Sparquote - Definition und Entwicklung in Deutschland

Sparquote

Definition der Sparquote

Die Sparquote wird definiert als das Verhältnis von Ersparnissen zu Einkommen. Daraus ergibt sich die Unterscheidung in eine Sparquote der privaten Haushalte und eine volkswirtschaftliche Sparquote. Die Definitionen beider Sparquoten lauten wie folgt:

Sparquote
der privaten Haushalte
=Ersparnisse / verfügbares Haushaltseinkommen
volkswirtschaftliche Sparquote=Ersparnisse aller Wirtschaftssubjekte / Bruttoinlandsprodukt

Durchschnittliche oder marginale Sparquote?

So, wie es zwei Definitionen der Sparquote auf einzel- und volkswirtschaftlicher Ebene gibt, existieren auch zwei Berechnungsmöglichkeiten der Sparquote: die durchschnittliche und die marginale Sparquote.

Die durchschnittliche Sparquote gibt an, welchen Anteil des verfügbaren (Haushalts-)Einkommens die Wirtschaftssubjekte zur Seite legen.

Beispiel: bei einem verfügbaren Haushaltseinkommen von 50.000 Euro legt ein Privathaushalt 10.000 Euro pro Jahr zur Seite. Die durchschnittliche Sparquote beträgt in diesem Fall 20 Prozent.

Die marginale Sparquote hingegen gibt den Anteil an, der bei einer Einkommensänderung zusätzlich oder weniger gespart wird.

Beispiel: Unser Haushalt hat dank Lohnsteigerung im neuen Jahr ein verfügbares Haushaltseinkommen von 52.500 Euro und legt nun 11.000 Euro zur Seite. Die durchschnittliche Sparquote beträgt nun 20,95 Prozent. Die marginale Sparquote hingegen ergibt sich als Quotient aus dem Mehreinkommen und dem Zuwachs bei den Ersparnissen. In unserem Beispiel wären das 2.500 Euro Mehreinkommen und 1.000 Euro mehr Ersparnisse. Das ergibt eine marginale Sparquote von 40 Prozent.

Welche Faktoren haben Einfluss auf die Sparquote?

Auf die Sparquote haben mehrere Faktoren Einfluss. Einige lassen sich direkt aus der Definition ableiten, andere aus externen Anreizen.

Aus der Definition der Sparquote ergibt sich, dass das verfügbare Haushaltseinkommen einen direkten Einfluss hat. Je niedriger es ist, je weniger Geld den Haushalten oder Wirtschaftssubjekten nach Abzug der laufenden Kosten zur Verfügung steht, desto niedriger wird die Sparquote.

Indirekt wirken natürlich noch weitere Faktoren auf die Sparquote ein. Einer davon ist das Zinsniveau bzw. die Zinsentwicklung: Je niedriger die Zinsen auf Tagesgeld, Festgeld, Sparbücher oder andere Zinsprodukte, desto weniger Motivation zum Sparen besteht. Weitere Einflussfaktoren sind die konjunkturellen Aussichten und die gefühlte Sicherheit des laufenden Einkommens. Schätzen die Wirtschaftssubjekte die Konjunkturentwicklung negativ ein, werden sie versuchen, mehr Geld anzusparen. Halten sie hingegen ihre laufenden Einkünfte für sicher, werden sie mehr konsumieren und weniger sparen.

Die Sparquote in Deutschland

Entwicklung der Sparquote in Deutschland nach Bundesländern

Wie unterschiedlich die Sparquoten innerhalb der einzelnen Bundesländer sind, zeigt unsere nachfolgende Statistik:

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Quellen:

  • Statistische Ämter des Bundes und der Länder

Wie viel Geld legen Sparer pro Bundesland und Jahr zurück?

Die Sparquote ist eine Größe, die alleine für sich noch nicht wirklich viel aussagt. Erst, wenn man sie ins Verhältnis etwa zum verfügbaren Einkommen setzt, ergibt sich eine aussagekräftige Kennzahl zum absoluten Sparverhalten. Wir haben das gemacht und die Sparquote für jedes Bundesland mit dem verfügbaren Einkommen pro Verbraucher und Jahr multipliziert. Heraus kommt der Betrag, den jeder Sparer durchschnittlich pro Jahr und Bundesland zur Seite legt:

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Quellen:

  • Statistische Ämter des Bundes und der Länder

Ranking der Bundesländer nach Sparleistung je Einwohner

2016
Rang Bundesland Sparbetrag in EUR pro Jahr
1 Baden-Württemberg 2.729,96
2 Bayern 2.618,83
3 Hamburg 2.515,36
4 Hessen 2.402,58
5 Rheinland-Pfalz 2.268,48
6 Schleswig-Holstein 2.066,18
7 Nordrhein-Westfalen 2.053,33
8 Niedersachsen 1.851,96
9 Saarland 1.827,70
10 Berlin 1.656,40
11 Brandenburg 1.651,64
12 Bremen 1.595,75
13 Thüringen 1.269,72
14 Sachsen 1.266,61
15 Mecklenburg-Vorpommern 1.226,03
16 Sachsen-Anhalt 1.100,23
Deutschland gesamt 2.126,14
Quelle: Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder, eigene Berechnungen - Stand: 2018

Veränderung der Sparleistung im Zeitverlauf:

Bundesland Sparbetrag in EUR pro Jahr Veränd. seit 1995 Veränd. seit 2005
1991 1995 2005 2016
Baden-Württemberg 2.004,38 1.813,78 2.243,88 2.729,96 +50,51% +21,66%
Bayern 1.975,46 1.906,86 2.212.31 2.618,83 +37,34% +18,38%
Berlin 1.566,60 1.644,27 1.476,18 1.656,40 +0,74% +12,21%
Brandenburg 518,98 1.093,49 1.313,65 1.651,64 +51,04% +25,73%
Bremen 1.549,78 1.378,86 1.304,10 1.595,75 +15,73% +22,36%
Hamburg 1.933,69 1.867,60 2.049,31 2.515,36 +34,68% +22,74%
Hessen 1.897,21 1.857,96 2.054,17 2.402,58 +29,31% +16,96%
Mecklenburg-Vorpommern 411,08 1.000,73 1.032,62 1.226,03 +22,51% +18,73%
Niedersachsen 1.637,66 1.526,03 1.598,76 1.851,96 +21,36% +15,84%
Nordrhein-Westfalen 1.827,94 1.671,73 1.824,46 2.053,33 +22,83% +12,54%
Rheinland-Pfalz 1.767,06 1.579,41 1.870,17 2.268,48 +43,63% +21,30%
Saarland 1.392,78 1.239,20 1.473,95 1.827,70 +47,49% +24,00%
Sachsen 457,37 1.051,11 1.114,96 1.266,61 +20,50% +13,60%
Sachsen-Anhalt 426,94 962,34 1.051,98 1.100,23 +14,33% +4,59%
Schleswig-Holstein 1.833,01 1.725,51 1.842,02 2.066,18 +19,74% +12,17%
Thüringen 458,58 939,51 1.096,80 1.269,72 +35,15% +15,77%
Deutschland gesamt 1.582,56 1.610,07 1.802,65 2.126,14 +32,05% +17,95%
Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder, eigene Berechnungen (verfügbares Einkommen in EUR * Sparquote in %)

Sparquote in Deutschland - Jahres- und Quartalsvergleich

Die Entwicklung der Sparquote in Deutschland seit 1991 finden Sie nachfolgend (Angaben pro Jahr):

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Quellen:

  • Statistische Ämter des Bundes und der Länder

Nachfolgend finden Sie die Sparquote in Deutschland pro Quartal:

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Quellen:

  • Statistisches Bundesamt

Die Sparquote in Deutschland in Zahlen (Statistik):

Quartal Sparquote Veränderung gegenüber Vorjahr
1. Quartal 1991 15,80 % -
1. Quartal 1992 16,00 % +20 Basispunkte
1. Quartal 1993 15,50 % -50 Basispunkte
1. Quartal 1994 14,50 % -100 Basispunkte
1. Quartal 1995 14,40 % -10 Basispunkte
1. Quartal 1996 14,10 % -30 Basispunkte
1. Quartal 1997 13,50 % -60 Basispunkte
1. Quartal 1998 13,50 % unverändert
1. Quartal 1999 12,40 % -110 Basispunkte
1. Quartal 2000 12,50 % +10 Basispunkte
1. Quartal 2001 12,80 % +30 Basispunkte
1. Quartal 2002 12,60 % -20 Basispunkte
1. Quartal 2003 13,70 % +110 Basispunkte
1. Quartal 2004 13,60 % -10 Basispunkte
1. Quartal 2005 13,40 % -20 Basispunkte
1. Quartal 2006 13,40 % unverändert
1. Quartal 2007 14,00 % +60 Basispunkte
1. Quartal 2008 14,00 % unverändert
1. Quartal 2009 13,50 % -50 Basispunkte
1. Quartal 2010 13,60 % +10 Basispunkte
1. Quartal 2011 12,90 % -70 Basispunkte
1. Quartal 2012 13,00 % +10 Basispunkte
1. Quartal 2013 12,40 % -60 Basispunkte
1. Quartal 2014 12,60 % +20 Basispunkte
1. Quartal 2015 12,90 % +30 Basispunkte
2. Quartal 2015 9,30 % -360 Basispunkte
3. Quartal 2015 8,20 % -110 Basispunkte
4. Quartal 2015 8,40 % +20 Basispunkte
1. Quartal 2016 13,00 % +460 Basispunkte
2. Quartal 2016 9,40 % -360 Basispunkte
3. Quartal 2016 8,20 % -120 Basispunkte
4. Quartal 2016 8,50 % +30 Basispunkte
1. Quartal 2017 13,10 % +460 Basispunkte
2. Quartal 2017 9,30 % -380 Basispunkte
3. Quartal 2017 8,40 % -90 Basispunkte
4. Quartal 2017 8,70 % +30 Basispunkte
1. Quartal 2018 13,40 % +470 Basispunkte
Quelle: Deutsche Bundesbank

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