Zinsprognose 2019

Wie die letzten Jahre üblich, hatten wir auch im vergangenen Jahr eine Zinsprognose für 2018 gewagt. Diese Reihe setzen wir nun fort mit unseren Einschätzungen zur Zinsentwicklung im Jahr 2019.

Rückblick auf unsere Zinsprognosen 2018

Beginnen wollen wir mit einer Analyse der von uns zu Beginn des vergangenen Jahres getätigten Prognosen:

Tagesgeld - Zinsen

"Wir erwarten daher für 2018 ein gleichbleibendes Zinsniveau beim Tagesgeld innerhalb eines Bandes von 0,18 bis 0,22 Prozent. Die Top5-Tagesgeldzinsen für Neukunden werden sich in einem Band zwischen 0,80 und 1,00 Prozent bewegen."

Mit dieser Prognose lagen wir gar nicht so verkehrt. Unsere Statistiken zur Zinsentwicklung bei Tagesgeld für 5.000 Euro Einlage weisen für 2018 einen Durchschnittszins aller Banken von 0,18 Prozent bei einer Bandbreite von 0,17 bis 0,18 Prozent sowie einen Top5-Durchschnittszins von 0,80 Prozent - bei einer Bandbreite von 0,67 bis 1,04 Prozent - aus.

Tagesgeld - Einlagen

"Nach einem Anstieg der täglich fälligen Einlagen in 2017 um fast zehn Prozent gehen wir für 2018 von einem Wachstum in ähnlicher Höhe aus. Das würde bedeuten, dass die Summe täglich fälliger Einlagen bis Ende 2018 in Richtung >1.400 Milliarden Euro anwachsen würde."

Unsere Einschätzung hat sich voll und ganz bestätigt. Betrugen die täglich fälligen Einlagen privater Haushalte Ende Dezember 2017 noch 1.322,11 Milliarden Euro, so stiegen sie bis Ende November 2018 um rund 103,5 Milliarden Euro auf 1.425,632 Milliarden Euro.

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Festgeldzinsen

Beim Festgeld sind wir für 2018 aufgrund des ursprünglich für September 2018 geplanten Endes des Anleihekaufprogramms der EZB von leicht anziehenden Zinsen über alle Laufzeiten hinweg ausgegangen. Inwieweit sich diese Prognosen erfüllt haben, zeigt unser nachfolgender Vergleich mit den tatsächlichen Top5-Zinsen:

Vergleich der Top-Festgeldzinsen für 5.000 Euro von 12/2015 bis 12/2018
Laufzeit Dezember 2015 Dezember 2016 Dezember 2017 Dezember 2018 (Prognose) Dezember 2018 (Ist-Werte)
6 Monate 1,50% 1,25% 0,85% 0,90% 0,91%
12 Monate 1,65% 1,35% 1,26% 1,35% 1,25%
24 Monate 1,80% 1,60% 1,33% 1,50% 1,40%
36 Monate 1,90% 1,75% 1,35% 1,65% 1,45%
48 Monate 1,85% 1,85% 1,80% 1,90% 1,65%
60 Monate 1,90% 2,00% 1,95% 2,00% 1,85%
120 Monate 2,10% 2,00% 2,40% 2,50% 2,20%
Hinweis: die aktuellen Zinsen für Festgeld können Sie unserem Festgeldvergleich entnehmen.
Stand: 10.01.2019, Quelle: eigene Berechnungen

 

Vergleich der Top-Festgeldzinsen für 25.000 Euro von 12/2015 bis 12/2018
Laufzeit Dezember 2015 Dezember 2016 Dezember 2017 Dezember 2018 (Prognose) Dezember 2018 (Ist-Werte)
6 Monate 1,60% 1,25% 0,85% 0,90% 0,91%
12 Monate 1,75 % 1,60% 1,26% 1,35% 1,25%
24 Monate 1,90% 1,60% 1,33% 1,50% 1,40%
36 Monate 2,10% 1,80% 1,70% 1,80% 1,50%
48 Monate 2,10% 1,90% 1,90% 2,00% 1,65%
60 Monate 2,50% 2,00% 2,00% 2,10% 1,85%
120 Monate 2,50% 2,50% 2,40% 2,50% 2,20%
Hinweis: die aktuellen Zinsen für Festgeld können Sie unserem Festgeldvergleich entnehmen.
Stand: 10.01.2019, Quelle: eigene Berechnungen

Für alle Laufzeiten lag unsere Prognose leicht über den tatsächlichen Zinsen. Eine Ursache dafür sehen wir in der Verlängerung des Anleihekaufprogramms der EZB über den September 2018 hinaus bis zum Ende des Kalenderjahres und der Tatsache, dass auch danach auslaufende Anleihen durch neue Anleihen im gleichen Umfang ersetzt werden.

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Leit- und Einlagenzins der EZB

"Bis Ende 2018 sehen wir den Leitzins in der Eurozone daher unverändert bei 0,00 Prozent."

Mit dieser Prognose lagen wir genau richtig, was angesichts der unter dem Zielkorridor der EZB liegenden Inflationsrate und dem bis Ende 2018 verlängerten Anleihekaufprogramm nicht sonderlich schwer war.

Leitzinsen in den USA

"Wir sehen den Leitzins in den USA bis Ende 2017 bei 2,25 Prozent – angehoben mit drei Zinsschritten um jeweils 25 Basispunkte."

Sowohl bei der Anzahl der Zinsschritte als auch der Höhe des Leitzinses hat die Realität unsere Prognose übertroffen. Zum Ende 2018 lag der Leitzins der US-Notenbank Fed bei 2,50 Prozent - in vier Zinsschritten um jeweils 25 Basispunkte vom Ausgangsniveau bei 1,50 Prozent angehoben.

Renditen für Staatsanleihen der Eurozone

"Wir erwarten bis Ende 2018 einen Anstieg der Umlaufrendite zehnjähriger Bundesanleihen auf 0,80 Prozent"

Zu Beginn des Jahres 2018 sah es ganz danach aus, als ob sich unsere Prognose bewahrheiten würde: Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen stieg auf 0,70 Prozent im Februar 2018. Von da an ging es jedoch wieder abwärts auf derzeit 0,275 Prozent (12/2018).

Was die Renditen europäischer Staatsanleihen angeht, so reichen diese von positiv ab einem Jahr Laufzeit wie etwa in Großbritannien, Italien, Kroatien, Norwegen oder Polen, bis hin zu negativ bis zehn Jahre Laufzeit für die Schweiz. Deutsche Bundesanleihen notieren derzeit bis einschließlich sieben Jahre Laufzeit mit negativer Rendite (alle Laufzeiten und Länder im Überblick: Zinsstrukturkurve und Anleihenmatrix).

Zinsen und Rendite von Lebensversicherungen

"Wir gehen davon aus, dass die Gesamtverzinsung 2018 weiter rückläufig sein wird, wenngleich der Rückgang weniger stark ausfallen wird als in 2017. Unsere Prognose ist eine Gesamtverzinsung zwischen 2,40 und 2,45 Prozent für 2018 bei den klassischen Kapitallebensversicherungen."

Mit 2,34 Prozent [1] wurde die von uns prognostizierte laufende Verzinsung von Kapitallebensversicherungen sogar noch untertroffen. Der Rückgang gegenüber 2017 betrug 14 Basispunkte oder 5,65 Prozent.

Goldpreis

"Für 2018 erwarten wir eine weiter anziehende Inflation und damit verbunden auch einen Anstieg des Goldpreises um weitere zehn Prozent auf 1.450 US-Dollar. Da wir von einem Euro-Dollar-Kurs von 1,10 (aktuell 1,20, Stand 03.01.2018) ausgehen, würde das einen Goldpreis von 1.320 Euro bedeuten."

Auch hier sah es zu Jahresbeginn danach aus, als ob sich unsere Prognose bewahrheitet. Der Goldpreis legte auf mehr als 1.350 US-Dollar je Feinunze zu, bevor zur Jahresmitte ein Verfall auf bis zu 1.175 US-Dollar einsetzte, von dem aus es in den Bereich von 1.225 bis 1.250 US-Dollar zum Jahresende ging. [2] Der Euro-Dollar-Kurs entwickelte sich in die von uns prognostizierte Richtung und sank nach einem Anstieg auf bis zu 1,24 auf nunmehr 1,134 und damit nahe an die von uns prognostizierte Marke von 1,10. Für den Goldpreis in Euro bedeutet das eine Notierung um die Marke von 1.100 Euro pro Feinunze herum. [3].

Aktien

"Bei Aktien erwarten wir daher weitere Aufwärtsbewegungen unter erheblichen Schwankungen. Die Volatilität wird weiter hoch bleiben oder sogar noch zunehmen. Anleger müssen also starke Nerven mitbringen und sollten nicht gleich bei der ersten Korrektur oder Marktschwäche verkaufen. Unser Kursziel für den DAX liegt bis Ende 2018 bei 14.500 Punkten."

Hierzu fallen uns nur zwei Bonmots ein: 1. "Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen" von Karl Valentin und 2. ""Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.". Zusammengefasst: Wir wurden mit unserer Prognose komplett auf dem falschen Fuß erwischt. Nach einem Anstieg auf über 13.500 Punkte hat der DAX in der zweiten Jahreshälfte in den Korrekturmodus geschaltet und bis in die Region von 10.600 Punkten korrigiert. [4]. Aktuell (10.01.2019) notiert er bei rund 10.880 Punkten und damit fast 25 Prozent unter dem von uns prognostizierten Wert.

Zusammenfassung unserer Prognosen für 2018 und der tatsächlichen Werte

Unsere Prognosen für 2018 und die tatsächlichen Werte
Bereich Unsere Prognose Tatsächlicher Wert
Tagesgeldzinsen (Durchschnitt) 0,18 - 0,22% 0,17%
Tagesgeldzinsen (Top5) 0,80 bis 1,00% 0,80%
Volumen täglich fälliger Einlagen Weiterer Anstieg auf 1.400 Mrd. EUR 1.425,632 Mrd. EUR (11/2018)
Festgeldzinsen leichter Anstieg für alle Laufzeiten für kurze Laufzeiten gestiegen, für lange Laufzeiten gesunken
Inflation Eurozone 2,00% 1,75%
Kerninflation Eurozone 1,50% 0,98%
Inflation Deutschland 2,00 bis 2,10% 2,30%
Kerninflation Deutschland 1,80 bis 2,00% 1,74%
Realzinsen für Sparer auf Tagesgeld -1,30 bis -1,70% -2,13%
Leitzins Eurozone 0,00% 0,00%
Einlagenzins Eurozone -0,40% -0,40%
Rendite 10-jähriger Bundesanleihen 0,80% 0,28%
Wechselkurs EUR/USD 1,10 1,13
Leitzins USA 2,25% 2,50%
Goldpreis in US-Dollar 1.450 USD 1.250 USD
Goldpreis in Euro 1.320 EUR 1.093 EUR
Lebensversicherungen (Gesamtverzinsung) 2,40 bis 2,45% 2,34%
DAX 14.500 Punkte 10.880 Punkte
Stand: 10.01.2019

Unsere Zinsprognosen 2019

Entwicklung der Tagesgeldzinsen in 2019

Unsere Statistiken zur Zinsentwicklung bei Tagesgeld zeigen seit Ende 2011 ein dauerhaftes Absinken des Zinsniveaus für Sparer auf. Von ihrem Hoch im November 2008 sind die Zinsen für Sparer bis heute um 96 Prozent und vom 1. Januar 2012 bis zum 1. Januar 2019 um 91,90 Prozent gesunken wie unsere nachfolgenden Daten zeigen. Vom 1. Januar 2018 bis zum 1. Januar 2019 hingegen haben sich die Zinsen auf - zugegebenermaßen extrem niedrigem - Niveau stabilisiert. Unsere Statistiken ergeben für diesen Zeitraum einen Rückgang von 0,18 auf 0,17 Prozent, also um einen Basispunkt.

Statistik zur Entwicklung der Tagesgeldzinsen seit 2012
Quelle: eigene Berechnungen
Tagesgeldzinsen seit Januar 2012
Datum Zinssatz Veränderung kumuliert Veränderung ggü. Vorjahr
01.01.2012 2,10% - -
01.01.2013 1,15% -45,24% -45,24%
01.01.2014 0,70% -66,67% -39,13%
01.01.2015 0,52% -75,24% -25,71%
01.01.2016 0,39% -81,43% -25,00%
01.01.2017 0,23% -89,05% -41,03%
01.01.2018 0,18% -91,43% -21,74%
01.01.2019 0,17% -91,90% -5,56%
Hinweis: Den aktuellen Durchschnitt der Tagesgeldzinsen aller von uns beobachteten Angebote finden Sie in unserem Tagesgeldrechner »
Stand: 10.01.2019, Quelle: eigene Berechnungen

Seit September 2017 ist der Sinkflug der Tagesgeldzinsen erst einmal zum Erliegen gekommen. Der Durchschnittszins aller 126 derzeit von uns beobachteten Angebote liegt seitdem zwischen 0,17 und 0,18 Prozent. Für 2019 erwarten wir im esten Halbjahr eine Seitwärtsbewegung und im zweiten Halbjahr einen leichten Aufschwung bei den Tagesgeldzinsen. Die EZB hat im Dezember 2018 ihr Anleihekaufprogramm auslaufen lassen und ersetzt seitdem nur noch ausgelaufene Anleihen durch neue Papiere in derselben Größenordnung. Für das zweite Halbjahr haben die Währungshüter der Eurozone eine erste Zinserhöhung in Aussicht gestellt, die sich dann auch auf die Tagesgeldzinsen auswirken dürfte.

Wir erwarten daher für 2019 ein gleichbleibendes Zinsniveau beim Tagesgeld für das erste Halbjahr innerhalb eines Bandes von 0,17 und 0,18 Prozent. Für das zweite Halbjahr gehen wir von einem Anstieg der Zinsen auf 0,18 bis 0,20 Prozent aus. Die Top-5-Tagesgeldzinsen für Neukunden sollten sich im Jahresverlauf in einem Band zwischen 0,60 und 1,00 Prozent bewegen.

Prognose zur Entwicklung der Tagesgeldzinsen bis Ende 2018
Quelle: eigene Berechnungen
Entwicklung der Top5-Tagesgeldzinsen seit Juli 2018 + Prognose für 2019
Datum Zinssatz Veränderung ggü. Vormonat Veränderung kumuliert
01.07.2018 0,80% - -
01.08.2018 1,04% +30,00% +30,00%
01.09.2018 0,99% -4,81% +23,75%
01.10.2018 0,98% -1,01% +22,50%
01.11.2018 0,78% -20,41% -2,50%
01.12.2018 0,81% +3,85% +1,25%
01.01.2019 0,80% -1,23% 0,00%
01.01.2020 (Prognose) 0,85% +6,25% +6,25%
Hinweis: Die aktuellen Top5-Angebote können Sie unserem Tagesgeldvergleich entnehmen.
Stand: 10.01.2019, Quelle: eigene Berechnungen
Prognose zur Entwicklung der Top5-Tagesgeldzinsen bis Ende 2018
Quelle: eigene Berechnungen

Für 2018 gehen wir für Neukunden von seitwärts laufenden Tagesgeldzinsen von durchschnittlich 0,17 bis 0,18 Prozent im ersten Halbjahr sowie einem moderaten Anstieg auf 0,20 Prozent im zweiten Halbjahr aus. Bestandskunden müssen sich auf seitwärts verlaufende Zinsen einstellen, denn immer wieder reagieren Banken mit Zinssenkungen auf einen zu regen Zuspruch durch Sparer, während andere Banken ihre Zinsen kurzfristig erhöhen, um neues Geld einzuwerben. Die Top5-Zinsen sollten sich bei durchschnittlich 0,80 bis 1,00 Prozent bewegen. Wir raten Sparern daher, regelmäßig den Markt zu sondieren und bei Bedarf das Tagesgeldkonto zu wechseln.

Um sich planbare Zinsen zu sichern und trotzdem in einem überschaubaren Zeitraum auf etwaige Zinssteigerungen reagieren zu können, empfehlen wir auch für 2019 Festgeld mit einer Laufzeit von sechs bis zwölf Monaten. Wie sich mit unserem Festgeldrechner schnell ermitteln lässt, sind so noch bis zu 1,25 Prozent Zinsen p.a. bei Banken aus der Eurozone und bis zu 0,75 Prozent Zinsen p.a. bei Banken aus Deutschland möglich. Die aktuellen Top5 der Banken mit den besten Zinsen aufs 12-Monats-Festgeld aus Ländern mit einem Rating von mindestens AA sowie aus Ländern mit einem Rating von A oder niedriger können Sie unserer täglich aktualisierten Statistik zur Zinsen der besten Banken entnehmen.

Entwicklung täglich fälliger Einlagen

Ungeachtet der seit 2009 fast ununterbrochen sinkenden Zinsen rechnen wir auch für 2019 mit einem stetigen Wachstum der täglich fälligen Einlagen von Privathaushalten bei Banken. Ein wenig hat es den Anschein, dass die Sparer die sinkenden Zinsen dadurch ausgleichen, dass sie einfach mehr sparen. Ein Blick auf die Sparquote bestätigt unsere Vermutung: seit dem 1. Quartal 2014 ist sie - von einer Ausnahme abgesehen - gegenüber dem Vorjahresquartal immer gestiegen.

Nach einem Anstieg der täglich fälligen Einlagen in 2018 um mehr als sechs Prozent gehen wir für 2019 von einem Wachstum in ähnlicher Höhe aus. Das würde bedeuten, dass die Summe täglich fälliger Einlagen bis Ende 2019 in Richtung 1.550 Milliarden Euro anwachsen würde.

Statistik zur Entwicklung des Volumens täglich fälliger Einlagen
Quelle: eigene Berechnungen
Täglich fällige Einlagen deutscher Sparer
Datum Milliarden Euro Veränderung ggü. Vorjahr Veränderung kumuliert
31.12.2012 841,703 - -
31.12.2013 931,98 +10,73% +10,73%
31.12.2014 1.007,229 +8,07% +19,67%
31.12.2015 1.111,065 +10,31% +32,00%
31.12.2016 1.220,41 +9,84% +44,99%
31.12.2017 1.322,10 +8,33% +57,07%
31.11.2018 1425,632 (11/2018) +5,89% +69,37%
31.12.2019 (Prognose) 1.550,00 +8,72% +84,15%
Stand: 10.01.2019, Quelle: Deutsche Bundesbank, eigene Berechnungen

Entwicklung der Festgeldzinsen in 2019

Beim Festgeld ging es 2018 für Laufzeiten von 6 bis 48 Monaten leicht aufwärts und für Laufzeiten von 60 und 120 Monaten leicht abwärts mit den Spitzenzinsen. Der Spitzenzins - für 10 Jahre Anlagedauer geboten - sank von 2,50 auf 2,20 Prozent pro Jahr.

Entwicklung der Festgeldzinsen bis 2018
Quelle: eigene Berechnungen

Angesichts der Tatsache, dass die EZB im Dezember 2018 ihr Anleihekaufprogramm eingestellt hat und seitdem nur noch im Bestand befindliche, auslaufende Anleihen durch neue Anleihen in derselben Größenordnung ersetzt und für das zweite Halbkahr 2019 eine erste Zinserhöhung angekündigt hat, rechnen wir im dritten und vierten Quartal mit einem leichten Anstieg der Festgeldzinsen über alle Laufzeiten hinweg.

Prognose zur Entwicklung der Festgeldzinsen für 5.000 EUR Einlage bis Ende 2018
Quelle: eigene Berechnungen
Prognose zur Entwicklung der Festgeldzinsen für 25.000 EUR Einlage bis Ende 2018
Quelle: eigene Berechnungen
Vergleich der Top-Festgeldzinsen für 5.000 Euro von 12/2015 bis 12/2018 + 12/2019 (Prognose)
Laufzeit Dezember 2015 Dezember 2016 Dezember 2017 Dezember 2018 Dezember 2019 (Prognose)
6 Monate 1,50% 1,25% 0,85% 0,91% 1,00%
12 Monate 1,65% 1,35% 1,26% 1,25% 1,30%
24 Monate 1,80% 1,60% 1,33% 1,40% 1,50%
36 Monate 1,90% 1,75% 1,35% 1,45% 1,50%
48 Monate 1,85% 1,85% 1,80% 1,65% 1,75%
60 Monate 1,90% 2,00% 1,95% 1,85% 2,00%
120 Monate 2,10% 2,00% 2,40% 2,20% 2,30%
Hinweis: die aktuellen Zinsen für Festgeld können Sie unserem Festgeldvergleich entnehmen.
Stand: 10.01.2019, Quelle: eigene Berechnungen

 

Vergleich der Top-Festgeldzinsen für 25.000 Euro von 12/2015 bis 12/2018 + 12/2019 (Prognose)
Laufzeit Dezember 2015 Dezember 2016 Dezember 2017 Dezember 2018 Dezember 2019 (Prognose)
6 Monate 1,60% 1,25% 0,85% 0,91% 1,00%
12 Monate 1,75 % 1,60% 1,26% 1,25% 1,30%
24 Monate 1,90% 1,60% 1,33% 1,40% 1,50%
36 Monate 2,10% 1,80% 1,70% 1,50% 1,50%
48 Monate 2,10% 1,90% 1,90% 1,65% 1,75%
60 Monate 2,50% 2,00% 2,00% 1,85% 2,00%
120 Monate 2,50% 2,50% 2,40% 2,20% 2,30%
Hinweis: Die aktuellen Zinsen für Festgeld können Sie unserem Festgeldvergleich entnehmen.
Stand: 10.01.2019, Quelle: Eigene Berechnungen

Entwicklung der Inflation

Euro-Zone

Inflation (Harmonisierter Verbraucherpreisindex HVPI) und Kerninflation innerhalb der Eurozone lagen im Zeitraum von Januar bis November 2018 bei durchschnittlich 1,75 bzw. 0,98 Prozent. Im selben Zeitraum des Vorjahres lagen die Werte noch bei 1,55 bzw. 1,00 Prozent. Haupttreiber der Inflation waren gestiegene Öl- und Energiekosten, was man an der kostanten Kerninflation erkennen kann, die ohne diese stark schwankenden Preisbestandteile ermittelt wird.

Für 2019 rechnen wir aufgrund des bereits seit Ende 2018 gesunkenen Ölpreises sowie des sich verlangsamenden Wirtschaftswachstums mit einem Rückgang der Inflation auf 1,50 Prozent. Die Kerninflationsrate dürfte unserer Ansicht nach ziemlich konstant bei 1,00 Prozent bleiben.

Die EZB selber rechnet laut "Survey of Professional Forecasters" vom 4. Qurtal 2018 für 2018 mit einer Inflationsrate von 1,70 Prozent, die im mittelfristigen Ausblick bis 2022 auf 1,90 Prozent steigen soll.. [5]

Eurozone 2018 2019 2020 2022
Inflationsrate 1,70% 1,70% 1,70% 1,90%
Hinweis: die aktuellen sowie historischen Inflationsraten für die Eurozone können Sie unserer Statistik zur Entwicklung der Inflation in der Eurozone entnehmen.
Quelle: The ECB Survey of Professional Forecasters (SPF) – Fourth quarter of 2018, abgerufen am 09.01.2019

Die auf dem Fachportal Tradingeconomics.com abgegebenen Prognosen gehen für die Eurozone von folgenden Entwicklungen bei Inflationsrate und Kerninflation aus [6]:

Eurozone 1. Quartal 2019 2. Quartal 2019 3. Quartal 2019 4. Quartal 2019 2020
Inflationsrate 1,90% 1,80% 1,90% 1,90% 2,10%
Kerninflation 1,20% 1,50% 1,60% 1,70% 1,90%
Hinweis: die aktuellen sowie historischen Inflationsraten für Deutschland können Sie unserer Statistik zur Entwicklung der Inflation in der Eurozone entnehmen.
Quelle: de.tradingeconomics.com, abgerufen am 09.01.2019

Deutschland

2018 war geprägt von einer weiter anziehenden Inflation. Betrug die durchschnittliche Inflationsrate in Deutschland 2017 noch 1,77 Prozent, so stieg der Wert in 2018 auf 1,94 Prozent - mit einer Schwankungsbreite von 1,40 bis 2,50 Prozent. Die Kerninflation in Deutschland blieb hingegen relativ konstant. Betrug sie 2017 durchschnittlich 1,52 Prozent, so lag ihr Wert in den ersten elf Monaten 2018 bei 1,48 Prozent.

Ein zuletzt deutlich gesunkener Ölpreis auf der einen, weiter steigende Löhne am Arbeitsmarkt auf der anderen Seite. Aufgrund dieser Konstellation gehen wir in 2019 von einer Inflationsrate zwischen 1,50 und 2,00 Prozent sowie einer Kerninflation von unveränderten 1,50 Prozent aus.

Die auf dem Fachportal Tradingeconomics.com abgegebenen Prognosen gehen für Deutschland von folgenden Entwicklungen bei Inflationsrate und Kerninflation aus [7]:

Deutschland 1. Quartal 2019 2. Quartal 2019 3. Quartal 2019 4. Quartal 2019 2020
Inflationsrate 1,90% 1,90% 1,90% 1,90% 2,40%
Kerninflation 1,90% 1,90% 2,00% 2,30% 2,50%
Hinweis: die aktuellen sowie historischen Inflationsraten für Deutschland können Sie unserer Statistik zur Entwicklung der Inflation in Deutschland entnehmen.
Quelle: de.tradingeconomics.com, abgerufen am 09.01.2019

Die Wirtschaftswoche hat in ihrer Ausgabe 53 vom 21. Dezember 2018 eine Übersicht der Erwartungen für Wirtschaftswachstum und Inflation verschiedener Experten für die Eurozoneveröffentlicht, die wir an dieser Stelle ergänzt um die Prognosen von Tradingeconomics.com sowie unserer eigenen Prognose wiedergeben wollen:

Organisation/Institut BIP-Wachstum Eurozone 2019 Inflation Eurozone 2019
EU-Kommission 1,80% 1,90%
Institut für Weltwirtschaft 1,80% 2,10%
Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung 1,60% 2,00%
Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle 1,40% 1,70%
RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung 1,40% 1,80%
Commerzbank 1,20% 2,10%
Institut der deutschen Wirtschaft 1,20% 1,80%
Ifo Institut 1,10% 2,20%
Tradingeconomics.com 1,60% 1,90%
Franke-Media 1,50% 1,75%
Quellen: Wirtschaftswoche, Ausgabe 53 vom 21. Dezember 2018, Tradingeconomics.com, eigene Angaben
Quelle: de.tradingeconomics.com, abgerufen am 09.01.2019

Entwicklung der Realzinsen für Sparer

Die Realzinsen für Tagesgeld-Sparer sind seit nunmehr 30 Monaten durchweg negativ und lagen 2018 zwischen -1,22 und -2,32 Prozent. Für 2019 gehen wir zwar weiterhin von negativen Realzinsen aus, wenngleich sich die Lage etwas verbessern dürfte. Diese Prognose ergibt sich aus den von uns erwarteten leicht aufwärts tendierenden Tagesgeldzinsen in Kombination mit dem erwarteten moderaten Rückgang der Inflationsrate.

Gehen wir für 2019 von 0,18 bis 0,20 Prozent Zinsen im Durchschnitt aller von uns verglichenen Banken aus, so ergibt sich bei einer erwarteten Inflationsrate von 1,50 bis 2,00 Prozent (siehe unsere Prognosen zur Entwicklung der Inflationsrate in Deutschland weiter oben) eine erwartete Realrendite für Sparer von minus 1,30 bis minus 1,82 Prozent. Für die Top-5-Angebote beim Tagesgeld erwarten wir einen Durchschnitt von 0,80 Prozent - bei einer Spanne von 0,60 bis 1,00 Prozent. Sparer können also auch mit den am besten verzinsten Tagesgeldern in 2019 keine positive Realrendite erzielen. Einzig Festgelder böten noch ausreichend hohe Zinsen, um wenigstens den realen Werterhalt des angelegten Geldes zu garantieren - das aber erst bei Laufzeiten von drei Jahren oder mehr (siehe dazu unseren aktuellen Festgeldrechner)

Prognose zur Entwicklung der Realrendite für Sparer
Quelle: Eigene Berechnungen

Entwicklung der Leitzinsen in 2019

Leitzinsen in den USA

Bei den Leitzinsen für die USA sind sich die Experten uneinig. Zwischen ein und zwei weitere Zinsschritte nach oben werden erwartet. Die DZ Bank geht von zwei weiteren Zinsschritten in den ersten sechs Monaten des Jahres 2019 aus [8]. Der Präsident der Federal Reserve Bank of Atlanta, Raphael Bostic, plädiert für nue eine weitere Zinsanhebung in 2019 [9]. Den besten Einblick in die Entwicklung der US-Wirtschaft haben unserer Meinung nach die Mitglieder des Offenmarktausschusses der US-amerikanischen Notenbank Fed. Obwohl Bostic in diesem Jahr kein Mitglied des Offenmarktausschusses ist, gehen wir davon aus, dass er einen ziemlich guten Einblick in die Strategie der Fed und die Entwicklung der US-Wirtschaft hat. Daher schließen wir uns seiner Prognose an.

Wir sehen den Leitzins in den USA bis Ende 2019 bei 2,75 Prozent – angehoben mit einem Zinsschritt um 25 Basispunkte.

Leitzinsen und Einlagenzinsen im Euroraum

Für den Euroraum hat die EZB die Zinswende im zweiten Halbjahr 2019 angekündigt. Da auch sie irgendwann einmal den Krisenmodus verlassen und sich zinspolitischen Handlungsspielraum verschaffen muss, rechnen wir fürs zweite Halbjahr 2019 mit einer ersten Zinserhöhung um 25 Basispunkte. Beim Einlagenzins, den Banken für bei der EZB geparktes Geld zahlen müssen, erwarten wir ebenfalls eine Zinserhöhung um 20 Basispunkte. Damit schließen wir uns der Einschätzung der UBS an, die für Ende 2019 einen EZB-Einlagenzins von minus 0,20 und für Ende 2020 von 0,50 Prozent vorhersagt [10]].

Bis Ende 2019 sehen wir den Leitzins in der Eurozone daher bei 0,25 Prozent.

Prognose zur Entwicklung der Leitzinsen bis Ende 2018
Quelle: Federal Reserve, EZB, eigene Prognose

Beim Einlagenzins (dem Zins, den Banken für Einlagen bekommen, die sie auf ihrem Zentralbankkonto parken) erwarten wir 2019 eine Zinserhöhung um 20 Basispunkte auf dann -0,20 Prozent.

Prognose zur Entwicklung des Einlagenzinses der EZB bis Ende 2018
Quelle: EZB, eigene Prognose

Entwicklung der Anleiherenditen in 2019

Die EZB hat ihr Anleihekaufprogramm im Dezember 2018 auslaufen lassen und ersetzt bis auf Weiteres nur ausgelaufene Anleihen durch neue Papiere im selben Umfang, so dass die Bilanzsumme unverändert bleibt. Angesichts der für das zweite Halbjahr angekündigten Zinswende erwarten wir auch bei den Anleiherenditen einen Trend nach oben.

Wir erwarten bis Ende 2019 einen Anstieg der Umlaufrendite zehnjähriger Bundesanleihen auf 0,80 Prozent. Das war zwar auch schon unsere Prognose für 2018, damals gingen wir jedoch davon aus, dass die EZB ihr Anleihekaufprogramm nicht bis Dezember 2018 verlängern wird.

Prognose zur Entwicklung des Rendite zehnjähriger Bundesanleihen bis Ende 2018
Quelle: EZB, eigene Prognose

Entwicklung des Wechselkurses EUR/USD

Die sich auch in 2018 weiter öffnende Schere zwischen den Anleihezinsen der USA und Deutschlands sollte dem Euroraum zu Gute kommen. Höhere Zinsen in den USA implizieren eine höhere Nachfrage nach US-Dollar durch Anleger. Das drückt den Wechselkurs zum Euro und verbilligt somit Exporte auf Dollarbasis. Parallel verteuert es Einfuhren aus dem Dollar-Raum, wodurch Inflation gewissermaßen importiert wird. Wir erinnern uns: eine Inflation von um die zwei Prozent streben die Währungshüter der Eurozone an.

Bis Ende 2019 rechnen wir mit einem Euro-Dollar-Kurs von 1,10. Unser Gedankengang: sollte die FED ihren Leitzins nochmals anheben, müsste die Nachfrage nach US-Staatsanleihen aufgrund des noch größeren Spreads gegenüber deutschen Bundesanleihen weiter steigen. Da US-Staatsanleihen in US-Dollar gekauft werden, impliziert das eine höhere Nachfrage nach US-Dollar und das drückt den Euro-Dollar-Kurs, da es den Dollar stärkt und den Euro schwächt. Es bleibt natürlich abzuwarten, inwiefern andere Effekte wie Wirtschaftswachstum und Inflationserwartungen dieser Entwicklung entgegenstehen.

Zinsen und Renditen von Lebensversicherungen

Die anhaltende Niedrigzinsphase macht Lebensversicherern weiterhin zu schaffen. Betrug der Mittelwert der laufenden Verzinsung 2013 noch 3,58 Prozent, ging diese in 2018 auf 2,34 Prozent zurück [1].

Für 2019 erwarten Marktteilnehmer eine Stabilisierung der Renditen von Lebensversicherungen. Die erwartete Gesamtverzinsung von Kapitallebensversicherungen für 2019, basierend auf den zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Studie verfügbaren Angaben, wird bei voraussichtlich 2,36 Prozent liegen.

Wir gehen davon aus, dass sich die Gesamtverzinsung 2019 auf oder leicht über dem Niveau aus 2018 einfinden wird. Unsere Prognose ist eine Gesamtverzinsung zwischen 2,35 und 2,40 Prozent für 2019 bei den klassischen Kapitallebensversicherungen.

 

Entwicklung der laufenden Verzinsung von Lebensversicherungen 2013 bis 2019
Jahr laufende Verzinsung der Lebensversicherer Veränderung ggü. Vorjahr Veränderung kumuliert
2013 3,58% - -
2014 3,37% -5,87% -5,87%
2015 3,19% -5,34% -10,89%
2016 2,84% -10,97% -20,67%
2017 2,48% -12,68% -30,73 %
2018 2,34% -5,65% -34,64%
2019 2,38% (Prognose) +1,71% -33,52%
Stand: 10.01.2019, Quelle: Policendirekt.de, eigene Berechnungen
Prognose zur Entwicklung der Rendite von Lebensversicherungen bis Ende 2018
Quelle: Policendirekt.de, Assekurata

Alternativen für Sparer

Gold

Der Goldpreis sank 2018 von 1.315 US-Dollar auf 1.285 US-Dollar [2] je Feinunze - ein Rückgang um knapp zwei Prozent. Da der Wechselkurs EUR/USD parallel von 1,20 auf 1,15 sank, konnte der Goldpreis in EUR 2018 leicht von 1.090 auf 1.100 EUR je Feinunze zulegen [3].

Für 2019 erwarten wir aufgrund der Unwägbarkeiten wie Brexit, den notleidenden Krediten in Griechenland, dem schwelenden Handelskrieg zwischen den USA und China und den damit verbundenen Turbulenzen an den Börsen einen Anstieg des Goldpreises um fünf Prozent auf 1.350 US-Dollar. Da wir von einem Euro-Dollar-Kurs von 1,10 (aktuell 1,15, Stand 10.01.2019) ausgehen, würde das einen Goldpreis von 1.225 Euro bedeuten.

Entwicklung des Goldpreises in US-Dollar und Euro
false

Goldpreise je Unze in Euro und US-Dollar zum 04.01.2013 bis 2018
Datum Goldpreis in Euro je Unze Veränderung Goldpreis in US-Dollar je Unze Veränderung
04.01.2013 1.273,10 EUR - 1.656,55 USD -
04.01.2014 907,31 EUR -28,73% 1.237,03 USD -25,32%
04.01.2015 986,17 EUR +8,69% 1.187,64 USD -3,99%
04.01.2016 991,89 EUR +0,58% 1.077,23 USD -9,30%
04.01.2017 1.114,49 EUR +12,36% 1.168,88 USD +8,51%
04.01.2018 1.096,67 EUR -1,60% 1.316,50 USD +12,63%
04.01.2019 1.100,00 EUR +0,30% 1.285,00 UDS -2,39%
04.01.2020 1.225,00 EUR +11,36% 1.350,00 USD +5,06%
Stand: 10.01.2019, Quelle: Finanzen.net
Prognosen zur Entwicklung des Goldpreises bis Ende 2018
Quelle: Finanzen.net, eigene Prognosen

Für uns gehört Gold mit einer Gewichtung von mindestens zehn Prozent in jedes Portfolio. Anleger sollten dabei auf Münzen und Barren oder ETFs mit der Option zur physischen Auslieferung des gekauften Goldes setzen. Um bei kleineren Anlagesummen keinen zu großen Aufschlag auf den Goldpreis zahlen zu müssen bzw. um regelmäßig kleinere Beträge in Gold anzulegen, empfehlen sich so genannte Goldsparpläne, die ab 50 EUR monatlicher Sparrate verfügbar sind. Unser Schwesterportal Brokervergleich.de hat einige der besten dieser Sparpläne gegenübergestellt:

Zum Goldsparplan-Vergleich »


Logo der Consorsbank Tipp: Seit Mitte Dezember 2016 können die 20 wichtigsten Goldbarren und Münzen in Deutschland übrigens auch über die Consorsbank gehandelt und gegen eine Gebühr von 0,60 Prozent pro Jahr in den Tresoren der Pro Aurum GmbH aus München gelagert werden. Alles, was Anleger dazu benötigen, ist ein kostenloses Depot bei der Consorsbank

Aktien

An Aktien führt beim langfristigen Vermögensaufbau unserer Meinung nach kein Weg vorbei, auch wenn 2018 für Anleger kein wirklich erfreuliches Jahr war, wie unser Marktcheck zeigt: der DAX verlor rund 18 Prozent, der MSCI World gab um 10,39 Prozent und der Euro Stoxx 50 um 14,40 Prozent nach. Die Gründe für die Kursrückgänge waren vielfältig: Sorgen über zu hohe Zinsen in den USA, die die dortige Konjunktur abwürgen könnten, der Handelsstreit zwischen den USA und China, der drohende Brexit, die nach wie vor ungelöste Bankenkrise in Europa und dort insbesondere in Griechenland und Italien sowie die nachlassende Konjunktur in Deutschland.

Umso interessanter ist derzeit das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältniss (KGV) beim DAX. Während der DAX derzeit ein KGV von rund 12,03 [11] aufweist, liegt das auf dem Kehrwert der Rendite basierende KGV von Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit bei rund 285 (1 / 0,35%) [12]. Selbst US-Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit, die derzeit mit 2,70 Prozent Rendite pro Jahr [13] aufwarten, weisen damit ein KGV von 37 auf.

Das historisch durchschnittliche KGV des DAX liegt bei 15 und damit nur deutlich über dem derzeitigen KGV, jedoch sollte dieses unserer Meinung nach den KGVs anderer Anlageklassen gegenübergestellt werden. Wenn, wie eben erwähnt, das KGV deutscher Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit bei rund 285 liegt und Anlageklassen wie Immobilien nur noch Mietrenditen von 2,50 bis 4,0 Prozent einbringen, rechtfertigt dies auch ein höheres KGV am Aktienmarkt.

Da die weiter oben genannten Unsicherheiten in den aktuellen Kursen eingepreist sein dürften, erwarten wir für 2019 eine Aufwärtsbewegung unter erheblichen Schwankungen. Die Volatilität wird weiter hoch bleiben oder sogar noch zunehmen. Anleger müssen also starke Nerven mitbringen und sollten nicht gleich bei der ersten Korrektur oder Marktschwäche verkaufen. Unser Kursziel für den DAX liegt bis Ende 2019 bei 12.000 Punkten.

Da der Kauf einzelner Aktien für Kleinanleger oft ein zu großes Klumpenrisiko darstellt, also zu wenig verschiedene Aktien in vernünftiger Menge gekauft werden können, empfehlen wir Anlegern, auf Fonds oder ETFs zu setzen. Im Zusammenhang mit der Tatsache, dass weder Sparformen noch Anleihen attraktive Zinsen abwerfen, lohnt sich ein Blick auf gute Dividendenfonds und –ETFs, denn bereits 2016 war immer wieder zu hören: Dividenden sind die neuen Zinsen. Wie viel an diesem Spruch dran ist, zeigt ein Vergleich der durchschnittlichen Dividendenrendite der DAX30-Unternehmen mit der Umlaufrendite deutscher Anleihen und den Zinsen für täglich fällige Einlagen:

false

Quellen:

  • Deutsche Bundesbank
  • finitmat.de

Anlegern, die sich den Aufbau eines eigenen Portfolios aus Aktien, Fonds oder ETFs nicht zutrauen, empfehlen wir einen Blick auf unseren Robo-Advisor Vergleich. Die noch recht junge Garde der so genannten Robo-Advisor hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Geldanlage an der Börse für Einsteiger so einfach wie möglich zu gestalten. Dabei setzen sie auf Algorithmen und mathematische Modelle, nach denen sie Geld möglichst automatisiert anlegen. Je nach Anlagehorizont und Risikoneigung bieten sie Anlegern eine Vielzahl an fertigen Portfolios an, in die mit wenigen Mausklicks investiert werden kann.


Tipp: In 2019 sollen die DAX30-Unternehmen insgesamt rund 38,7 Milliarden Euro an Dividenden ausschütten [14]. Das würde einer durchschnittlichen Dividendenrendite von 3,30 Prozent entsprechen - mehr als neunmal so viel, wie eine zehnjährige Bundesanleihe derzeit abwirft. Einen Überblick über empfehlenswerte Dividendenfonds und –ETFs liefert das Übersicht der besten Dividenden-Fonds und ETFs unseres Schwesterportals Wertpapierdepot.net.

Quick Facts – unsere Prognosen für 2019

  • Tagesgeldzinsen bewegen sich seitwärts in einem Korridor von 0,18 bis 0,20 Prozent.
  • Durchschnittszinsen der fünf besten Angebote eines jeden Monats werden sich bei um die 0,80 Prozent in einer Spanne von 0,60 bis 1,00 Prozent bewegen.
  • Das Volumen täglich fälliger Einlagen bei Banken wird auch 2018 weiter steigen - auf geschätzte 1.550 Milliarden Euro
  • Festgeldzinsen sollten ab Ende 2018 leicht steigen, da die EZB ihr Anleihekaufprogramm Ende 2018 beendet hat
  • Inflation in der Eurozone sinkt auf 1,50 Prozent, Kerninflation bleibt unverändert bei 1,00 Prozent
  • Inflation in Deutschland geht auf 1,50 bis 2,00 Prozent zurück, Kerninflation bleibt unverändert bei 1,50 Prozent
  • Realzinsen für Sparer aufs Tagesgeld werden leicht steigen - auf minus 1,30 bis minus 1,82 Prozent
  • Leitzins in der Eurozone wird im 2. Halbjahr 2019 um 25 Basispunkte erhöht
  • Leitzins in den USA wird noch einmal um 25 Basispunkte erhöht werden und Ende 2019 bei 2,75 Prozent stehen
  • Einlagenzins der EZB steigt auf minus 0,20 Prozent
  • Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen steigt auf 0,80 Prozent
  • Der Wechselkurs von Euro zum US-Dollar sinkt auf 1,10
  • Laufende Verzinsung von Lebensversicherungen steigt marginal auf 2,35 bis 2,40 Prozent
  • Gold kann auf Euro- als auch auf Dollarbasis zulegen auf 1.225 EUR bzw. 1.350 USD
  • Steigende Kurse an den Aktienmärkten aber unter zunehmender Volatilität, DAX Ende 2019 bei 12.500 Punkten
  • Dividenden sind auch 2019 die neuen Zinsen – Nachfrage nach Dividendenfonds und –ETFs wird weiter steigen

Zinsprognose bis Ende 2018 - wichtigste Fakten im Überblick

Was kommt auf Sparer in Deutschland zu?

Eine leicht nachgebende Inflation bei immer noch extrem niedrigen Zinsen, die zum Jahresende jedoch leicht steigen. Das ist es, was deutsche Sparer in 2019 erwarten dürfte. Es lohnt sich daher bei der Suche nach guten Zinsen, über die Landesgrenzen hinaus zu schauen - etwa bei Zinsvermittlern wie Savedo, WeltSparen oder Zinspilot.

Sowohl in unserem Tagesgeldrechner als auch in unserem Festgeldrechner haben wir seit Markteintritt die Angebote der eben genannten Vermittler gelistet. Sparern, die für höhere Zinsen einen Teil ihres Geldes auch im Ausland anlegen würden, sei ein Blick auf die entsprechenden Angebote empfohlen – aber bitte immer im Rahmen der gesetzlichen Einlagensicherung! Wer alle Angebote der drei genannten Zinsmarktplätze auf einen Blick vergleichen will, der wird in unserem Zinsbroker-Test fündig.

Tagesgeldzinsen berechnen

Festgeldzinsen berechnen

Die nach wie vor historisch niedrigen Anleiherenditen in Deutschland sowie deren Kursrisiken bei den ersten Zinsschritten nach oben machen Anleihen in 2019 zu einer aus unserer Sicht nicht wirklich empfehlenswerten Anlageklasse.

An Aktien hingegen führt unserer Meinung nach auch 2019 kein Weg vorbei. Ein im Vergleich zu Anleihen moderates KGV sowie das Fehlen jedweder Anlagealternativen macht es für Normalsparer so gut wie unmöglich, abseits des Aktienmarktes auskömmliche Renditen zu erzielen.