 931,98 +10,73%
31.12.2014 1.007,229 +8,07%
31.12.2015 1.111,065 +10,31%
31.12.2016 1.220.41 +9,84%
31.12.2017 1.314,68 (11/2017) +9,98%
31.12.2018 1.390,00 (Prognose) +6,92% (Prognose)
Stand: 03.01.2017, Quelle: Deutsche Bundesbank, eigene Berechnungen

Entwicklung der Festgeldzinsen in 2018

Beim Festgeld ging es 2017 über alle Laufzeiten hinweg bergab mit den Zinsen.Für 5.000 Euro Einlage sank der Spitzenzins von 2,50 auf 2,00 Prozent pro Jahr und für 25.000 Euro Einlage von 2,50 auf 2,40 Prozent pro Jahr.

Entwicklung der Festgeldzinsen bis 2018
Quelle: eigene Berechnungen

Angesichts der Tatsache, dass die EZB nach derzeitigem Stand ihr Anleihekaufprogramm im September 2018 einstellt und danach nur noch im Bestand befindliche, auslaufende Anleihen durch neue Anleihen in derselben Größenordnung ersetzt, rechnen wir im dritten und vierten Quartal mit einem leichten Anstieg der Festgeldzinsen über alle Laufzeiten hinweg.

Prognose zur Entwicklung der Festgeldzinsen für 5.000 EUR Einlage bis Ende 2018
Quelle: eigene Berechnungen
Prognose zur Entwicklung der Festgeldzinsen für 25.000 EUR Einlage bis Ende 2018
Quelle: eigene Berechnungen
Vergleich der Top-Festgeldzinsen für 5.000 Euro von 12/2014 bis 12/2018
Laufzeit Dezember 2014 Dezember 2015 Dezember 2016 Dezember 2017 Dezember 2018 (Prognose)
6 Monate 1,30% 1,50% 1,25% 0,85% 0,90%
12 Monate 1,50% 1,65% 1,35% 1,26% 1,35%
24 Monate 1,80% 1,80% 1,60% 1,33% 1,50%
36 Monate 2,20% 1,90% 1,75% 1,35% 1,65%
48 Monate 2,20% 1,85% 1,85% 1,80% 1,90%
60 Monate 2,10% 1,90% 2,00% 1,95% 2,00%
120 Monate 2,60% 2,10% 2,00% 2,40% 2,50%
Hinweis: die aktuellen Zinsen für Festgeld können Sie unserem Festgeldvergleich entnehmen.
Stand: 03.01.2018, Quelle: eigene Berechnungen

 

Vergleich der Top-Festgeldzinsen für 25.000 Euro von 12/2014 bis 12/2018
Laufzeit Dezember 2014 Dezember 2015 Dezember 2016 Dezember 2017 Dezember 2018 (Prognose)
6 Monate 1,30% 1,60% 1,25% 0,85% 0,90%
12 Monate 2,50% 1,75 % 1,60% 1,26% 1,35%
24 Monate 2,00% 1,90% 1,60% 1,33% 1,50%
36 Monate 3,30% 2,10% 1,80% 1,70% 1,80%
48 Monate 2,20% 2,10% 1,90% 1,90% 2,00%
60 Monate 3,70% 2,50% 2,00% 2,00% 2,10%
120 Monate 3,70% 2,50% 2,50% 2,40% 2,50%
Hinweis: die aktuellen Zinsen für Festgeld können Sie unserem Festgeldvergleich entnehmen.
Stand: 03.01.2017, Quelle: eigene Berechnungen

Entwicklung der Inflation

Euro-Zone

Inflation (Harmonisierter Verbraucherpreisindex HVPI) und Kerninflation innerhalb der Eurozone lagen im Zeitraum von Januar bis November 2017 bei durchschnittlich 1,54 bzw. 1,00 Prozent. Im selben Zeitraum des Vorjahres lagen die Werte noch bei 0,16 bzw. 0,85 Prozent. Auch hier zeigt der 2017 erfolgte Anstieg von Energiepreisen und Löhnen seine Wirkung.

Für 2018 rechnen wir aufgrund weiter steigender Energiepreise sowie des nachhaltigen Wirtschaftswachstums und der damit einhergehenden Lohnerhöhungen innerhalb der Eurozone mit einem weiteren Anstieg der Inflation in Richtung 2,00 Prozent. Die Kerninflationsrate sehen wir mit 1,50 Prozent leicht oberhalb der EZB-Prognose.

Die EZB selber rechnet laut "Survey of Professional Forecasters" vom 4. Qurtal 2017 für 2018 mit einer Inflationsrate von 1,40 Prozent, die im langfristigen Ausblick bis 2022 auf 1,90 Prozent steigen soll.. [5]

Eurozone 2017 2018 2019 2022
Inflationsrate 1,50% 1,40% 1,60% 1,90%
Hinweis: die aktuellen sowie historischen Inflationsraten für die Eurozone können Sie unserer Statistik zur Entwicklung der Inflation in der Eurozone entnehmen.
Quelle: The ECB Survey of Professional Forecasters (SPF) – Fourth quarter of 2017, abgerufen am 03.01.2018

Die auf dem Fachportal Tradingeconomics.com abgegebenen Prognosen gehen für die Eurozone von folgenden Entwicklungen bei Inflationsrate und Kerninflation aus:

Eurozone 1. Quartal 2018 2. Quartal 2018 3. Quartal 2018 4. Quartal 2018 2020
Inflationsrate 1,70% 1,90% 1,90% 1,80% 2,10%
Kerninflation 1,40% 1,50% 1,50% 1,50% 1,90%
Hinweis: die aktuellen sowie historischen Inflationsraten für Deutschland können Sie unserer Statistik zur Entwicklung der Inflation in der Eurozone entnehmen.
Quelle: de.tradingeconomics.com, abgerufen am 03.01.2018

Deutschland

2017 war geprägt von einer anziehenden Inflation. Betrug die durchschnittliche Inflationsrate in Deutschland 2016 noch 0,49 Prozent, so stieg der Wert in 2017 auf 1,77 Prozent - mit einer Schwankungsbreite von 1,50 bis 2,20 Prozent. Die Kerninflation in Deutschland stieg von durchschnittlich 1,23 Prozent in 2016 auf 1,52 Prozent in 2017.

Nach wie vor moderat steigende Energiepreise sowie weiter steigende Löhne am Arbeitsmarkt lassen uns vermuten, dass die Inflation in 2018 weiterhin moderat anziehen wird. Wir erwarten dabei eine durchschnittliche Inflationsrate von 2,00 bis 2,10 Prozent sowie eine Kerninflationsrate von 1,80 bis 2,00 Prozent für 2018.

Die auf dem Fachportal Tradingeconomics.com abgegebenen Prognosen gehen für Deutschland von folgenden Entwicklungen bei Inflationsrate und Kerninflation aus:

Deutschland 1. Quartal 2018 2. Quartal 2018 3. Quartal 2018 4. Quartal 2018 2020
Inflationsrate 1,90% 2,00% 2,10% 2,20% 2,40%
Kerninflation 1,90% 1,90% 2,00% 2,30% 2,50%
Hinweis: die aktuellen sowie historischen Inflationsraten für Deutschland können Sie unserer Statistik zur Entwicklung der Inflation in Deutschland entnehmen.
Quelle: de.tradingeconomics.com, abgerufen am 03.01.2018

Die Wirtschaftswoche hat in ihrer Ausgabe 53 vom 22. Dezember 2017 eine Übersicht der Inflationserwartungen verschiedener Experten für 2018 veröffentlicht, die wir an dieser Stelle ergänzt um die Prognosen von Tradingeconomics.com sowie unserer eigenen Prognose wiedergeben wollen:

Organisation/Institut Inflationsrate 2017 Inflationsrate 2018
Deutsche Bundesbank 1,70% 1,60%
Commerzbank 1,70% 1,50%
DIW 1,70% 1,70%
EU-Kommission 1,50% 1,70%
Institut für Wirtschaft 1,70% 1,70%
ifo 1,80% 1,90%
HWWI 1,70% 1,80%
OECD 1,70% 1,80%
Sachverständigenrat 1,70% 1,80%
RWI 1,80% 1,90%
Franke-Media 2,00% 2,00%
Tradingeconomics.com 1,70% 2,05%
Quellen: Wirtschaftswoche, Ausgabe 53 vom 22. Dezember 2017, Tradingeconomics.com, eigene Angaben
Quelle: de.tradingeconomics.com, abgerufen am 03.01.2018

Entwicklung der Realzinsen für Sparer

Die Realzinsen für Tagesgeld-Sparer sind seit nunmehr 18 Monaten durchweg negativ und lagen 2017 zwischen -1,29 und -1,98 Prozent. Für 2018 gehen wir von weiterhin negativen Realzinsen aus. Diese Prognose ergibt sich aus den von uns erwarteten maximal leicht aufwärts tendierenden Tagesgeldzinsen in Kombination mit dem erwarteten Anstieg der Inflationsrate.

Gehen wir für 2017 von 0,18 bis 0,22 Prozent Zinsen im Durchschnitt aller von uns verglichenen Banken aus, so ergibt sich bei einer erwarteten Inflationsrate von 2,00 bis 2,10 Prozent (siehe unsere Prognosen zur Entwicklung der Inflationsrate in Deutschland weiter oben) eine erwartete Realrendite für Sparer von minus 1,78 bis minus 1,92 Prozent. Für die Top5-Angebote beim Tagesgeld erwarten wir einen Durchschnitt von 0,80 Prozent. Sparer könnten also auch mit den am besten verzinsten Tagesgeldern in 2018 keine positive Realrendite mehr erzielen. Einzig Festgelder böten noch ausreichend hohe Zinsen, um wenigstens den realen Werterhalt des angelegten Geldes zu garantieren - das aber erst bei Laufzeiten von drei Jahren oder mehr (siehe dazu unseren aktuellen Festgeldrechner)

Prognose zur Entwicklung der Realrendite für Sparer
Quelle: eigene Berechnungen

Entwicklung der Leitzinsen in 2018

Leitzinsen in den USA

Bei den US-Leitzinsen sind sich die Experten uneinig. Zwischen zwei und vier Zinsschritte nach oben werden erwartet. Die Mitglieder des Federal Open Market Committee, des Offenmarktausschusses der US-amerikanischen Notenbank Fed, gehen von drei Zinserhöhungen zu je 25 Basispunkten in 2018 aus [6]. Der Chef der Bank of England sieht zwei Zinsschritte in 2018 [7] und Goldman Sachs [8] sowie Dr. Ulrich Stephan, der Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank gehen von vier Zinsschritten zu je 25 Basispunkten in 2018 aus. Den besten Einblick in die Entwicklung der US-Wirtschaft haben unserer Meinung nach die Mitglieder des Offenmarktausschusses der US-amerikanischen Notenbank Fed. Daher schließen wir uns deren Prognose an.

Wir sehen den Leitzins in den USA bis Ende 2017 bei 2,25 Prozent – angehoben mit drei Zinsschritten um jeweils 25 Basispunkte.

Leitzinsen und Einlagenzinsen im Euroraum

Für den Euroraum erwarten wir keine Anhebung des Leitzinses durch die EZB in 2018. Das noch bis September laufende Anleihekaufprogramm der EZB verbietet der EZB im Grunde die Anhebung der Leitzinsen bis dahin.

Bis Ende 2018 sehen wir den Leitzins in der Eurozone daher unverändert bei 0,00 Prozent.

Prognose zur Entwicklung der Leitzinsen bis Ende 2018
Quelle: Federal Reserve, EZB, eigene Prognose

Beim Einlagenzins (dem Zins, den Banken für Einlagen bekommen, die sie auf ihrem Zentralbankkonto parken) erwarten wir 2017 ein unverändertes Niveau von minus 0,40 Prozent (die letzte Zinssenkung war hier im September 2016 von minus 0,30 auf minus 0,40 Prozent).

Prognose zur Entwicklung des Einlagenzinses der EZB bis Ende 2018
Quelle: EZB, eigene Prognose

Entwicklung der Anleiherenditen in 2017

Die EZB hat ihr Anleihekaufprogramm bis September 2018 verlängert. Das Ankaufvolumen pro Monat wird dabei ab Januar 2018 auf 30 Mrd. EUR gesenkt. Bis dahin wird also weiterhin Druck auf den Anleiherenditen sein und auch ab Oktober 2018 gibt es keine wirklich Entwarnung, denn auslaufende Anleihen, die sich im Besitz der EZB befinden, werden dann zunächst im selben Umfang durch neue Anleihen ersetzt, so dass die Gesamtsumme der gehaltenen Anleihen unverändert bleibt.

In Ihrem Beitrag "Banken rechnen für 2018 mit moderat steigenden Zinsen" hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) Prognosen von 27 Banken, Versicherern und anderen Institutionen zur Entwicklung der Rendite 10-jähriger Bundesanleihen gebeten. Die Bandbreite der Erwartungen reicht dabei von 0,50 bis 1,20 Prozent (zum Vergleich: am 3. Januar 2018 betrug die Rendite 0,42 Prozent).

Wir erwarten bis Ende 2018 einen Anstieg der Umlaufrendite zehnjähriger Bundesanleihen auf 0,80 Prozent. Das war zwar auch schon unsere Prognose für 2017, damals gingen wir jedoch davon aus, dass die EZB ihr Anleihekaufprogramm nicht bis ins 3. Quartal 2018 verlängern wird.

Prognose zur Entwicklung des Rendite zehnjähriger Bundesanleihen bis Ende 2018
Quelle: EZB, eigene Prognose

Entwicklung des Wechselkurses EUR/USD

Die sich in 2018 weiter öffnende Schere zwischen den Anleihezinsen der USA und Deutschlands sollte dem Euroraum zu Gute kommen. Höhere Zinsen in den USA implizieren eine höhere Nachfrage nach US-Dollar durch Anleger. Das drückt den Wechselkurs zum Euro und verbilligt somit Exporte auf Dollarbasis. Parallel verteuert es Einfuhren aus dem Dollar-Raum, wodurch Inflation gewissermaßen importiert wird. Wir erinnern uns: eine Inflation von um die zwei Prozent streben die Währungshüter der Eurozone an.

Wie interessierte Leser der unten stehenden Infografik der FAZ entnehmen können, rechnen die von der Redaktion befragten 27 Banken mit einem Euro-Dollar-Kurs von 1,12 bis 1,30 zum Jahresende 2018. Der Mittelwert liegt bei 1,18 Prozent, was auch in etwa dem aktuellen Euro-Dollar-Kurs von 1,20 (Stand 03.01.2018) entspricht. Wie schwierig die Schätzung des Wechselkurses ist, zeigt ein Blick auf Anfang 2017 abgegebenen Prognosen. Damals waren dieselben 27 Banken der Meinung, der Euro-Dollar-Kurs würde Ende 2017 bei 1,07 liegen, die Deutsche Bank ging sogar von einem Wechselkurs unterhalb von 1,00 aus. Auch wir lagen mit unserer prognostizierten Parität von Euro und US-Dollar komplett daneben.

Bis Ende 2018 rechnen wir mit einem Euro-Dollar-Kurs von 1,10. Unser Gedankengang: sollte die FED wirklich noch dreimal ihre Leitzinsen anheben, müsste die Nachfrage nach US-Staatsanleihen aufgrund des noch größeren Spreads gegenüber deutschen Bundesanleihen weiter steigen. Da US-Staatsanleihen in US-Dollar gekauft werden, impliziert das eine höhere Nachfrage nach US-Dollar und das drückt den Euro-Dollar-Kurs, da es den Dollar stärkt und den Euro schwächt. Es bleibt natürlich abzuwarten, inwiefern andere Effekte wie Wirtschaftswachstum und Inflationserwartungen dieser Entwicklung entgegenstehen.

Nachfolgend die Prognosen der FAZ im bereits weiter oben angesprochenen Artikel "Banken rechnen für 2018 mit moderat steigenden Zinsen":

Prognosen zur Zinsentwicklung 2018 der FAZ

Quelle: FAZ.net

Zinsen und Renditen von Lebensversicherungen

Die anhaltende Niedrigzinsphase macht Lebensversicherern weiterhin zu schaffen. Der Garantiezins wurde 2017 erneut gesenkt -  von 1,25 auf 0,90 Prozent - und die tatsächlichen Renditen der Policen sinken seit Jahren. Betrug der Mittelwert der laufenden Verzinsung 2013 noch 3,58 Prozent, ging diese in 2017 auf 2,48 Prozent zurück [1].

Für 2018 erwarten Marktteilnehmer einen weiteren Rückgang der Renditen von Lebensversicherungen, da die ersten Assekuranzen bereits ihre Überschüsse für 2018 gesenkt haben [9]. Die erwartete Gesamtverzinsung von Kapitallebensversicherungen für 2018 wird die ASSEKURATA Assekuranz Rating-Agentur GmbH in ihrer für den 5. Februar 2018 geplanten Studie veröffentlichen.

Wir gehen davon aus, dass die Gesamtverzinsung 2018 weiter rückläufig sein wird, wenngleich der Rückgang weniger stark ausfallen wird als in 2017. Unsere Prognose ist eine Gesamtverzinsung zwischen 2,40 und 2,45 Prozent für 2018 bei den klassischen Kapitallebensversicherungen.

 

Entwicklung der laufenden Verzinsung von Lebensversicherungen 2013 bis 2017
Jahr laufende Verzinsung der Lebensversicherer Veränderung
2013 3,58% -
2014 3,37% -5,87%
2015 3,19% -5,34%
2016 2,86% -10,34%
2017 2,48% -13,30 %
2018 2,40-2,45% (Prognose)  
Stand: 03.01.2018, Quelle: Assekurata, eigene Berechnungen
Prognose zur Entwicklung der Rendite von Lebensversicherungen bis Ende 2018
Quelle: Assekurata

Alternativen für Sparer

Gold

Der Goldpreis legte 2017 von 1.169 US-Dollar auf über 1.316 US-Dollar [2] je Feinunze zu - ein Zuwachs um 12,6 Prozent. Da wir bei der Entwicklung des Wechselkurses von EUR zu US-Dollar aber komplett auf dem falschen Fuß erwischt wurden, lagen wir mit unserer Prognose für den Goldpreis in Euro deutlich daneben. Mit knapp 1.097 Euro [3] notiert dieser deutlich unter dem Wert von 1.114.50 Euro vom 04.01.2017.

Für 2018 erwarten wir eine weiter anziehende Inflation und damit verbunden auch einen Anstieg des Goldpreises um weitere zehn Prozent auf 1.450 US-Dollar. Da wir von einem Euro-Dollar-Kurs von 1,10 (aktuell 1,20, Stand 03.01.2018) ausgehen, würde das einen Goldpreis von 1.320 Euro bedeuten.


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Goldpreise je Unze in Euro und US-Dollar zum 04.01.2013 bis 2018
Datum Goldpreis in Euro je Unze Veränderung Goldpreis in US-Dollar je Unze Veränderung
04.01.2013 1.273,10 EUR - 1.656,55 USD -
04.01.2014 907,31 EUR -28,73% 1.237,03 USD -25,32%
04.01.2015 986,17 EUR +8,69% 1.187,64 USD -3,99%
04.01.2016 991,89 EUR +0,58% 1.077,23 USD -9,30%
04.01.2017 1.114,49 EUR +12,36% 1.168,88 USD +8,51%
04.01.2018 1.096,67 EUR -1,60% 1.316,50 USD +12,63%
04.01.2019 1.320,00 EUR (Prognose) +20,36% 1.450,00 USD (Prognose) +10,00%
Stand: 04.01.2018, Quelle: Finanzen.net
Prognosen zur Entwicklung des Goldpreises bis Ende 2018
Quelle: Finanzen.net, eigene Prognosen

Für uns gehört Gold mit einer Gewichtung von mindestens zehn Prozent in jedes Portfolio. Anleger sollten dabei auf Münzen und Barren oder ETFs mit der Option zur physischen Auslieferung des gekauften Goldes setzen. Um bei kleineren Anlagesummen keinen zu großen Aufschlag auf den Goldpreis zahlen zu müssen bzw. um regelmäßig kleinere Beträge in Gold anzulegen, empfehlen sich so genannte Goldsparpläne, die ab 50 EUR monatlicher Sparrate verfügbar sind. Unser Schwesterportal Brokervergleich.de hat einige der besten dieser Sparpläne gegenübergestellt:

Zum Goldsparplan-Vergleich »


Logo der Consorsbank Tipp: Seit Mitte Dezember 2016 können die 20 wichtigsten Goldbarren und Münzen in Deutschland übrigens auch über die Consorsbank gehandelt und gegen eine Gebühr von 0,60 Prozent pro Jahr in den Tresoren der Pro Aurum GmbH aus München gelagert werden. Alles, was Anleger dazu benötigen, ist ein kostenloses Depot bei der Consorsbank

Aktien

An Aktien führt unserer Meinung nach auch 2018 kein Weg vorbei - vor allem unter dem Aspekt des durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV). Während der DAX derzeit ein KGV von rund 14,6 aufweist, liegt das auf dem Kehrwert der Rendite basierende KGV von Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit bei rund 238 (1 / 0,42%). Selbst US-Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit, die derzeit mit 2,33 Prozent Rendite pro Jahr aufwarten, weisen damit ein KGV von 43 auf.

Zwar liegt das historisch durchschnittliche KGV des DAX bei 15 und damit nur minimal über dem derzeitigen KGV, jedoch sollte dieses unserer Meinung nach den KGVs anderer Anlageklassen gegenübergestellt werden. Wenn, wie eben erwähnt, das KGV deutscher Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit bei rund 238 liegt und Anlageklassen wie Immobilien nur noch Mietrenditen von 3,5 bis 4,5 Prozent einbringen, rechtfertigt dies auch ein höheres KGV am Aktienmarkt.

Bei Aktien erwarten wir daher weitere Aufwärtsbewegungen unter erheblichen Schwankungen. Die Volatilität wird weiter hoch bleiben oder sogar noch zunehmen. Anleger müssen also starke Nerven mitbringen und sollten nicht gleich bei der ersten Korrektur oder Marktschwäche verkaufen. Unser Kursziel für den DAX liegt bis Ende 2018 bei 14.500 Punkten.

Da der Kauf einzelner Aktien für Kleinanleger oft ein zu großes Klumpenrisiko darstellt, also zu wenig verschiedene Aktien in vernünftiger Menge gekauft werden können, empfehlen wir Anlegern, auf Fonds oder ETFs zu setzen. Im Zusammenhang mit der Tatsache, dass weder Sparformen noch Anleihen attraktive Zinsen abwerfen, lohnt sich ein Blick auf gute Dividendenfonds und –ETFs, denn bereits 2016 war immer wieder zu hören: Dividenden sind die neuen Zinsen. Wie viel an diesem Spruch dran ist, zeigt ein Vergleich der durchschnittlichen Dividendenrendite der DAX30-Unternehmen mit der Umlaufrendite deutscher Anleihen und den Zinsen für täglich fällige Einlagen:

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Quellen:

  • Deutsche Bundesbank
  • finitmat.de

Anlegern, die sich den Aufbau eines eigenen Portfolios aus Aktien, Fonds oder ETFs nicht zutrauen, empfehlen wir einen Blick auf unseren Robo-Advisor Vergleich. Die noch recht junge Garde der so genannten Robo-Advisor hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Geldanlage an der Börse für Einsteiger so einfach wie möglich zu gestalten. Dabei setzen sie auf Algorithmen und mathematische Modelle, nach denen sie Geld möglichst automatisiert anlegen. Je nach Anlagehorizont und Risikoneigung bieten sie Anlegern eine Vielzahl an fertigen Portfolios an, in die mit wenigen Mausklicks investiert werden kann.


Tipp: In 2018 sollen die DAX30-Unternehmen insgesamt rund 35,3 Milliarden Euro an Dividenden ausschütten [10]. Das würde einer durchschnittlichen Dividendenrendite von 2,80 Prozent entsprechen - mehr als sechsmal so viel, wie eine zehnjährige Bundesanleihe derzeit abwirft. Einen Überblick über empfehlenswerte Dividendenfonds und –ETFs liefert das Themenspecial unseres Schwesterportals Wertpapierdepot.net.

Quick Facts – unsere Prognosen für 2018

  • Tagesgeldzinsen bewegen sich seitwärts in einem Korridor von 0,18 bis 0,22 Prozent.
  • Durchschnittszinsen der fünf besten Angebote eines jeden Monats werden sich bei um die 0,80 Prozent bewegen.
  • Das Volumen täglich fälliger Einlagen bei Banken wird auch 2018 weiter steigen - auf geschätzte >1.400 Milliarden Euro
  • Festgeldzinsen sollten Ende 2018 leicht steigen, wenn die EZB ihr Anleihekaufprogramm auslaufen lässt
  • Inflation in der Euro-Zone steigt auf 2,00 Prozent, Kerninflation steigt auf 1,50 Prozent
  • Inflation in Deutschland steigt auf 2,00 bis 2,10 Prozent, Kerninflation auf 1,80 bis 2,00 Prozent
  • Realzinsen für Sparer aufs Tagesgeld werden deutlich sinken - auf minus 1,78 bis minus 1,92 Prozent
  • Leitzins in der Eurozone bleibt 2017 unverändert bei 0,00 Prozent
  • Leitzins in den USA könnte dreimal um jeweils 25 Basispunkte erhöht werden und Ende 2018 bei 2,25 Prozent stehen
  • Einlagenzins der EZB bleibt unverändert bei minus 0,40 Prozent
  • Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen steigt auf 0,80 Prozent
  • Der Wechselkurs von Euro zum US-Dollar sinkt auf 1,10
  • Laufende Verzinsung von Lebensversicherungen sinkt weiter - auf 2,45 bis 2,50 Prozent
  • Gold kann auf Euro- als auch auf Dollarbasis zulegen auf 1.320 EUR bzw. 1.450 USD
  • Steigende Kurse an den Aktienmärkten aber unter zunehmender Volatilität, DAX Ende 2018 bei 14.500 Punkten
  • Dividenden sind auch 2017 die neuen Zinsen – Nachfrage nach Dividendenfonds und –ETFs wird weiter steigen

Zinsprognose bis Ende 2018 - wichtigste Fakten im Überblick

Was kommt auf Sparer in Deutschland zu?

Eine weiter anziehende Inflation bei anhaltend niedrigen Zinsen. Das ist es, was deutsche Sparer in 2018 erwarten dürfte. Es lohnt sich daher bei der Suche nach guten Zinsen, über die Landesgrenzen hinaus zu schauen.

In unserem Rechner listen wir seit Markteintritt die Angebote von Festgeldmarktplätzen wie WeltSparen, Savedo und Zinspilot. Sparern, die für höhere Zinsen einen Teil ihres Geldes auch im Ausland anlegen würden, sei ein Blick auf die entsprechenden Angebote empfohlen – aber bitte immer im Rahmen der gesetzlichen Einlagensicherung! Wer alle Angebote der drei genannten Zinsmarktplätze auf einen Blick vergleichen will, der wird in unserem Zinsbroker-Test fündig.

Die nach wie vor historisch niedrigen Renditen von Anleihen in Deutschland sowie deren Kursrisiken bei den ersten Zinsschritten nach oben machen Anleihen in 2018 zu einer aus unserer Sicht nicht wirklich empfehlenswerten Anlageklasse.

An Aktien hingegen führt unserer Meinung nach auch 2018 kein Weg vorbei. Ein im Vergleich zu Anleihen moderates KGV sowie das Fehlen jedweder Anlagealternativen macht es für Normalsparer so gut wie unmöglich, abseits des Aktienmarktes auskömmliche Renditen zu erzielen.

Quellen

[1] Übersicht über die Gewinnbeteiligungen für 2017

[2] Finanzen.net - Goldpreis in US-Dollar

[3] Finanzen.net - Goldpreis in Euro

[4] Comdirect.de - DAX Performance-Index

[5] ECB Survey of Srofessional Forecasters

[6] Deka Makro Research vom 21. September 2017

[7] Wiwo.de - Einschätzung der Bank of England

[8] Finanzen.net - Goldman Sachs Zinsschritte in USA 2018

[9] Versicherungsbote.de - erste Versicherer senken Überschussbeteiligung 2018

[10] Handelsblatt.de - DAX-Prognose 2018

Archiv: unsere Prognosen der Vorjahre