Zinsprognose 2020

Wie die letzten Jahre üblich, hatten wir auch im vergangenen Jahr eine Zinsprognose für 2019 gewagt. Diese Reihe setzen wir nun fort mit unseren Einschätzungen zur Zinsentwicklung im Jahr 2020.

Rückblick auf unsere Zinsprognosen 2019

Beginnen wollen wir mit einer Analyse der von uns zu Beginn des vergangenen Jahres getätigten Prognosen:

Tagesgeld - Zinsen

"Wir erwarten daher für 2019 ein gleichbleibendes Zinsniveau beim Tagesgeld für das erste Halbjahr innerhalb eines Bandes von 0,17 und 0,18 Prozent. Für das zweite Halbjahr gehen wir von einem Anstieg der Zinsen auf 0,18 bis 0,20 Prozent aus. Die Top-5-Tagesgeldzinsen für Neukunden sollten sich im Jahresverlauf in einem Band zwischen 0,60 und 1,00 Prozent bewegen."

Mit dieser Prognose lagen wir gar richtig - bis die EZB erneute Anleihekäufe und eine weitere Senkung der Einlagenzinsen ankündigte. Unsere Statistiken zur Zinsentwicklung bei Tagesgeld im Monatsvergleich zeigt, dass sich die durchschnittlich aufs Tagesgeld gezahlten Zinsen der von uns beobachteten Banken im 1. Halbjahr 2019 zwischen 0,18 und 0,19 Prozent bewegten, durch die Ankündigungen der EZB dann aber im Verlauf der zweiten Jahreshälfte auf schlussendlich 0,13 Prozent nachgaben. Auch die Top5-Zinsen lagen mit 0,53 Prozent deutlich unter unseren Erwartungen.

Tagesgeld - Einlagen

"Nach einem Anstieg der täglich fälligen Einlagen in 2018 um mehr als sechs Prozent gehen wir für 2019 von einem Wachstum in ähnlicher Höhe aus. Das würde bedeuten, dass die Summe täglich fälliger Einlagen bis Ende 2019 in Richtung 1.550 Milliarden Euro anwachsen würde."

Unsere Einschätzung hat sich voll und ganz bestätigt. Betrugen die täglich fälligen Einlagen privater Haushalte Ende Dezember 2018 noch 1.432,861 Milliarden Euro, so stiegen sie bis Ende November 2019 um rund 117,581 Milliarden Euro auf 1.550,442 Milliarden Euro.

Zum Tagesgeld-Vergleich »

Festgeldzinsen

Beim Festgeld sind wir für das zweite Halbjahr 2019 aufgrund des für September 2018 geplanten Endes des Anleihekaufprogramms der EZB von leicht anziehenden Zinsen über alle Laufzeiten hinweg ausgegangen. Inwieweit sich diese Prognosen erfüllt haben, zeigt unser nachfolgender Vergleich mit den tatsächlichen Top5-Zinsen:

Vergleich der Top-Festgeldzinsen für 25.000 Euro von 12/2016 bis 12/2019
Laufzeit Dezember 2016 Dezember 2017 Dezember 2018 Dezember 2019 (Prognose) Dezember 2019 (Ist-Werte)
6 Monate 1,25% 0,85% 0,91% 1,00% 0,90%
12 Monate 1,35% 1,26% 1,25% 1,30% 1,16%
24 Monate 1,60% 1,33% 1,40% 1,50% 1,35%
36 Monate 1,75% 1,35% 1,45% 1,50% 1,45%
48 Monate 1,85% 1,80% 1,65% 1,75% 1,60%
60 Monate 2,00% 1,95% 1,85% 2,00% 1,75%
120 Monate 2,00% 2,40% 2,20% 2,30% 2,00%
Hinweis: die aktuellen Zinsen für Festgeld können Sie unserem Festgeldvergleich entnehmen.
Stand: 21.01.2020, Quelle: eigene Berechnungen

Für alle Laufzeiten lag unsere Prognose leicht über den tatsächlichen Zinsen. Eine Ursache dafür sehen wir in der Senkung des Einlagenzinses der EZB von -0,40 auf -0,50 Prozent im 2. Halbjahr 2019 sowie der Wiederaufnahme des Anleihekaufprogrammes..

Zum Festgeld-Vergleich »

Leit- und Einlagenzins der EZB

"Bis Ende 2019 sehen wir den Leitzins in der Eurozone bei 0,25 Prozent."

Mit dieser Prognose lagen wir daneben. Nicht nur wurde die 2019 in Aussicht gestellte Leitzinserhöhung in 2019 nicht durchgeführt, die EZB hat darüber hinaus den negativen Einlagenzins für Zentralbankguthaben von minus 0,40 auf minus 0,50 Prozent gesenkt sowie ihr Anleihekaufprogramm mit einem Volumen von 20 Milliarden Euro pro Monat wiederaufleben lassen.

Leitzinsen in den USA

"Wir sehen den Leitzins in den USA bis Ende 2019 bei 2,75 Prozent – angehoben mit einem Zinsschritt um 25 Basispunkte."

Auch mit dieser Prognose lagen wir daneben. Die für 2019 erwartete Zinserhöhung um 25 Basispunkte erfolgte nicht. Stattdessen gab es im 2. Halbjahr 2019 gleich drei Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte, so dass der Leitzins in den USA Ende 2019 bei nur noch 1,75 Prozent lag.

Renditen für Staatsanleihen der Eurozone

"Wir erwarten bis Ende 2019 einen Anstieg der Umlaufrendite zehnjähriger Bundesanleihen auf 0,80 Prozent. Das war zwar auch schon unsere Prognose für 2018, damals gingen wir jedoch davon aus, dass die EZB ihr Anleihekaufprogramm nicht bis Dezember 2018 verlängern wird."

Hier hat uns die Ankündigung der Wiederaufnahme des Anleihekaufprogramms durch die EZB im Volumen von 20 Milliarden Euro pro Monat einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mit der Rendite für Bundesanleihen mit 9 bis 10 Jahren Restlaufzeit, die für Deutschland und die Eurozone den so genannten "risikolosen Zinssatz" angeben, ging es hinunter bis auf minus 0,65 Prozent im August 2019. Von diesem Tief hat sich die Umlaufrendite bis Ende Dezember 2019 auf immerhin minus 0,30 Prozent erholen können, dennoch liegt das weit jenseits dessen, was wir uns vorstellen konnten.

Was die Renditen europäischer Staatsanleihen angeht, so reichen diese von positiv ab einem Jahr Laufzeit wie etwa in Großbritannien, Kroatien, Norwegen oder Polen, bis hin zu negativ bis zehn Jahre Laufzeit für die Schweiz, die Niederlande oder Belgien. Deutsche Bundesanleihen notieren derzeit ebenfalls bis einschließlich zehn Jahre Laufzeit mit negativer Rendite (alle Laufzeiten und Länder im Überblick: Zinsstrukturkurve und Anleihenmatrix).

Zinsen und Rendite von Lebensversicherungen

"Wir gehen davon aus, dass sich die Gesamtverzinsung 2019 auf oder leicht über dem Niveau aus 2018 einfinden wird. Unsere Prognose ist eine Gesamtverzinsung zwischen 2,35 und 2,40 Prozent für 2019 bei den klassischen Kapitallebensversicherungen."

Mit 2,33 Prozent [1] wurde die von uns prognostizierte laufende Verzinsung von Kapitallebensversicherungen sogar noch untertroffen. Der Rückgang gegenüber 2018 betrug allerdings nur einen Basispunkt.

Goldpreis

"Für 2019 erwarten wir aufgrund der Unwägbarkeiten wie Brexit, den notleidenden Krediten in Griechenland, dem schwelenden Handelskrieg zwischen den USA und China und den damit verbundenen Turbulenzen an den Börsen einen Anstieg des Goldpreises um fünf Prozent auf 1.350 US-Dollar. Da wir von einem Euro-Dollar-Kurs von 1,10 (aktuell 1,15, Stand 10.01.2019) ausgehen, würde das einen Goldpreis von 1.225 Euro bedeuten."

Gold erlebte 2019 ein wahres Comeback. Damit lagen wir mir unserer Prognose deutlich zu niedrig. Der Goldpreis lag am 31. Dezember 2019 bei 1.520,40 US-Dollar bzw. 1.353,39 Euro je Feinunze - ein Anstieg um 36 Prozent in US-Dollar bzw. 21 Prozent in Euro. [2] Der Euro-Dollar-Kurs entwickelte sich hingegen genau in die von uns prognostizierte Richtung und lag am Ende des Jahren bei 1,1187. [3].

Aktien

"Da die weiter oben genannten Unsicherheiten in den aktuellen Kursen eingepreist sein dürften, erwarten wir für 2019 eine Aufwärtsbewegung unter erheblichen Schwankungen. Die Volatilität wird weiter hoch bleiben oder sogar noch zunehmen. Anleger müssen also starke Nerven mitbringen und sollten nicht gleich bei der ersten Korrektur oder Marktschwäche verkaufen. Unser Kursziel für den DAX liegt bis Ende 2019 bei 12.000 Punkten."

Hierzu fallen uns nur zwei Bonmots ein: 1. "Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen" von Karl Valentin und 2. ""Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.". Zusammengefasst: nachdem es im Januar noch einmal kurz auf knapp über 10.400 Punkte runterging, legte der DAX den Vorwärtsgang ein, um Ende des Jahres mit einem Plus von 26,90 Prozent auf 13.249 Punkten zu schließen. [4]. Damit hat er unsere Prognose weit übertroffen.

Zusammenfassung unserer Prognosen für 2018 und der tatsächlichen Werte

Unsere Prognosen für 2018 und die tatsächlichen Werte
Bereich Unsere Prognose Tatsächlicher Wert
Tagesgeldzinsen (Durchschnitt) 0,18 - 0,22% 0,13%
Tagesgeldzinsen (Top5) 0,60 bis 1,00% 0,53%
Volumen täglich fälliger Einlagen Weiterer Anstieg auf 1.550 Mrd. EUR 1.550,442 Mrd. EUR (11/2018)
Festgeldzinsen leichter Anstieg für alle Laufzeiten für alle Laufzeiten gesunken, 0,05 bis 0,30 Prozentpunkte unter unserer Prognose
Inflation Eurozone 1,50% 1,30%
Kerninflation Eurozone 1,00% 1,30%
Inflation Deutschland 1,50 bis 2,00% 1,50%
Kerninflation Deutschland 1,50% 1,40%
Realzinsen für Sparer auf Tagesgeld -1,30 bis -1,82% -1,37%
Leitzins Eurozone 0,25% 0,00%
Einlagenzins Eurozone -0,20% -0,50%
Rendite 10-jähriger Bundesanleihen 0,80% -0,30%
Wechselkurs EUR/USD 1,10 1,1187
Leitzins USA 2,75% 1,75%
Goldpreis in US-Dollar 1.350 USD 1.520,40 USD
Goldpreis in Euro 1.225 EUR 1.353,39 EUR
Lebensversicherungen (Gesamtverzinsung) 2,35 bis 2,40% 2,33%
DAX 12.000 Punkte 13.249 Punkte
Stand: 22.01.2020

Unsere Zinsprognosen 2020

Entwicklung der Tagesgeldzinsen in 2020

Unsere Statistiken zur Zinsentwicklung bei Tagesgeld zeigen seit Ende 2011 ein dauerhaftes Absinken des Zinsniveaus für Sparer auf. Von ihrem Hoch im November 2008 sind die Zinsen für Sparer bis heute um 97,6 Prozent und vom 1. Januar 2012 bis zum 1. Januar 2020 um 95 Prozent gesunken, wie unsere nachfolgenden Daten zeigen. Vom 1. Januar 2019 bis zum 1. Januar 2020 haben die Zinsen aufs Tagesgeld noch einmal deutlich nachgegeben. Unsere Statistiken ergeben für diesen Zeitraum einen Rückgang von 0,18 auf 0,11 Prozent, also um fast 40 Prozent.

Statistik zur Entwicklung der Tagesgeldzinsen seit 2012
Quelle: eigene Berechnungen
Tagesgeldzinsen seit Januar 2012
Datum Zinssatz Veränderung kumuliert Veränderung ggü. Vorjahr
01.01.2012 2,10% - -
01.01.2013 1,15% -45,24% -45,24%
01.01.2014 0,70% -66,67% -39,13%
01.01.2015 0,52% -75,24% -25,71%
01.01.2016 0,39% -81,43% -25,00%
01.01.2017 0,23% -89,05% -41,03%
01.01.2018 0,18% -91,43% -21,74%
01.01.2019 0,18% -91,43% -0,00%
01.01.2020 0,11% -97,60% -38,89%
Hinweis: Den aktuellen Durchschnitt der Tagesgeldzinsen aller von uns beobachteten Angebote finden Sie in unserem Tagesgeldrechner »
Stand: 22.01.2020, Quelle: eigene Berechnungen

Seit dem vierten Quartal 2019 kauft die EZB wieder Anleihen - diesmal im Volumen von 20 Milliarden Euro pro Monat - und sie hat den Einlagenzins für Zentralbankguthaben der Banken von -0,40 auf -0,50 Prozent erhöht.Seit November 2019 sorgt zwar ein neu eingeführter Freibetrag für Entlastung, jedoch sinken seit genau diesem Zeitpunkt die Zinsen für Sparer erneut. In 2020 werden wir es daher weiterhin mit folgender Gemengelage zu tun haben:

Die Sparer horten nach wie vor zu viel Geld bei ihren Banken (wir erinnern uns: alleine von Januar bis November 2019 stieg das Volumen täglich fälliger Einlagen privater Haushalte bei Banken um 117,581 Milliarden Euro auf rekordhohe 1.550,442 Milliarden Euro. Dem gegenüber steht eine wesentlich geringere Kreditnachfrage, was bedeutet, die Banken haben im Kerngeschäft - die Hereinnahme von Kundeneinlagen und die Herausgabe von Krediten - zu viele Einlagen, die nicht als Kredit weitergegeben werden können. Das erklärt auch die hohen Zentralbankguthaben von zuletzt 525,402 Milliarden Euro im Oktober 2019. Die Sparquote reagiert bereits auf die Niedrigzinsen und ist im 2. und 3. Quartal 2019 unter ihre Vorjahreswerte gesunken. Dennoch steigt das Volumen täglich fälliger Einlagen unvermindert, was den Druck auf die Banken erhöht, die Zinsen zu senken.

Wir erwarten daher für 2020 weiter sinkende Zinsen beim Tagesgeld innerhalb eines Bandes von 0,10 und 0,11 Prozent. Immer mehr Banken werden ihre Tagesgeldzinsen auf Null setzen oder marginale 0,01 bzw. gar 0,001 Prozent bieten. Die Top-5-Tagesgeldzinsen für Neukunden sollten sich im Jahresverlauf in einem Band zwischen 0,40 und 0,50 Prozent bewegen. Wir raten Sparern daher, regelmäßig den Markt zu sondieren und bei Bedarf das Tagesgeldkonto zu wechseln.

Prognose zur Entwicklung der Tagesgeldzinsen bis Ende 2020
Quelle: eigene Berechnungen
Entwicklung der Top5-Tagesgeldzinsen seit Juli 2019 + Prognose für 2020
Datum Zinssatz Veränderung ggü. Vormonat Veränderung kumuliert
01.07.2019 0,83% - -
01.08.2019 0,84% 1,20% 1,20%
01.09.2019 0,84% 0,00% 1,20%
01.10.2019 0,77% -8,33% -7,23%
01.11.2019 0,77% 0,00% -7,23%
01.12.2019 0,68% -11,69% -18,07%
01.01.2020 0,53% -22,06% -36,14%
01.01.2021 (Prognose) 0,50% -5,66% -39,76%
Hinweis: Die aktuellen Top5-Angebote können Sie unserem Tagesgeldvergleich entnehmen.
Stand: 22.01.2020, Quelle: eigene Berechnungen
Prognose zur Entwicklung der Top5-Tagesgeldzinsen bis Ende 2020
Quelle: eigene Berechnungen

Um sich planbare Zinsen zu sichern und trotzdem in einem überschaubaren Zeitraum auf etwaige Zinssteigerungen reagieren zu können, empfehlen wir auch für 2020 Festgeld mit einer Laufzeit von sechs bis zwölf Monaten. Wie sich mit unserem Festgeldrechner schnell ermitteln lässt, sind so noch bis zu 1,10 Prozent Zinsen p.a. bei Banken aus der Eurozone und bis zu 0,95 Prozent Zinsen p.a. bei Banken aus Ländern mit einem Rating von AAA oder AA möglich. Die aktuellen Top5 der Banken mit den besten Zinsen aufs 12-Monats-Festgeld aus Ländern mit einem Rating von mindestens AA sowie aus Ländern mit einem Rating von A oder niedriger können Sie unserer täglich aktualisierten Statistik zur Zinsen der besten Banken entnehmen.

Entwicklung täglich fälliger Einlagen

Ungeachtet der seit 2009 fast ununterbrochen sinkenden Zinsen rechnen wir auch für 2020 mit einem stetigen Wachstum der täglich fälligen Einlagen von Privathaushalten bei Banken. Ein wenig hat es den Anschein, dass die Sparer die sinkenden Zinsen dadurch ausgleichen, dass sie einfach mehr sparen. Auch wenn die Sparquote im 2. und 3. Quartal 2019 unter ihren Vorjahreswerten lag, war der Rückgang mit jeweils 10 Basispunkten nur marginal.

Nach einem Anstieg der täglich fälligen Einlagen in 2019 um fast neun Prozent gehen wir für 2020 von einem Wachstum in ähnlicher Höhe aus. Das würde bedeuten, dass die Summe täglich fälliger Einlagen bis Ende 2020 in Richtung 1.690 Milliarden Euro anwachsen würde.

Statistik zur Entwicklung des Volumens täglich fälliger Einlagen
Quelle: eigene Berechnungen
Täglich fällige Einlagen deutscher Sparer
Datum Milliarden Euro Veränderung ggü. Vorjahr Veränderung kumuliert
31.12.2012 841,703 - -
31.12.2013 931,98 10,73% 10,73%
31.12.2014 1.007,229 8,07% 19,67%
31.12.2015 1.111,065 10,31% 32,00%
31.12.2016 1.220,41 9,84% 44,99%
31.12.2017 1.322,10 8,33% 57,07%
31.11.2018 1432,861 8,38% 70,23%
31.11.2019 1.550,442 (11/2019) 8,21% 84,20%
31.12.2020 (Prognose) 1.690,00 9,00% 100,78%
Stand: 22.01.2020, Quelle: Deutsche Bundesbank, eigene Berechnungen

Entwicklung der Festgeldzinsen in 2020

Beim Festgeld ging es 2019 für alle Laufzeiten mit den Zinsen abwärts. Der Spitzenzins - für 10 Jahre Anlagedauer geboten - sank von 2,20 auf 2,00 Prozent pro Jahr.

Entwicklung der Festgeldzinsen bis 2020
Quelle: eigene Berechnungen

Auch beim Festgeld wird das weiterhin steigende Volumen der Einlagen in Kombination mit einer nicht im selben Umfang zunehmenden Kreditnachfrage für weiteren Druck auf die Zinsen sorgen. Wir rechnen daher für 2020 mit weiter sinkenden Zinsen für alle Laufzeiten.

Prognose zur Entwicklung der Festgeldzinsen für 25.000 EUR Einlage bis Ende 2020
Quelle: eigene Berechnungen
Vergleich der Top-Festgeldzinsen für 25.000 Euro von 12/2016 bis 12/2019 + 12/2020 (Prognose)
Laufzeit Dezember 2016 Dezember 2017 Dezember 2018 Dezember 2019 Dezember 2020 (Prognose)
6 Monate 1,25% 0,85% 0,91% 0,90% 0,75%
12 Monate 1,35% 1,26% 1,25% 1,16% 1,00%
24 Monate 1,60% 1,33% 1,40% 1,35% 1,20%
36 Monate 1,75% 1,35% 1,45% 1,45% 1,35%
48 Monate 1,85% 1,80% 1,65% 1,60% 1,45%
60 Monate 2,00% 1,95% 1,85% 1,75% 1,50%
120 Monate 2,00% 2,40% 2,20% 2,00% 1,75%
Hinweis: die aktuellen Zinsen für Festgeld können Sie unserem Festgeldvergleich entnehmen.
Stand: 22.01.2020, Quelle: eigene Berechnungen

Entwicklung der Inflation

Euro-Zone

Inflation (Harmonisierter Verbraucherpreisindex HVPI) und Kerninflation innerhalb der Eurozone lagen 2019 bei durchschnittlich 1,20 bzw. 1,05 Prozent. Im selben Zeitraum des Vorjahres lagen die Werte noch bei 1,75 bzw. 0,98 Prozent.

Für 2020 rechnen wir mit einem Anstieg der Inflation (HVPI) auf 1,60 Prozent. Die Kerninflationsrate dürfte unserer Ansicht nach auf 1,50 Prozent steigen. Steigende Lohnabschlüsse, anziehende Ölpreise aufgrund der Unsicherheiten durch den Konflikt zwischen Iran und den USA sowie die Versorgung der Märkte mit immer mehr Liquidität seitens der EZB (wir erinnern uns: derzeit kauft die Europäische Zentralbank wieder Anleihen im Volumen von 20 Milliarden Euro pro Monat an) sollten der Inflation leichten Auftrieb geben.

Die EZB selber rechnet laut "Survey of Professional Forecasters" vom 4. Qurtal 2019 für 2020 mit einer Inflationsrate von 1,20 Prozent, die im mittelfristigen Ausblick bis 2021 auf 1,40 Prozent steigen soll.. [5]

Institution Inflation prognostiziert 2020
Survey of Professional Forecasters (EZB) 1,20%
Wirtschaftsweise 1,60%
Commerzbank 1,40%
Bankhaus Lampe 1,70%
Deutsche Bank 1,30%
IfW 1,50%
BayernLB 1,40%
DekaBank 1,40%
DZ Bank 1,30%
HCOB 1.50%
Helaba 1,60%
LBBW 1,50%
NORD/LB 1,20%
Durchschnitt 1,43%
Hinweis: die aktuellen sowie historischen Inflationsraten für die Eurozone können Sie unserer Statistik zur Entwicklung der Inflation in der Eurozone entnehmen.
Quelle: The ECB Survey of Professional Forecasters (SPF) – Fourth quarter of 2019, abgerufen am 22.01.2020, WirtschaftsWoche 53 vom 20.12.2019 Seite 18, VÖB Kapitalmarktprognose vom 16. Oktober 2019, abgerufen am 22.01.2020

Die auf dem Fachportal Tradingeconomics.com abgegebenen Prognosen gehen für die Eurozone von folgenden Entwicklungen bei Inflationsrate und Kerninflation aus [6]:

Eurozone 1. Quartal 2020 2. Quartal 2020 3. Quartal 2020 4. Quartal 2020 2020
Inflationsrate 1,20% 1,10% 1,20% 1,30% 1,40%
Kerninflation 1,20% 1,40% 1,40% 1,30% 1,50%
Hinweis: die aktuellen sowie historischen Inflationsraten für Deutschland können Sie unserer Statistik zur Entwicklung der Inflation in der Eurozone entnehmen.
Quelle: de.tradingeconomics.com, abgerufen am 22.01.2020

Deutschland

2019 war geprägt von einem Rückgang der Inflation bei gleichzeitigem Anstieg der Kerninflation. Betrug die durchschnittliche Inflationsrate in Deutschland 2018 noch 1,96 Prozent, so ging der Wert in 2019 auf 1,46 Prozent zurück - bei einer Schwankungsbreite von 1,10 bis 2,00 Prozent. Die Kerninflation in Deutschland stieg hingegen. Betrug sie 2018 durchschnittlich 1,34 Prozent, so lag stieg sie 2019 auf 1,44 Prozent - bei einer Schwankungsbreite von 1,10 bis 1,80 Prozent.

Steigende Lohnabschlüsse, die expansive Geldpolitik der EZB und ein robuster Ölpreis - nicht zuletzt dank der Krise zwischen den USA und dem Iran - sollten die Inflation leicht steigen lassen. Weiteren Aufschwung könnte eine Lockerung der Kreditvergabe bringen, da mehr vergebene Kredite eine höhere Nachfrage bedeuten, die wiederum höhere Preise nach sich zieht. Die immer weiter um sich greifenden Negativzinsen bei Banken und Sparkassen sorgen bei Sparern dafür, dass zum einen die Sparquote sinkt und zum anderen der Druck steigt, angespartes Geld entweder anders anzulegen (etwa mittels ETF-Sparplan oder Aktiensparplan) oder auszugeben. Unter Berücksichtigung all dieser Faktoren erwarten wir für 2020 eine moderat steigende Inflation in Deutschland von 1,60 bis 1,70 Prozent und eine Kerninflation von 1,70 bis 1,80 Prozent.

Institution Inflation prognostiziert 2020
BayernLB 1,40%
DekaBank 1,60%
DZ Bank 1,40%
HCOB 1.50%
Helaba 1,80%
LBBW 1,70%
NORD/LB 1,00%
Durchschnitt 1,48%
Hinweis: die aktuellen sowie historischen Inflationsraten für Deutschland können Sie unserer Statistik zur Entwicklung der Inflation entnehmen.
Quelle: VÖB Kapitalmarktprognose vom 16. Oktober 2019, abgerufen am 22.01.2020

Die auf dem Fachportal Tradingeconomics.com abgegebenen Prognosen gehen für Deutschland von folgenden Entwicklungen bei Inflationsrate und Kerninflation aus [7]:

Deutschland 1. Quartal 2020 2. Quartal 2020 3. Quartal 2020 4. Quartal 2020 2020
Inflationsrate 1,40% 1,20% 1,10% 1,20% 1,40%
Kerninflation 1,50% 1,50% 1,60% 1,80% 1,90%
Hinweis: die aktuellen sowie historischen Inflationsraten für Deutschland können Sie unserer Statistik zur Entwicklung der Inflation in Deutschland entnehmen.
Quelle: de.tradingeconomics.com, abgerufen am 23.01.2020

Die Wirtschaftswoche hat in ihrer Ausgabe 53 vom 20. Dezember 2019 eine Übersicht der Erwartungen für Wirtschaftswachstum und Inflation verschiedener Experten für die Eurozone veröffentlicht, die wir an dieser Stelle ergänzt um die Prognosen von Tradingeconomics.com sowie unserer eigenen Prognose wiedergeben wollen:

Organisation/Institut BIP-Wachstum Eurozone 2020 Inflation Eurozone 2020
Wirtschaftsweise 0,90% 1,60%
Commerzbank 0,80% 1,40%
Bankhaus Lampe 0,80% 1,70%
Deutsche Bank 0,70% 1,30%
IfW 1,10% 1,50%
Franke-Media 1,00% 1,50%
Quellen: Wirtschaftswoche, Ausgabe 53 vom 20. Dezember 2019, eigene Angaben

Entwicklung der Realzinsen für Sparer

Laut unserem Zinsradar sind die Realzinsen für Tagesgeld-Sparer sind seit November 2016 durchgängig negativ und lagen 2019 zwischen -10,77 und -1,98 Prozent. Für 2020 gehen von weiterhin negativen Realzinsen aus, die über den Werten von 2019 aber unter den Werten von 208 liegen sollten. Diese Prognose ergibt sich aus den von uns erwarteten weiter sinkenden Zinsen in Kombination mit dem erwarteten moderaten Anstieg der Inflationsrate.

Gehen wir für 2020 von 0,10 bis 0,11 Prozent Zinsen im Durchschnitt aller von uns verglichenen Banken aus, so ergibt sich bei einer erwarteten Inflationsrate von 1,60 bis 1,70 Prozent (siehe unsere Prognosen zur Entwicklung der Inflationsrate in Deutschland weiter oben) eine erwartete Realrendite für Sparer von minus 1,49 bis minus 1,60 Prozent. Für die Top-5-Angebote beim Tagesgeld erwarten wir einen Durchschnitt von 0,45 Prozent - bei einer Spanne von 0,40 bis 0,50 Prozent. Sparer können also auch mit den am besten verzinsten Tagesgeldern in 2020 keine positive Realrendite erzielen. Einzig Festgelder böten noch ausreichend hohe Zinsen, um wenigstens den realen Werterhalt des angelegten Geldes zu garantieren - das aber erst bei Laufzeiten von fünf Jahren oder mehr (siehe dazu unseren aktuellen Festgeldrechner)

Prognose zur Entwicklung der Realrendite für Sparer
Quelle: Eigene Berechnungen

Entwicklung der Leitzinsen in 2020

Leitzinsen in den USA

Bei den Leitzinsen für die USA sind sich die Experten relativ einig.Eine Zinssenkung um 25 Basispunkte auf dann 1,50 Prozent wird erwartet. Einige Marktteilnehmer gehen von weiteren Zinssenkungen 2021 aus.

Wir sehen den Leitzins in den USA bis Ende 2020 bei 1,50 Prozent – erreicht mit einer Zinssenkung von aktuell 1,75 Prozent um 25 Basispunkte.

Leitzinsen und Einlagenzinsen im Euroraum

Für den Euroraum sehen wir den Leitzins 2020 unverändert bei 0,00 Prozent. Beim Einlagenzins, den Banken für bei der EZB geparktes Geld zahlen müssen, erwarten wir ebenfalls keine Veränderung des aktuellen Satzes von -0,50 Prozent.

Bis Ende 2020 sehen wir den Leitzins in der Eurozone daher unverändert bei 0,00 Prozent und den Einlagenzins ebenfalls unverändert bei -0,50 Prozent.

Prognose zur Entwicklung der Leitzinsen bis Ende 2020
Quelle: Federal Reserve, EZB, eigene Prognose
Prognose zur Entwicklung des Einlagenzinses der EZB bis Ende 2020
Quelle: EZB, eigene Prognose

Entwicklung der Anleiherenditen in 2020

Die EZB hat im November 2019 ihr Anleihekaufprogramm wieder aufgenommen und kauft derzeit für 20 Milliarden Euro pro Monat Anleihen am Markt auf - ohne zeitliche Begrenzung. Die Ankündigung dieses Programms hat die Umlaufrendite der an der Eurex lieferbaren Wertpapiere mit neun bis zehn Jahren Restlaufzeit im August 2019 auf ein historisches Tief von -0,65 Prozent gedrückt. Von diesem Tief hat sich die Umlaufrendite zwar leicht erholt, mit - 0,30 Prozent lag sie jedoch im Dezember 2019 noch immer im negativen Bereich.

In den USA haben die Leitzinssenkungen in 2019 für einen Rückgang der Rendite von Staatsanleihen gesorgt. So sank die als risikoloser Zinssatz geltende Umlaufrendite von US-Staatsanleihen mit drei Monaten Laufzeit von 2,45 Prozent im März 2019 auf 1,54 Prozent im Oktober 2019. Die Umlaufrendite zehnjähriger US-Staatsanleihen gab von 2,71 Prozent im Januar 2019 auf bis zu 1,54 Prozent im September 2019 nach.

Da wir für 2020 eine weitere Zinssenkung um 25 Basispunkte erwarten, dürften auch die Anleiherenditen noch einmal nachgeben. Dem entgegen steht eine robuste Inflation von zuletzt 1,80 Prozent und damit nah an der Zielmarke der Federal Reserve von um die zwei Prozent. Steigt diese weiter, könnte die Fed auch gewzungen sein, ihre expansive Geldpolitik wieder zurückzudrehen, die derzeit laufenden Anleihekäufe einzustellen und die Zinsen zu erhöhen.

Institution Prognose zur Rendite für 10-jährige Staatsanleihen
Deutschland USA
Goldman Sachs +0,00% 2,25%
BayernLB -0,50% 2,10%
DekaBank -0,45% 1,70%
DZ Bank -0,50% 1,20%
HCOB -0,65% 1,35%
Helaba -0,40% 1,80%
LBBW -0,25% 2,00%
NORD/LB -0,40% 2,00%
Durchschnitt -0,39% 1,80%
Quelle: VÖB Kapitalmarktprognose vom 16. Oktober 2019, abgerufen am 22.01.2020, Goldman Sachs Global Investment Research, abgerufen am 21.11.2019

Wir erwarten bis Ende 2020 einen Anstieg der Umlaufrendite zehnjähriger Bundesanleihen auf 0,00 Prozent und bei US-Staatsanleihen einen Rückgang der Umlaufrendite auf 1,50 Prozent.

Prognose zur Entwicklung des Rendite zehnjähriger Bundesanleihen bis Ende 2020
Quelle: EZB, eigene Prognose

Entwicklung des Wechselkurses EUR/USD

Die immer noch höheren Zinsen in den USA implizieren eine höhere Nachfrage nach US-Dollar durch Anleger. Das drückt den Wechselkurs zum Euro und verbilligt somit Exporte auf Dollarbasis. Parallel verteuert es Einfuhren aus dem Dollar-Raum, wodurch Inflation gewissermaßen importiert wird. Wir erinnern uns: eine Inflation von um die zwei Prozent streben die Währungshüter der Eurozone an.

Institution Wechselkurs EUR/USD Ende 2020
Goldman Sachs 1,15
BayernLB 1,18
DekaBank 1,12
DZ Bank 1,12
HCOB 1,19
Helaba 1,20
LBBW 1,15
NORD/LB 1,12
Durchschnitt 1,15
Quelle: VÖB Kapitalmarktprognose vom 16. Oktober 2019, abgerufen am 22.01.2020, Goldman Sachs Global Investment Research, abgerufen am 21.11.2019

Da nach wie vor die Regel "je höher der Zins, desto stärker die Währung" gilt, sorgt die für 2020 erwartete Senkung des US-Leitzinses um weitere 25 Basispunkte für geringere Nachfrage nach US-Anleihen. Dem stehen negative Anleiherenditen in Deutschland und der Eurozone entgegen. Für2020 erwarten wir daher eine Seitwärtsbewegung beim Wechselkurs im Bereich von 1,10 bis 1,20 EUR/USD.

Zinsen und Renditen von Lebensversicherungen

Die anhaltende Niedrigzinsphase macht Lebensversicherern weiterhin zu schaffen. Betrug der Mittelwert der laufenden Verzinsung 2013 noch 3,58 Prozent, ging diese in 2019 auf 2,33 Prozent zurück [1].

Für 2020 erwarten Marktteilnehmer einen weiteren Rückgang der Renditen von Lebensversicherungen. Die erwartete Gesamtverzinsung von Kapitallebensversicherungen für 2020, basierend auf den zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Studie verfügbaren Angaben, wird bei voraussichtlich 2,23 Prozent liegen.

Wir gehen davon aus, dass die Gesamtverzinsung 2020 noch einmal unter dem Niveau von 2019 liegen wird. Bei den klassischen Kapitallebensversicherungen sehen wir die von Policendirekt ermittelten 2,23 Prozent für 2020 [1] als derzeit genaueste Prognose an.

Entwicklung der laufenden Verzinsung von Lebensversicherungen 2013 bis 2020
Jahr laufende Verzinsung der Lebensversicherer Veränderung ggü. Vorjahr Veränderung kumuliert
2013 3,58% - -
2014 3,37% -5,87% -5,87%
2015 3,19% -5,34% -10,89%
2016 2,84% -10,97% -20,67%
2017 2,47% -13,03% -31,01%
2018 2,34% -5,26% -34,64%
2019 2,33% -0,43% -34,92%
2020 2,23% (Prognose) -4,29% -37,71%
Stand: 24.01.2020, Quelle: Policendirekt.de, eigene Berechnungen
Prognose zur Entwicklung der Rendite von Lebensversicherungen bis Ende 2020
Quelle: Policendirekt.de, Assekurata

Alternativen für Sparer

Gold

Der Goldpreis lag am 31. Dezember 2019 bei 1.520,40 US-Dollar bzw. 1.353,39 Euro je Feinunze - ein Anstieg um 36 Prozent in US-Dollar bzw. 21 Prozent in Euro..

Für 2020 erwarten wir einen weiteren Anstieg des Goldpreises in den Bereich um 1.750 US-Dollar pro Feinunze. Preistreibende Faktoren sind unserer Meinung nach psychologische Sicherheitsmotive bei Privatanlegern, eine weiterhin starke Nachfrage der Notenbanken, die ihre Goldbestände ausbauen und ein Umdenken bei institutionellen Anlegern Da wir von einem Euro-Dollar-Kurs von 1,15 ausgehen, würde das einen Goldpreis von 1.478,26 Euro bedeuten.

Entwicklung des Goldpreises in US-Dollar und Euro

Bedienhinweis: Einzelne Datenreihen lassen sich durch Klick auf die betreffende Überschrift aus- und wieder einblenden.

Quellen:


Goldpreise je Unze in Euro und US-Dollar zum 04.01.2013 bis 2020
Datum Goldpreis in Euro je Unze Veränderung Goldpreis in US-Dollar je Unze Veränderung
04.01.2013 1.273,10 EUR - 1.656,55 USD -
04.01.2014 907,31 EUR -28,73% 1.237,03 USD -25,32%
04.01.2015 986,17 EUR +8,69% 1.187,64 USD -3,99%
04.01.2016 991,89 EUR +0,58% 1.077,23 USD -9,30%
04.01.2017 1.114,49 EUR +12,36% 1.168,88 USD +8,51%
04.01.2018 1.096,67 EUR -1,60% 1.316,50 USD +12,63%
04.01.2019 1.100,00 EUR +0,30% 1.285,00 UDS -2,39%
04.01.2020 1.391,67 EUR +26,52% 1.551,30 USD +20,72%
04.01.2021 (Prognose) 1.478,26 EUR +6,22% 1.700,00 USD +9,59%
Stand: 04.01.2020, Quelle: Finanzen.net
Prognosen zur Entwicklung des Goldpreises bis Ende 2020
Quelle: Finanzen.net, eigene Prognosen

Für uns gehört Gold mit einer Gewichtung von mindestens zehn Prozent in jedes Portfolio. Anleger sollten dabei auf Münzen und Barren oder ETFs mit der Option zur physischen Auslieferung des gekauften Goldes setzen. Um bei kleineren Anlagesummen keinen zu großen Aufschlag auf den Goldpreis zahlen zu müssen bzw. um regelmäßig kleinere Beträge in Gold anzulegen, empfehlen sich so genannte Goldsparpläne, die ab 50 EUR monatlicher Sparrate verfügbar sind. Unser Schwesterportal Brokervergleich.de hat einige der besten dieser Sparpläne gegenübergestellt:

Zum Goldsparplan-Vergleich »


Logo der Consorsbank Tipp: Seit Mitte Dezember 2016 können die 20 wichtigsten Goldbarren und Münzen in Deutschland übrigens auch über die Consorsbank gehandelt und gegen eine Gebühr von 0,60 Prozent pro Jahr in den Tresoren der Pro Aurum GmbH aus München gelagert werden. Alles, was Anleger dazu benötigen, ist ein kostenloses Depot bei der Consorsbank

Aktien

An Aktien führt beim langfristigen Vermögensaufbau unserer Meinung nach kein Weg vorbei. Wie unser Marktcheck zeigt, war 2019 in dieser Hinsicht ein außergewöhnlich gutes Jahr: der DAX legte um 26,45 Prozent zu, der MSCI World um 25,09 Prozent und der NASDAQ 100 gar um 40,89 Prozent.

Umso interessanter ist derzeit das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältniss (KGV) beim DAX. Trotz diesee Rallye weist der DAX derzeit nur ein KGV von 15,88 auf [8], welches genau im langfristigen Mittel von 1980 bis jetzt liegt.

Das auf dem Kehrwert der Rendite basierende KGV von Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit lässt sich aufgrund deren negativer Umlaufrendite von aktuell -0,30 Prozent gar nicht richtig berechnen (1 / -0,30% = -333,33) [9]. Selbst US-Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit, die derzeit mit 1,77 Prozent Rendite pro Jahr [10] aufwarten, weisen damit ein KGV von 56,5 auf.

Das historisch durchschnittliche KGV des DAX liegt bei 15 und damit nur geringfügig unter dem derzeitigen KGV, jedoch sollte dieses unserer Meinung nach den KGVs anderer Anlageklassen gegenübergestellt werden. Wenn, wie eben erwähnt, das KGV deutscher Bundesanleihen negativ ist, das von 10-jährigen US-Staatsanleihen bei 56,5 liegt und Anlageklassen wie Immobilien nur noch Mietrenditen von 2,50 bis 4,0 Prozent einbringen, rechtfertigt dies auch ein höheres KGV am Aktienmarkt.

Für 2020 erwarten wir eine weitere Aufwärtsbewegung an den Börsen. In den USA steht der Wahlkampf bevor, in Deutschland hat die Bundesregierung am 24.01.2020 ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum 2020 von 1,00 auf 1,50 Prozent erhöht, der Brexit wird nun endlich umgesetzt und im Handelskrieg zwischen China und den USA, der erstere etwa doppelt so stark belastet wie letztere, zeichnen sich erste Erfolge ab. Den DAX erwarten wir zum Jahresende bei 14.500 Punkten und den Dow Jones an der Marke von 30.000 Punkten.

Da der Kauf einzelner Aktien für Kleinanleger oft ein zu großes Klumpenrisiko darstellt, also zu wenig verschiedene Aktien in vernünftiger Menge gekauft werden können, empfehlen wir Anlegern, auf Fonds oder ETFs zu setzen. Im Zusammenhang mit der Tatsache, dass weder Sparformen noch Anleihen attraktive Zinsen abwerfen, lohnt sich ein Blick auf gute Dividendenfonds und –ETFs, denn bereits 2016 war immer wieder zu hören: Dividenden sind die neuen Zinsen. Wie viel an diesem Spruch dran ist, zeigt ein Vergleich der durchschnittlichen Dividendenrendite der DAX30-Unternehmen mit der Umlaufrendite deutscher Anleihen und den Zinsen für täglich fällige Einlagen:

Bedienhinweis: Einzelne Datenreihen lassen sich durch Klick auf die betreffende Überschrift aus- und wieder einblenden.

Quellen:


Anlegern, die sich den Aufbau eines eigenen Portfolios aus Aktien, Fonds oder ETFs nicht zutrauen, empfehlen wir einen Blick auf unseren Robo-Advisor Vergleich. Die noch recht junge Garde der so genannten Robo-Advisor hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Geldanlage an der Börse für Einsteiger so einfach wie möglich zu gestalten. Dabei setzen sie auf Algorithmen und mathematische Modelle, nach denen sie Geld möglichst automatisiert anlegen. Je nach Anlagehorizont und Risikoneigung bieten sie Anlegern eine Vielzahl an fertigen Portfolios an, in die mit wenigen Mausklicks investiert werden kann.


Tipp: In 2019 sollen die DAX30-Unternehmen insgesamt rund 38 Milliarden Euro an Dividenden ausschütten [11]. Das würde einer durchschnittlichen Dividendenrendite von 3,00 Prozent entsprechen. Zum Vergleich: eine zehnjährige Bundesanleihe bringt es derzeit auf eine Rendite von minus 0,30! Einen Überblick über empfehlenswerte Dividendenfonds und –ETFs liefert das Übersicht der besten Dividenden-Fonds und ETFs unseres Schwesterportals Wertpapierdepot.net.

Quick Facts – unsere Prognosen für 2020

  • Tagesgeldzinsen bewegen sich in einem Korridor von 0,10 bis 0,11 Prozent.
  • Durchschnittszinsen der fünf besten Angebote eines jeden Monats werden sich bei um die 0,45 Prozent in einer Spanne von 0,40 bis 0,50 Prozent bewegen.
  • Das Volumen täglich fälliger Einlagen bei Banken wird auch 2020 weiter steigen - auf geschätzte 1.690 Milliarden Euro.
  • Festgeldzinsen werden weiter sinken. Spitzenzins bei maximal 1,75 Prozent pro Jahr.
  • Inflation und Kerninflation in der Eurozone steigen auf 1,60 bzw. 1,50 Prozent.
  • Inflation und Kerninflation in Deutschland steigen auf 1,60 bis 1,70 bzw. 1,70 bis 1,80 Prozent.
  • Realzinsen für Sparer aufs Tagesgeld sehen wir bei minus 1,49 bis minus 1,60 Prozent.
  • Leitzins in der Eurozone bleibt unverändert bei 0,00 Prozent.
  • Leitzins in den USA wird noch einmal um 25 Basispunkte gesenkt werden und Ende 2020 bei 1,50 Prozent stehen.
  • Einlagenzins der EZB bleibt bei minus 0,50 Prozent.
  • Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen steigt auf 0,00 Prozent.
  • Der Wechselkurs von Euro zum US-Dollar steigt auf 1,15.
  • Laufende Verzinsung von Lebensversicherungen sinkt weiter auf 2,23 Prozent
  • Gold kann auf Euro- als auch auf Dollarbasis weiter zulegen auf 1.478,26 EUR bzw. 1.700 USD.
  • Steigende Kurse an den Aktienmärkten, DAX Ende 2020 bei 14.500 Punkten
  • Dividenden sind auch 2020 die neuen Zinsen – Nachfrage nach Dividendenfonds und –ETFs wird weiter steigen.

Zinsprognose bis Ende 2020 - wichtigste Fakten im Überblick

Was kommt auf Sparer in Deutschland zu?

Rekordniedrige Sparzinsen, eine leicht anziehende Inflation, weiterhin Negativ- oder Nullrenditen bei Anleihen und damit Geld, welches in Akien oder Alternative Investments wie P2P-Kredite, Crowdinvesting und Co. wandert. Das ist es, was deutsche Sparer in 2020 erwarten dürfte. Es lohnt sich daher bei der Suche nach guten Zinsen, über die Landesgrenzen hinaus zu schauen - etwa bei Zinsvermittlern wie Savedo, WeltSparen oder Zinspilot.

Sowohl in unserem Tagesgeldrechner als auch in unserem Festgeldrechner haben wir seit Markteintritt die Angebote der eben genannten Vermittler gelistet. Sparern, die für höhere Zinsen einen Teil ihres Geldes auch im Ausland anlegen würden, sei ein Blick auf die entsprechenden Angebote empfohlen – aber bitte immer im Rahmen der gesetzlichen Einlagensicherung! Wer alle Angebote der drei genannten Zinsmarktplätze auf einen Blick vergleichen will, der wird in unserem Zinsbroker-Test fündig.

Tagesgeldzinsen berechnen

Festgeldzinsen berechnen

Die nach wie vor historisch niedrigen Anleiherenditen in Deutschland sowie deren Kursrisiken bei den ersten Zinsschritten nach oben machen Anleihen in 2020 zu einer aus unserer Sicht nicht wirklich empfehlenswerten Anlageklasse.

An Aktien hingegen führt unserer Meinung nach auch 2020 kein Weg vorbei. Ein im Vergleich zu Anleihen moderates KGV sowie das Fehlen jedweder Anlagealternativen macht es für Normalsparer so gut wie unmöglich, abseits des Aktienmarktes auskömmliche Renditen zu erzielen. Das zeigt auch, dass die alte Regel: "Anleihen sorgen für Zinsen, Aktien für Kursgewinne im Depot" nicht mehr gilt. Die neue Regel lautet: "Anleihen sorgen für Kursgewinne, Aktien für Zinsen in Form von Dividenden".