Tagesgeld und seine steuerlichen Aspekte

Tagesgeld - Steuern auf Zinserträge

Steuerliche Behandlung der Zinserträge auf Tagesgeld und Festgeld

Bis Ende 2008

Bis Ende 2008 unterlagen die aus einer Geldanlage in Tagesgeld resultierenden Zinsen der Zinsertragssteuer in Höhe von 30%. Im Rahmen der Jahressteuererklärung werden die Zinserträge dann endgültig mit dem persönlichen Steuersatz versteuert, was entweder zu einer Rückerstattung zuviel gezahlter Steuern oder zu einer nachträglichen Differenzbesteuerung führt.

Jedoch ist es möglich, wie bei allen anderen Formen der Geldanlage auch, an das kontoführende Kreditinstitut einen Freistellungsauftrag zu stellen um Steuern sparen bzw. Zinserträge im Rahmen dieses Sparerfreibetrages steuerfrei vereinnahmen zu können.

Der maximale Freistellungsvolumen (Sparerfreibetrag + Werbungskostenpauschale) beträgt für Unverheiratete 801,- Euro und für Verheiratete bei gemeinsamer Veranlagung 1.602,- Euro.

Seit 2009

Seit 2009 unterliegen auch Zinserträge, wie sie der Sparer etwa auf einem Tagesgeldkonto erzielt, oberhalb des dann als Sparerpauschbetrag bezeichneten Freibetrages von 801 Euro pro Person der Abgeltungssteuer, wobei die Steuer in Höhe von 25 Prozent zuzüglich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag und eventueller Kirchensteuer direkt von der kontoführenden Bank an das zuständige Finanzamt abgeführt werden.

Abgeltungssteuer berechnen

Wie hoch die Abgeltungssteuer im Einzelfall ist, können Sie mit unserem Abgeltungssteuerrechner ermitteln:

Abgeltungssteuerrechner

%

Jahre

Auch hier kann sich ein Sparer mit niedrigerem Steuersatz die zuviel entrichteten Steuern im Rahmen seiner Einkommenssteuererklärung vom Finanzamt zurückholen.

Um Zinserträge innerhalb des Sparerfrei- bzw. -pauschbetrages steuerfrei vereinnahmen zu können, muss der Sparer einen Freistellungsauftrag für Kapitalerträge bei seiner kontoführenden Bank stellen. Durch diesen Freistellungsauftrag teilt der Anleger dem Kreditinstitut mit, bis zu welcher Höhe Sie ihm Kapitalerträge steuerfrei auszahlen soll.

Dieser Freibetrag kann natürlich vom Anleger frei auf alle Anlageformen und Kreditinstitute aufgeteilt werden, bei denen er Konten oder Depots unterhält, darf jedoch insgesamt den Maximalbetrag nicht überschreiten.

Wird kein Freistellungsauftrag für das Tagesgeldkonto gestellt, werden die entsprechenden Steuern abgeführt und der Anleger kann sich diese dann im Rahmen der Einkommenssteuererklärung zurückholen.

Für Sparer, die kein oder nur ein sehr geringes Einkommen haben, gibt es darüber hinaus die Möglichkeit, eine so genannte Nichtveranlagungsbescheinigung zu beantragen, welche sie dann bei ihrer Bank einreichen können, woraufhin diese auch Zinsen und Dividenden oberhalb des Freibetrages steuerfrei an den Sparer auszahlt. Mehr dazu hier: NV-Bescheinigung

Ein Beispiel:

Ein Anleger hält 50.000,- Euro auf einem Tagesgeldkonto mit einem Zinssatz von 4,50% p.a. für 12 Monate:

  Bis Ende 2008 Ab 2009
  Alleinstehend Verheiratet Alleinstehend Verheiratet
Anlagesumme: 50.000,00 Euro
Zinssatz vor Steuern: 4,50% p.a.
Zinsertrag p.a.: 2.250,00 Euro
Sparerfreibetrag verfügbar: 801,00 Euro 1.602,00 Euro 801,00 Euro 1.602,00 Euro
Zu versteuernder Betrag: 1.449 Euro 648,00 Euro 1.449 Euro 648,00 Euro
Zinsabschlagsteuer 30%: 434,70 Euro 194,40 Euro - -
Abgeltungssteuer 25%: - - 362,25 Euro 162,00 Euro
Solidaritätszuschlag 5,5%: 23,91 Euro 10,69 Euro 19,92 Euro 8,91 Euro
Gesamte Steuerabzüge: 458,61 Euro 205,09 Euro 382,17 Euro 170,91 Euro
Effektiver Gewinn nach Steuern: 1.791,39 Euro 2.044,91 Euro 1.867,83 Euro 2.079,09 Euro
Effektive Rendite nach Steuern: 3,58 % 4,09 % 3,74 % 4,16 %

So funktioniert die Abgeltungssteuer

So funktioniert die Abgeltungssteuer

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