Inflation - Definition und Statistiken

Was ist Inflation?

Die Inflation gibt im Finanzsektor an, um welchen Prozentsatz sich das Preisniveau verschiedener Bereiche einer Volkswirtschaft im Zeitverlauf ändert. Da man bei einer Preissteigerung von einer Teuerung spricht, hat sich auch der Begriff der Teuerungsrate eingebürgert. Der Begriff "Inflation" an sich stammt vom lateinischen Wort "inflatio" ab, welches ins Deutsche übersetzt "aufblähen" bedeutet.

Außerhalb des Finanzsektors bezeichnet er also die Zunahme einer Grundmenge (Personen, Gegenstände etc.). Hier auf dieser Seite geht es uns um die Inflation als Erhöhung der Güter- und/oder Vermögenspreise einer Volkswirtschaft.

Inflation oder Deflation

Die Inflation an sich hat immer einen positiven Wert. Sinkt ihr Wert unter Null, spricht man von Deflation, ist ihr Wert gleich Null, spricht man von Preisstabilität oder Nullinflation:

  • Hat die Inflationsrate einen Wert größer 0, spricht man von Inflation – die Preise steigen.
  • Hat die Inflationsrate einen Wert kleiner 0, spricht man von Deflation – die Preise sinken.
  • Hat die Inflationsrate einen Wert von 0, spricht man von Preisstabilität.

Inflation in den Ländern der Eurozone 2017

Wie hoch war die Inflation in der Eurozone in 2017? Deutlich höher als 2016, als sie nur bei 0,20 Prozent lag. 2017 betrug die Inflation in der Eurozone 1,74 Prozent. Damit kam sie der Zielmarke der EZB von knapp 2,0 Prozent sehr nahe. Die Spanne reichte von 0,30 Prozent in Irland bis 3,70 Prozent in Estland und Litauen. Deutschland lag mit 1,70 Prozent im Durchschnitt.

Inflation in den Ländern des Euroraums 2017

Inflationserwartungen der EZB für die Eurozone

  • 2017: +1,30 Prozent
  • 2018: +1,80 Prozent

Stand: 02.06.2016

Wie die nachfolgende Infografik zeigt, steigt die Inflationserwartung für die Eurozone - gemessen am 5-Jahres Swapsatz - seit dem September 2016 rapide an:

Inflationserwartungen für die Eurozone

Quelle: Bloomberg

Inflationserwartungen für Deutschland

Die WirtschaftsWoche veröffentlichte in Ausgabe 5 vom 27.01.2017 die Ergebnisse einer Umfrage unter Mitgliedern des Bundesverbandes Deutscher Volks- und Betriebswirte (bdvb). Die Mehrheit der Befragten erwartet für 2017 eine Inflation von 1,00 bis 2,00 Prozent in Deutschland. Die Erwartungen gliedern sich dabei wie folgt auf:

  • unter 0,5% - 6% der Nennungen
  • 0,5 bis 1,0% - 24% der Nennungen
  • 1,0 bis 1,5% - 35% der Nennungen
  • 1,5 bis 2,0% - 27% der Nennungen
  • über 2,0% - 7% der Nennungen

Studie der CreditPlus Bank im Auftrag der WirtschaftsWoche - 10/2016

Nicht nur die Fachleute rechnen für 2017 mit einer moderaten Inflation unterhalb der von der EZB gewünschten Zielmarke von 2,00 Prozent. Einer Studie der CreditPlus Bank im Auftrag der WirtschaftsWoche zufolge rechnen 37 Prozent der 2.000 befragten Verbraucher für die kommenden 12 Monate mit einem Anstieg der Inflation auf einen Wert zwischen ein und zwei Prozent. 33 Prozent der Befragten gehen von gleich bleibenden Preisen aus und nur ein Prozent aller Befragten rechnet mit sinkenden Preisen:

Inflationserwartungen für Deutschland

EZB definiert positive Inflationsrate als Wunschzustand

Interessant ist an dieser Stelle, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bei einer Inflationsrate von 2,00 Prozent von Preisstabilität spricht. Für sie ist also eine leichte Inflation der Normzustand, den zu erhalten es gilt.

Dazu sollte man aber wissen: für ihre Inflationserwartung bezieht sich die EZB in der Regel auf so genannte Inflations-Swaps mit einer Laufzeit von fünf Jahren. Mit solchen Sowas sichern sich Anleger gegen Inflationsrisiken ab. Aus ihnen kann die EZB also die Inflationserwartungen der Marktteilnehmer herauslesen.

Gegenüber der Betrachtung aktueller Inflationsraten haben diese Swap-basierten Inflationserwartungen den Vorteil, dass Schwankungen einzelner Preise wie Öl oder Lebensmittel kaum durchschlagen. Die EZB bezeichnet die Inflationserwartungen daher als verankert.

Entwicklung der Inflationsrate

Die Entwicklung der Inflationsraten für Deutschland, die Eurozone und die USA zeigen unsere nachfolgenden Diagramme auf Monatsbasis.

Inflation und Kerninflation (ohne Energie und Lebensmittel) - Deutschland

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Quellen:

  • Statistisches Bundesamt
  • de.tradingeconomics.com

Inflation und Kerninflation (ohne Energie und Lebensmittel) - Eurozone

false

Quellen:

  • de.global-rates.com
  • de.tradingeconomics.com

Entwicklung der Inflationsrate in der Eurozone

false

Quellen:

  • de.tradingeconomics.com

Entwicklung der Inflationsrate in den USA

false

Quellen:

  • usinflation.org

So hoch ist die "echte" Inflation in Deutschland

Alternativ zur offiziellen Inflationsrate, die den Anstieg des allgemeinen Preisniveaus wiederspiegelt, gibt es noch eine andere Definition der Inflationsrate von Wirtschaftsnobelpreisträger Milton Friedman. Dieser definiert Inflation als Geldmengenwachstum minus Wirtschaftswachstum. Seine Inflationsrate gibt also an, um wieviel Prozent das Wachstum der Geldmenge das Wirtschaftswachstum über- oder unterschreitet. Der Definition liegt die Tatsache zugrunde, dass im Grunde nur so viel Mehr an Geld in Umlauf gebracht werden muss, wie die Wirtschaft eines Landes oder Währungsraumes wächst. Inflation entsteht bei Friedman, wenn die Geldmenge schneller wächst als die Wertschöpfung in der realen Wirtschaft.

Legen wir Friedmans Definition von Inflation zugrunde, kommen wir für Deutschland ab 2000 auf folgende Inflationsraten:

Jahr Geldmenge M3 in Bio. Euro Wachstum Geldmenge M3 Wirtschafts-
wachstum
offizielle Inflationsrate "echte" Inflationsrate nach Friedman
2000 1,38 -1,43% 3,00% 1,40% -4,43%
2001 1,47 6,52% 1,70% 2,00% 4,82%
2002 1,46 -0,68% 0,00% 1,40% -0,68%
2003 1,51 3,42% -0,70% 1,10% 4,12%
2004 1,52 0,66% 1,20% 1,60% -0,54%
2005 1,59 4,61% 0,70% 1,60% 3,91%
2006 1,67 5,03% 3,70% 1,50% 1,33%
2007 1,86 11,38% 3,30% 2,30% 8,08%
2008 2,03 9,14% 1,10% 2,60% 8,04%
2009 1,99 -1,97% -5,60% 0,30% 3,63%
2010 2,08 4,52% 4,10% 1,10% 0,42%
2011 2,21 6,25% 3,70% 2,10% 2,55%
2012 2,34 5,88% 0,50% 2,00% 5,38%
2013 2,32 -0,85% 0,50% 1,50% -1,35%
2014 2,43 4,74% 1,60% 0,90% 3,14%
2015 2,64 8,64% 1,70% 0,30% 6,94%
2016 2,78 5,30% 1,90% 0,50% 3,40%
2017 2,92 5,04% 2,20% 1,80% 2,84%
Quellen: de.tradingeconomics.com, Statista.com, Deutsche Bundesbank
false

Quellen:

  • Eigene Berechnungen

So hoch ist die "echte" Inflation in der Eurozone

Wie bereits im vorherigen Abschnitt erwähnt, wollen wir an dieser Stelle die "echte" Inflation in der Eurozone untersuchen. Inflation entsteht bei Friedman, wenn die Geldmenge schneller wächst als die Wertschöpfung in der realen Wirtschaft. Also nehmen wir das Wachstum der Geldmenge M3 und ziehen davon das Wirtschaftswachstum ab. Das Ergebnis ist die "echte" Inflationsrate:

Jahr Geldmenge M3 in Bio. Euro Wachstum Geldmenge M3 Wirtschafts-
wachstum
offizielle Inflationsrate "echte" Inflationsrate nach Friedman
2000 4,86 4,29% 5,29% 2,20% -0,99%
2001 5,42 11,52% 4,61% 2,10% 6,92%
2002 5,77 6,46% 3,45% 2,30% 3,01%
2003 6,15 6,59% 2,88% 2,30% 3,71%
2004 6,54 6,34% 4,27% 2,10% 2,08%
2005 7,08 8,26% 3,61% 2,20% 4,64%
2006 7,76 9,60% 3,20% 2,20% 6,40%
2007 8,65 11,47% 3,00% 2,20% 8,47%
2008 9,41 8,79% 0,40% 3,30% 8,39%
2009 9,35 -0,64% -4,50% 0,30% 3,86%
2010 9,29 -0,64% 2,10% 1,60% -2,74%
2011 9,50 2,26% 1,50% 2,70% 0,76%
2012 9,79 3,05% -0,90% 2,50% 3,95%
2013 9,83 0,41% -0,30% 1,30% 0,71%
2014 10,32 4,98% 1,20% 0,40% 3,78%
2015 10,83 4,94% 2,00% 0,00% 2,94%
2016 11,37 4,99% 1,70% 0,20% 3,29%
2017 11,87 4,40% 2,50% 1,54% 1,90%
Quellen: de.tradingeconomics.com, Statista.com, Deutsche Bundesbank
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Quellen:

  • Eurostat, eigene Berechnungen

Hohe Inflation = hohe Sparzinsen?

Einer zu niedrigen Inflationsrate begegnen Notenbanken gerne durch Leitzinssenkungen. Damit einhergehen dann sinkende Sparzinsen. Ob eine hohe Inflation gleichgesetzt werden kann mit hohen Sparzinsen, darüber können sich unsere Leser beim Betrachten des nachfolgenden Diagramms ein eigenes Bild machen:

Entwicklung von Tagesgeldzinsen und Inflationsrate in Deutschland

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Quellen:

  • Eigene Berechnungen
  • Statistisches Bundesamt

Quelle der Daten für Einlagenvolumen und Effektivzins: Deutsche Bundesbank

Wie hoch derzeit die Zinsen auf Tagesgeld und Festgeld sind, können Sie unseren aktuellen Zinsvergleichen entnehmen:

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