Rentenbesteuerung

Wie werden Renten und Alterseinkünfte besteuert?

Besteuerung von Renten – Darauf müssen Sie achten

Die Anzahl der Rentenbezieher in Deutschland steigt stetig. Bis zum Jahr 2030 geht die Deutsche Rentenversicherung von einem Anstieg auf rund 30 Millionen auszuzahlenden Renten aus (siehe Grafik A). Gleichzeitig wächst der Anteil an Ruheständlern, die neben der gesetzlichen Altersrente zusätzliche Einkünfte erwirtschaften, z. B. aus einem weiterhin bestehenden Arbeitsverhältnis, Kapitalvermögen oder Immobilien. Das bedeutet allerdings auch, dass immer mehr Rentner ihre Rente versteuern müssen. Während der letzten Erhebung aus dem Jahr 2007 betraf dies rund 2,66 Millionen Bürger mit Renteneinkünften - inzwischen dürfte die Zahl deutlich höher liegen. Durchschnittlich musste jeder Rentner jährlich 4.281 Euro an das Finanzamt zahlen.

Grafik 1: Alterswachstum in der gesetzlichen Rente

Zahl der gesetzlichen Renten in Deutschland
Quelle: Deutsche Rentenversicherung/*Anzahl der Rentenbezieher in Millionen

Regelung der Rentenbesteuerung

Der jährliche Grundfreibetrag für Einkünfte beträgt bei Alleinstehenden derzeit 8.820 Euro (Stand 2017). Bei zusammen veranlagten Ehepaaren verdoppelt sich diese Summe auf 17.640 Euro. Wer höhere Einkünfte erzielt, muss auch als Rentner eine Einkommenssteuererklärung abgeben. Speziell Rentner mit hohen Einkünften sind entsprechend häufig von der Steuer betroffen. Wichtig: Bis 2004 war nur der Ertragsanteil zu versteuern (altersabhängig vom Rentenbeginn: bis 60 Jahre mit 32 %, ab 65 Jahre 27 %). Seit der Neuregelung 2005 („Alterseinkünftegesetz“) gilt für Renten eine anteilige Besteuerung, die für jedes Renteneintrittsjahr schrittweise angehoben wird. Der steuerpflichtige Anteil lag bei der Einführung 2005 bei 50 %, wobei der Wert jährlich bis 2020 um 2 % steigt – danach um jeweils ein Prozent. D. h. 2040 wird die Rente mit 100 % versteuert (siehe Grafik 2).

Grafik 2: Steuerpflichtige Anteile der Rente bis 2040

Steuerpflichtige Anteile der Rente bis 2040

Bis 2020 steigt der steuerpflichtige Rentenanteil jeweils um 2 Prozentpunkte pro Jahr. Ab 2021 bis 2040 um einen Prozentpunkt jährlich. Von 2040 an sind 100 Prozent der Neurenten steuerpflichtig.

Steuerpflichtige Einkünfte

Wie die Tabelle zeigt, hat die stetig ansteigende anteilige Besteuerung deutliche Auswirkungen auf den Betrag, ab dem Einkünfte steuerpflichtig werden. Musste ein Rentner 2005 erst ab einer monatlichen Rente von 1.569 Euro Steuern zahlen, waren 2012 nur noch 1.219 Euro steuerfrei. Aktuelle Prognosen sagen für 2040 einen nicht zu versteuernden Betrag von lediglich 830 Euro pro Monat voraus. Je niedriger die steuerfreie Einkommensgrenze, desto schneller wird sie überschritten. In dieser Beziehung sind vor allem Zusatzeinkünfte relevant, z. B. Betriebs- oder Privatrenten, Mieteinnahmen, Einkünfte aus Rürup- oder Riester-Verträgen, Nebenverdienste sowie Kapitalerträge aus Geldvermögen.

Bei Einkünften aus der privaten Rentenversicherung wird allerdings nur der Ertragsanteil mit einem festen Prozentsatz versteuert. Beispiel: Wer mit 65 Jahren eine monatliche Privatrente von 400 Euro bezieht, muss davon einen Ertragsanteil von 18 % versteuern, also 72 Euro. Für diesen Betrag wird der individuelle Steuersatz verwendet. Liegt der bspw. bei 30 %, so muss der Bezieher der privaten Vorsorge 21,60 Euro Steuern entrichten, was einen Restbetrag von 378,40 Euro ergibt. Mehr Details zur Berechnung der Steuerlast bei Rentenbezug finden sich im folgenden Beispiel.

Musterbeispiel zur Rentenbesteuerung

Gesetzliche Rente Private Rente Betriebsrente
Einkünfte jährlich 24.000,- Euro 3.600,- Euro 9.600,- Euro
Steuerpflichtig  13.920,- Euro (58%) 648 Euro (18%) -
Abzüge Werbungskosten (pauschal) 102,- Euro - Freibetrag 3.225,- Euro
Steueranteil 13.818,- Euro + 648,- Euro + 6.375,- Euro
Kapitaleinkünfte Mieteinnahmen Gesamt (brutto)
Einkünfte jährlich 3.000,- Euro 7.200,- Euro
Steuerpflichtig  - -
Abzüge Sparerpauschbetrag 801,- Euro Abschreibung (linear 2% pro Jahr) 3.600,- Euro, Instandhaltung 800,- Euro
Steueranteil 2.199,- Euro + 2.800,- Euro = 32.392,- Euro
Beispielrechnung: 68-jähriger Rentner (alleinstehend) bezieht seit 2009 eine jährliche gesetzliche Rente von 24.000 Euro. Zudem profitiert er durch eine private Altersrente sowie eine  Betriebsrente. Durch eine Kapitalanlage sowie Mieteinahmen für eine kürzlich gekaufte Immobilie (Wert: 180.000 Euro) verbessert er zusätzlich seine Einkünfte. Altersentlastungsbetrag - 1.596,- Euro
Kosten für Versicherungen - 800,- Euro
Sonderausgabenabzug (pauschal) - 36,- Euro
Gesamt (netto) 29.960,- Euro
Einkommenssteuer + 5.612,- Euro
Solidaritätszuschlag + 308,- Euro
Kirchensteuer + 505,- Euro (9%)
Gesamtsteuerbelastung 2011 6.425,- Euro
Quelle: Tagesgeldvergleich.net

Steuerspartipps für Rentner

  • Um die Abgabenlast zu senken eignen sich u. a. Versicherungsbeiträge. So lassen sich Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung generell absetzen. Ebenso absetzbar sind die Prämien der Privathaftpflicht sowie von Unfall- bzw. Sterbegeldversicherungen. Gleiches gilt für langjährige Lebensversicherungen mit min. 12 Jahren Laufzeit.
  • Haben Sie Aufwendungen für eine Putzfrau, Pflege- oder Betreuungspersonal bzw. einen Gärtner? Dann winkt eine Steuerentlastung durch haushaltsnahe Dienstleistungen. Zusätzlich gibt es steuerliche Erleichterungen bei persönlich bezahlten Handwerker-Rechnungen.
  • Unterhaltsleistungen für geschiedene Ehepaare bleiben auch als Rentner absetzbar.
  • Ruheständler, die in einem Seniorenwohnheim leben, können u. U. Kosten als außergewöhnliche Belastungen geltend machen. Auch mit Krankheits- und Arztkosten lässt sich die Steuerbelastung senken.

Tagesgeldkonto für hohe Geldbeträge

Hohe Geldbeträge lassen sich kostenlos und zudem noch rentabel auf einem Tagesgeldkonto deponieren. Die Zinsen können im Rahmen des persönlichen Steuerpauschbetrages (801 Euro; zusammenveranlagte Ehepaare 1.602 Euro) steuerfrei vereinnahmt werden. Einen Überblick über aktuelle Zins-Angebote gibt es in unserem Tagesgeld-Vergleich und -Rechner:

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