Wie lege ich Geld für meine Kinder richtig an?

Vorsorge ist wichtig. Nicht nur für sich selbst, sondern auch für die eigenen Kinder. Viele Eltern wissen jedoch nicht, wie sie Geld für ihre Kinder am besten anlegen. Im Ratgeber klären wir die wichtigsten Fragen rund um die Geldanlage für Kinder.

Wann ist der richtige Zeitpunkt mit einer Geldanlage für Kinder anzufangen?

Vater spart mit Tochter Geld
© vadimguzhva / iStock / Thinkstock

Hier gilt grundsätzlich: Je früher, desto besser. Je länger die Ansparphase ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich der angesparte Betrag am Ende sehen lassen kann. Vor allem, wer auf Wertpapiere bei der Geldanlage setzt, sollte eher langfristig planen.

Stefanie Kühn, Finanzberaterin, weist im Interview mit Tagesgeldvergleich.net jedoch darauf hin: „Es ist nie zu spät, anzufangen, selbst wenn Eltern erst zum zwölften Lebensjahr eines Kindes anfangen, Geld beiseite zu legen. Im Hinblick auf den Schulanfang lässt sich sagen, dass Eltern nach sechs Jahren in der Regel wissen, was ein Kind kostet und was monatlich an Geld übrig bleibt. Mit einem Teil dieses Betrags lässt sich ein erster Sparplan einrichten.“

Wie hoch sollte die Sparanlage sein oder was ist ein gutes Sparziel?

Es empfiehlt sich, kontinuierlich zu sparen. Vorstellbar sind beispielweise Raten von 25 bis 50 Euro pro Monat. So muss man nicht warten, bis eine größere Summe Geld vorhanden ist, die angelegt werden kann.

Wichtig ist aber vor allen Dingen, sich nicht zu übernehmen, und konsequent am Ball zu bleiben. Die Sparrate sollte daran ausgerichtet werden, wie viel im Haushalt zur Verfügung steht.

Stefanie Kühn sagt: „Zusätzliches Geld kommt häufig durch die Großeltern hinzu, die für ihre Enkel Geld zurücklegen wollen, z. B. für die Ausbildung oder eine Wohnungseinrichtung. Eltern und Großeltern sollten sich dann abstimmen, wie sie gemeinsam sparen.“

Tagesgeldkonten für Minderjährige »

Welche Sparanlagen lohnen sich derzeit für Kinder bzw. Eltern?

Wer Geld für seine Kinder anlegt, sollte sich zunächst überlegen, welche Ziele er damit verfolgt:

Stefanie Kühn meint: „Zunächst stellt sich die Frage, welche Ziele Sie als Eltern verfolgen. Während der Schuljahre gibt es immer wieder Monate, in denen Eltern hohe Ausgaben haben – z. B. für Schulbücher am Schuljahresanfang oder Klassenausflüge zum Jahresende. In dieser Hinsicht lohnt es sich, Geld für diesen kurzfristigen Bedarf zur Seite zu legen, beispielsweise auf einem Tagesgeldkonto. Eltern können dieses Konto als Kinderkonto deklarieren und monatlich mit 25 oder 50 Euro besparen.

Langfristige Ziele sind z. B. eine Ausbildung. In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll, über Modelle wie Fondssparen nachzudenken, weil sie eine höhere Rendite erwarten lassen.

Wer Aktien und Fonds generell ablehnt, kann alternativ zum Festgeld greifen. […] Für attraktive Zinsen müssen Eltern innovativer agieren und bei Direktbanken nachsehen. Es ist hilfreich, um die Ecke zu denken, um bessere Konditionen zu erhalten und auch einmal das eine oder andere Lockangebot zu prüfen.“

Viele Geldanlagen lassen sich explizit auf den Namen des Kindes abschließen. Beim Anbieter werden sie dann als Tagesgelder oder Depots für Minderjährige aufgeführt.

Mögliche Geldanalgen sind:

Die Vorteile dieser Geldanlagen sind die große Sicherheit durch die gesetzliche Einlagensicherung; außerdem kommt es nicht zu Kursschwankungen. Beim Tagesgeld kann zudem jederzeit auf das Ersparte zugegriffen werden. Derzeit werfen diese Geldanlagen jedoch wenig Rendite ab. Ein Vergleich der Angebote lohnt sich.

Vor allem bei einer langfristigen Geldanlage können auch risikoreichere Geldanlagen einbezogen werden - beispielsweise:

Sowohl mit Fonds als auch mit ETFs lassen sich hohe Renditen erzielen. Durch die breite Streuung, die etwa mit einem ETF auf den MSCI World Index erreicht werden kann, sinkt zudem das Risiko von Kursverlusten. ETFs verursachen außerdem wenig Kosten.

Dennoch kann es sowohl bei Fonds als auch bei ETFs zu Kursschwankungen kommen. Wer sich für Wertpapiere entscheidet, muss diese aushalten können.

Von welchen Geldanlagen ist abzuraten und weshalb?

Abzuraten ist von:

  • Kapitallebensversicherungen
  • Ausbildungsversicherungen
  • Kinderschutzbriefen

„Unbedingt abzuraten ist von Kapitallebensversicherungen. Diese sind nicht mehr attraktiv. Seit 2005 fehlen die Steuervorteile fast komplett und sie sind viel teurer als andere Anlageprodukte. Die Kosten zehren nahezu die gesamte garantierte Rendite auf“, sagt Stefanie Kühn.

Ausbildungsversicherungen und Kinderschutzbriefe sind zudem sehr unflexibel. Außerdem verursachen sie hohe Gebühren und bringen oft kaum oder keine Rendite.

Auf welchen Namen soll das Geld angelegt werden – auf den des Kindes oder der Eltern?

Ein Kind vor einem Glas mit Münzen
© Flying Colours Ltd / iStock / Thinkstock

Hierzu gibt es unterschiedliche Standpunkte.

Stefanie Kühn meint: „Ich plädiere dafür, das Geld zunächst bei den Eltern zu belassen. Gehört das Geld den Kindern, können sie mit 18 Jahren frei darüber verfügen. In diesem Fall wird das Ersparte vielleicht nicht für die Ausbildung genutzt, sondern für andere Zwecke. Ideal ist eine zweigleisige Variante. Eine Sparanlage auf den Namen der Eltern für die Ausbildung und ein zusätzliches Sparkonto für die Kinder, auf dem kleine Geldgeschenke und selbst Gespartes landen.“

Wird das Konto auf den Namen des Kindes eröffnet, hat dieses dafür die Sicherheit, dass die Eltern nicht frei darüber verfügen können. Zwar haben die Eltern eine Vollmacht über das Konto, das Geld gehört jedoch dem Kind. Ein Elternteil kann – beispielweise nach einer Scheidung – nicht kurzerhand beschließen, Geld von dem Konto abzuziehen. Das Geld darf nur zum Nutzen des Kindes verwendet werden.

Wie lässt sich ein Minderjährigenkonto eröffnen?

Wie der Eröffnungsprozess genau aussieht, hängt von der Geldanlage und vom Anbieter ab. In jedem Fall ist die Zustimmung des Kindes erforderlich.

Die Zustimmung Erziehungsberechtigten erfolgt entweder durch eine Unterschrift auf dem Kontoantrag oder indem eine separate Erklärung ausgefüllt wird.

Zur Identifizierung im Rahmen des Post- oder VideoIdent-Verfahrens werden die Personalausweise der Eltern und der Ausweis oder die Geburtsurkunde des Kindes benötigt.

Bei Minderjährigenkonten sind die gesetzlichen Forderungen aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB), dem Wertpapierhandelsgesetz und der Einkommensteuerdurchführungsverordnung zum Schutz von Kindern zu beachten.

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