Geldvermögen privater Haushalte

Was ist das Geldvermögen?

Das Gabler Bank-Lexikon definiert Geldvermögen als "Differenz zwischen Forderungen und Schulden (Verbindlichkeiten) einer Wirtschaftseinheit" (Gabler Bank-Lexikon 14. Auflage, S.609) . In unserem Fall beziffert es das Vermögen der privaten Haushalte in Deutschland. Zum Geldvermögen gehören neben dem Bestand an Bargeld und Sicht- sowie Termineinlagen auch längerfristige Anlageformen. Sachwerte wie Immobilien oder Firmenbeteiligungen hingegegn werden nicht dem Geldverrmögen zugeordnet.

Die Vermögensuhr: Entwicklung des Geldvermögens pro Sekunde

Unsere Vermögensuhr zeigt nachfolgend die Entwicklung des Geldvermögens pro Sekunde - basierend auf dem Zuwachs zwischen den letzten beiden von der Bundesbank veröffentlichten Quartalen und gegliedert nach den wichtigsten Anlageformen:

Verwendungszweck Betrag

  • Bargeld und Einlagen 0
  • Lebens- und Rentenversicherungen 0
  • Aktien 0
  • sonstige Anteilsrechte 0
  • Geldmarktfonds 0
  • sonstige Investmentfonds 0
  • Festverzinsliche Wertpapiere 0
  • sonstige Forderungen 0
  • Gesamt 0

Auszug vom um Blatt 1 von 1

Alle Berechnungen erfolgen auf Grundlage von Daten der Deutschen Bundesbank zum 1. Quartal 2017 und 2. Quartal 2017 (Monatsbericht 10/2017)

Zuwachs bei Bargeld und Einlagen

  • Zuwachs 1. Quartal 2017 gegenüber 4. Quartal 2016: rund 1.685 EUR pro Sekunde
  • Zuwachs 2. Quartal 2017 gegenüber 1. Quartal 2017: rund 3.256 EUR pro Sekunde

Nachfrage nach Anleihen sinkt

Auf die seit Monaten sinkenden Renditen von Anleihen reagieren Anleger wie erwartet. Die Nachfrage nach festverzinslichen Wertpapieren sinkt:

  • Rückgang 1. Quartal 2017 gegenüber 4. Quartal 2016: rund 90 EUR pro Sekunde
  • Rückgang 2. Quartal 2017 gegenüber 1. Quartal 2017: rund 165 EUR pro Sekunde

Geldvermögen der Deutschen nimmt weiter zu

  • Zuwachs 1. Quartal 2017 gegenüber 4. Quartal 2016: rund 10.815 EUR pro Sekunde
  • Zuwachs 2. Quartal 2017 gegenüber 1. Quartal 2017: rund 5.736 EUR pro Sekunde

Wie wird das Geldvermögen ermittelt?

Die Höhe des Geldvermögens wird von der Deutschen Bundesbank im Rahmen ihrer Finanzierungsrechnung ermittelt. Darüber hinaus werden Stichproben in Bezug auf Höhe und Entwicklung des Geldvermögens durchgeführt.

Auf diese Anlageformen teilt sich das Geldvermögen privater Haushalte auf

Die Deutsche Bundesbank unterteilt das Geldvermögen der Privathaushalte in folgende Gruppen:

Bargeld und Einlagen

  • Bargeld und Sichteinlagen
  • Sonstige Einlagen

Termineinlagen

  • Termineinlagen bis einschließlich zwei Jahre Laufzeit
  • Termineinlagen über zwei Jahre Laufzeit

Spareinlagen

  • Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist (Sparbücher)
  • Spareinlagen mit mehr als dreimonatiger Kündigungsfrist

Sparbriefe

Wertpapiere (ohne Anteilsrechte) und Finanzderivate

  • Geldmarktpapiere
  • Langfristige festverzinsliche Wertpapiere
  • Anteilsrechte
  • Aktien
  • Sonstige Anteilsrechte

Investmentzertifikate

  • Geldmarktzertifikate
  • Sonstige Investmentzertifikate

Versicherungstechnische Rückstellungen

  • Ansprüche gegenüber Versicherungen
  • Prämienüberträge und Rückstellungen für eingetretene Versicherungsfälle
  • Längerfristige Ansprüche aus Versicherungsverträgen
  • Ansprüche aus Pensionsrückstellungen

Sonstige Forderungen

Wie hat sich das Geldvermögen der Privathaushalte in Deutschland entwickelt?

Die aktuelle Entwicklung des Geldvermögens gibt unsere nachfolgende Statistik wieder.

Quellen:

  • Deutsche Bundesbank/gemäß ESVG 2010

 

Geldvermögen* 2014 2015 1. Quartal 2016 2. Quartal 2016 3. Quartal 2016 4. Quartal 2016 1. Quartal 2017 2. Quartal 2017
Bargeld und Einlagen gesamt 1998,1 2094,8 2103,6 2132,7 2157,6 2208,9 2222,0 2247,6
Bargeld und Sichteinlagen 1109,1 1235,6 1246,0 1278,9 1309,6 1362,6 1379,4 1410,4
Termineinlagen 256,4 246,8 248,3 250,4 248,7 248,7 247,9 245,6
Spareinlagen und Sparbriefe 632,7 612,4 609,3 603,4 599,3 597,7 594,7 591,7
Schuldverschreibungen 162,2 139,8 137,1 133,5 130,6 127,4 126,7 125,4
inländische Kapitalgesellschaften 92,8 82,9 83,3 82,1 81,9 80,6 81,5 81,9
des Staates 9,6 6,5 6,3 5,7 5,2 5,0 4,6 4,3
des Auslands 59,8 50,3 47,6 45,7 43,5 41,8 40,6 39,3
Aktien und sonstige Anteilsrechte 508,9 555,9 543,6 540,8 563,7 589,9 614,6 610,9
börsennotierte Aktien inländischer Kapitalgesellschaften 169,7 189,0 181,7 174,6 187,9 200,8 213,0 211,1
börsennotierte Aktien des Auslands 64,0 74,8 73,1 76,8 80,7 86,8 93,1 92,7
nicht-börsennotierte Aktien und Sonstige Anteilsrechte 275,3 292,2 288,8 289,4 295,1 302,4 308,5 307,1
Anteile an Investmentfonds 442,5 484,8 479,3 487,8 505,1 517,8 540,9 547,2
Versicherungs-, Alterssicherungs- und Standardgarantie-Systeme 1945,0 2030,4 2057,6 2075,7 2094,4 2113,8 2137,9 2156,4
Ansprüche aus Rückstellungen bei Nichtlebensversicherungen und Rückstellungen für Forderungen im Rahmen standardisierter Garantien 307,3 324,3 327,6 331,0 334,4 337,7 341,0 344,4
Ansprüche aus Rückstellungen bei Lebensversicherungen 885,6 919,5 940,4 948,7 958,5 963,1 976,3 987,1
Ansprüche gegenüber Alterssicherungssystemen 752,1 786,6 789,6 796,0 801,5 813,0 820,6 824,9
Finanzderivate und Mitarbeiteraktienoptionen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Sonstige Forderungen 35,8 37,1 36,8 36,5 36,0 35,6 35,3 35,1
Insgesamt 5092,5 5342,8 5358,1 5406,9 5487,4 5593,4 5677,5 5722,6
* in Mio. Euro (unkonsolidiert) - Stand: 10/2017 - Quelle: Bundesbank

Entwicklung des Geldvermögens der Privathaushalte (Methode bis 1. Quartal 2014)

Quellen:

  • Deutsche Bundesbank/gemäß ESVG 1995

 

Die Struktur des Geldvermögens im Zeitverlauf

Wie sich die Struktur des Geldvermögens der Privathaushalte in Deutschland seit 1999 entwickelt hat, zeigt unsere nachfolgende Statistik:

Quellen:

  • Bundesbank.de

Quick Facts

Die wichtigsten Fakten zur Entwicklung der Struktur des Geldvermögens auf einen Blick:

  • Der Anteil von Bargeld und Sichteinlagen hat sich seit 1999 um 157 Prozent erhöht.
  • Der Anteil des auf Sparbüchern angelegten Geldes ist seit 1999 um 49 Prozent gesunken.
  • Der Anteil des in Aktien angelegten Geldes ist seit 1999 um 33 Prozent gesunken aber vom Tiefpunkt aus 2009 bereits um 24 Prozent gestiegen.
  • In Lebens- und Rentenversicherungen steckt 33 Prozent mehr Geld als 1999. Mit knapp 38 Prozent stellen die Versicherungen den größten Bestandteil des Geldvermögens dar.
Aufteilung des Geldvermögens deutscher Privathaushalte

Welche Anlageformen haben die größten Zu- bzw. Abflüsse?

Wie Sie unserer oben stehenden Tabelle entnehmen können, gab es seit 1993 die größten prozentualen Zuflüsse mit 241,41 Prozent bei den Lebens- und Rentenversicherungen sowie mit 230,76 Prozent bei den Investmentzertifikaten. Die größten prozentualen Mittelabflüsse gab es bei Geldmarktfonds. Aus diesen zogen Anleger von 1993 bis 2013 46,38 Prozent der angelegten Gelder ab.

Auch bei den absoluten Zuflüssen liegen Lebens- und Rentenversicherungen mit einem Plus von 1.097,20 Mrd. Euro auf Platz 1, gefolgt von Bargeld und Einlagen mit einem Plus von 993,20 Mrd. Euro. Größter Verlierer auch hier Geldmarktpapiere, aus denen Anleger zwischen 1993 und 2013 rund 3,20 Mrd. Euro abgezogen haben.

Veränderung der Anlageformen innerhalb des Geldvermögens privater Haushalte

Bruttovermögen pro Haushalt nach Altersgruppen

Interessant ist auch die Statistik des Bruttovermögens pro Haushalt nach Altersgruppen, die von der Deutschen Bundesbank aller Jahre veröffentlicht wird. Das Bruttovermögen setzt sich dabei aus dem Sachvermögen in Form von Immobilien, Fahrzeugen, Sammlungen, Schmuck etc. sowie dem Geldvermögen ohne Abzug von Schulden zusammen. Bis zum Renteneintritt nimmt es erwartungsgemäß zu, um dann innerhalb des Ruhestandes eingesetzt bzw. verzehrt zu werden:

Altersgruppe Bruttovermögen pro Haushalt
16 bis 24 Jahre 42.700 Euro
25 bis 34 Jahre 66.300 Euro
35 bis 44 Jahre 221.600 Euro
45 bis 54 Jahre 291.500 Euro
55 bis 64 Jahre 403.200 Euro
65 bis 74 Jahre 287.400 Euro
75 Jahre und älter 184.000 Euro
Quelle: Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom März 2016

Warum sind Bargeld und Einlagen (Sicht- und Termineinlagen) so beliebt?

Als Sparformen mit gesetzlicher Einlagensicherung sind Tages- und Festgelder auf jeden Fall eine interessante Alternative zu Bundeswertpapieren oder aber zumindest eine Ergänzung. Während beim Tagesgeld täglich über das angelegte Geld verfügt werden kann, im Gegenzug die Bank aber auch - abgesehen von Zinsgarantien für Neukunden - auch täglich den Zins ändern kann, ist es beim Festgeld umgekehrt: der Zins ist über die gesamte vereinbarte Laufzeit garantiert, dafür kann über das angelegte Geld erst zum Ende der Laufzeit verfügt werden.

Wie hoch derzeit die Zinsen auf Tagesgeld und Festgeld sind, können Sie unseren aktuellen Zinsvergleichen entnehmen: