Bundesschatzbriefe

Was sind Bundesschatzbriefe?

Unter Bundesschatzbriefen versteht man Anlageformen, die zur Kapitalbildung führen, allerdings müsste es hier eher heißen "führten", denn sie wurden zum 1. Januar 2013 abgeschafft bzw. werden seit diesem Datum keine neuen Schatzbriefe mehr herausgegeben.

Arten von Bundesschatzbriefen

Es gab zwei Arten von Bundesschatzbriefen, den Typ A und den Typ B. Typ A hatte eine Laufzeit von sechs Jahren und die Zinsen wurden jeweils zum Ende des Jahres ausgezahlt. Bei Typ B wurden die Zinsen über die gesamte Laufzeit, in dem Falle sieben Jahre, angesammelt und dann mit dem Gesamtgewinnausgezahlt.

Es war darauf zu achten, dass diese Zinserträge der Steuerpflichtunterlagen. Diese Anlageform wurde als überaus sicher angesehen, da schon voraberkennbar war, wie hoch der Gewinn sein würde. Die Schatzbriefe waren als mündelsicher deklariert, unabhängig von Währungen und sie beinhalteten keinerlei Kursrisiko für den Anleger.

Die Briefe konnten wahlweise bei der Finanzagentur in Verwahrung gegeben werden oder bei Banken und Sparkassen, diese übernahmen selbstverständlich auch die Verwaltung, das heißt, dass beim Typ A angefallene Zinsen gleich in weitere Bundesschatzbriefe umgetauscht werden konnten. Umgangssprachlich werden diese Kapitalertragsformen auch gerne als "Schätzchen" bezeichnet. Die Bundesschatzbriefe eigneten sich auch als Anlage- und Sparform für Kinder oder Enkel, denen man ab einem gewissen Alter eine angesparte Summe verfügbar machen wollte. Man durfte allerdings nichtvergessen, dass die Zinserträge zu versteuern waren.

Definition eines Bundesschatzbriefes

Beim Bundesschatzbrief handelte es sich um eine festverzinsliche Art der Kapitalanlage, deren Herausgeber die Bundesrepublik Deutschland war. Da eine Börseneinführung hiermit nicht durchgeführt wurde, wurden sie nicht den Effekten zugerechnet. Sie wurden ins Leben gerufen, um es dem Staat zu ermöglichen diverse Investitionen zu tätigen und um es allen Bundesbürgern jeder Bevölkerungsschicht zu ermöglichen Kapital zu bilden.

Insbesondere bei der Variante Typ B wurde der gestaffelte Zins gewählt, der gegen Ende de rLaufzeit sich erhöht, um den Anlegern einen besonderen Anreiz zu geben Bundesschatzbriefe zu erwerben. Das kam sicherlich sowohl dem Staat als auch dem Anleger zugute, denn die Ausschüttung war höher und der Staat konnte solänger mit dem Geld arbeiten.

Schon für einen Nennwert von 50 Euro konnte der Sparer einen der Bundesschatzbriefe erwerben, dabei musste er allerdings 52Euro investieren. Der Erwerb erfolgte im Überweisungsverfahren über das Girokonto der Hausbank. Bei einer vorzeitigen Rückgabe der Schatzbriefe, die unter der Verwaltung der Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland standen, fielen keine Gebühren an, wohl aber bei Schatzbriefen, die bei Banken und Sparkassen verwaltet wurden. Die Schatzbriefe konnten jederzeit übertragen werden auf natürliche Personen, dabei war entweder die Gutschrift auf einem Depotkonto möglich oder die Eintragung im Bundesschuldbuch.

Vorteile und Nachteile von Bundesschatzbriefen

Als Vorteil war grundsätzlich die Mündelsicherheit der Schatzbriefe zu sehen. Ein weiterer Vorteil war die absolute Zinssicherheit. Der Kunde wusste schon im Vorfeld, welchen Ertrag er mit diesen Anlagenerwirtschaften würde. Dabei war die Typ B Variante die ergiebigere Anlageform. Im Gegensatz zu anderen Bundesanleihen waren hier keine Kursabschläge zu verzeichnen. Diese Wertpapiere konnten sich aufgrund der überaus hohen Rendite durchaus mit den Zinserträgen aus der privaten Wirtschaft messen.

Eindeutiger Nachteil war, dass die Verfügbarkeit über das so angelegte Vermögen überaus eingeschränkt war. So war es zwar möglich, die Schatzbriefe zurückzugeben jedoch erst nach einem Jahr Laufzeit und das nur mit Einschränkungen, denn es mussten Pakete zu 5000 Euro sein die zurückgegeben wurden und das nur innerhalb von 30 Zinstagen.

Hierzu ein Rechenbeispiel: Hatte man 60.000 Euro in Bundesschatzbriefen angelegt und wollte wieder über sein Geld verfügen, dauerte es insgesamt zwei Jahre, bis das Kapital komplett wieder verfügbar war.

Also nichts für Sparer, die ohne Reserven arbeiteten. Wer also hier gerne oder aus persönlichen Gründen jederzeit und auch recht zeitnah über sein Geld verfügen wollte bzw. musste, der fuhr besser damit nur einen Teilbetrag in Bundesschatzbriefen anzulegen oder generell zu einer anderen Anlageform zugreifen, dazu boten bzw. bieten sich noch heute Tagesgeldkonten oder Festgeldkonten als gute Alternative an.

Mit dieser Anlage konnte jedoch noch anders Geld gespart werden, in dem der Kunde die Verwaltung und Verwahrungseiner Bundesanleihen dem Staat übertrug, der dies kostenfrei übernahm, wogegen dies bei der Hausbank rund einhundert Euro pro Jahr kostete, was unter Umständen also gleich wieder die Zinserträge verschlang. Somit kann also gesag tsein, dass Bundesschatzbriefe eine Anlage waren für Leute mit finanziellen Reserven, die eine hohe Rendite erwirtschaften und dabei ihre Nerven schonen wollten, denn Kursschwankungen an der Börse waren hier unbeachtet zu lassen.

Rendite und Risiko von Bundesschatzbriefen

Zum Thema Risiko kann eindeutig gesagt werden, dass hierkeines vorhanden war. Der Anleger bekam garantiert die Zinsen, die brieflich vereinbart waren auch ausgezahlt. Zudem konnte er die Kosten für die Verwaltung und Verwahrung reduzieren und gegen null schalten, indem er sie dem Staat übertrug.

Zur Berechnungsgrundlage der Renditen konnte der Sparer auf de rInternetseite der Bundesrepublik Deutschland sehen, wie hoch die Zinserträge der Bundesschatzbriefe im Typ A oder im Typ B sein würden.

Der Vorteil lag hiereindeutig bei der Anlageform des Typen B, das heißt, der Kunde investierte die Summe X und wusste schon genau, welche Summe er sieben Jahre später ausgezahlt bekäme.

Gerade Eltern und Großeltern, die für ihre Kinder bzw. Enkelfinanzielle Vorsorge treffen wollten, fuhren bei dieser Form der Anlage sehr gut, denn sie konnten die Summen, die sie für die Kinder anlegen wollten, gleich mehrmals anlegen und die Zinserträge gleich mit.

Zudem war diese Form der Wertpapiere mündelsicher, das heißt, das selbst bei einer Zahlungsunfähigkeit (Insolvenz) die Anlagesumme durch Fonds so abgesichert war, dass hier keine Verluste eintreten konnten.

Somit wurde die Anschaffung von Bundesschatzbriefen vor allem empfohlen, wenn es galt, für Minderjährige einen Nachlass zu sichern. Wobei zu beachten war, dass vor allem die Zinsen bei einem Typ B Schatzbrief so hoch sein konnten, das diese nach der Auszahlung versteuert werden mussten.

Was passiert mit den alten Bundesschatzbriefen der Sparer?

Seit dem 01. Januar 2013 werden keine Bundesschatzbriefe mehr ausgegeben. Über 40 Jahre existierte diese Anlageform und war eigentlich durchaus attraktiv für den Sparer. Jedoch hat die Bundesregierung beschlossen, sie dennoch einzustellen. Wer nun noch „Schätzchen“ besitzt, muss nicht in Panik verfallen, denn sie können nach wie vor im Depot verbleiben und werden dort wie vereinbart auslaufen.

Es können keine neuen Bundesschatzbriefe mehr erworben werden und es ist auch die Übertragung nicht mehr möglich. So ergibt sich für Erben vonB undesschatzbriefen nur die Suche nach anderen ebenso sicheren und renditefreundlichen Anlagealternativen.

Zuerst hatte die Regierung noch in Erwägung gezogen, das Geldgeschäft attraktiver zu gestalten und auszubauen, doch dann hat man sich entschlossen, diese Art der Geschäfte eindeutig in die Hand von Banken und Sparkassen zu übergeben. Zumal die Attraktivität und die Nachfrage nach Bundesschatzbriefen in letzter Zeit überaus rückläufig waren. Daneben hat die Regierung auch noch andere Arten von Geldgeschäften eingestellt, neben den Bundesschatzbriefen sind auch keine Bundesobligationen und auch keine Tagesanleihen mehr über die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland erhältlich.

Tagesgeld und vor allem Festgeld als Alternative

Der Sparer muss sich also umsehen nach anderen ebensos icheren Anlagealternativen, die auch noch eine hohe Rendite versprechen. Daher gilt für Kunden sich genau auf dem Markt umzusehen, denn gerade die in jüngster Vergangenheit geschehenen Finanzskandale ließen das Vertrauen in Banken, Sparkassen und Versicherungen dahinschwinden.

Dennoch ist zu sagen, dass Tagesgeldkonten und Festgeldkonten eine gute Alternative zu den jetzt nicht mehr verfügbaren Bundesschatzbriefen sind. Der Kunde kann bei Tagesgeldkonten mit moderaten Zinserträgen rechnen, allerdings auch jederzeit über sein Geld verfügen.

Unterschiedliche Banken unterschiedliche Konditionen, daher ist es wichtig sich hier eingehend zu informieren, wer was zu welchen Bedingungen anbietet. Noch besser fährt der Sparer oder Anleger allerdings mit der Variante Festgeldkonto, bei der die Summe X für einen bestimmten Zeitraum zu einem zurzeit recht hohen Zinssatz angelegt wird. Je höher die Summe umso höher der Ertrag und je länger die Laufzeit umso höher die Rendite.

Mit welchen Tages- und Festgeldkonten Sparer derzeit die höchsten Zinsen erzielen können, zeigen unsere Vergleiche und Rechner:

Tagesgeldzinsen berechnen

 

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