Zinsgewinne und Zinsverluste deutscher Sparer

Entwicklung der Zinsgewinne bzw. Zinsverluste von 2003 bis 2018

Sparer in Deutschland legen ihr Geld in der Regel eher klassisch an, d. h. es wird als Tagesgeld täglich verfügbar gehalten oder z. B. als Fest- bzw. Termingeld geparkt. Für diese Anlagen bei Banken erhalten die Sparer eine Verzinsung – mal mehr, mal weniger. Diese Sparzinsen vermehren, ganz vereinfacht, das angelegte Geld. Die klassischen Sparanlagen sind relativ sicher und entsprechend beliebt. Aber während die Anlage scheinbar wächst, kann gleichzeitig ein Geldwertverlust eintreten.

Inhaltsverzeichnis

Nominale Zinserträge nach Jahren

Die Deutsche Bundesbank erhebt monatlich die Effektivzinssätze auf Bankeinlagen privater Einlagen. Nachfolgend haben wir berechnet, wie hoch die Zinsgewinne der Deutschen in den Jahren 2003 bis heute ausfallen. Dafür haben wir neben den Zinssätzen das Volumen des Neugeschäfts der Banken für Einlagen privater Haushalte und das Volumen der Bestandseinlagen aus Daten der Bundesbank herangezogen.

Jahr Nominale Zinserträge in Mio. Euro
2003 27.960,13
2004 26.499,93
2005 26.136,02
2006 28.390,80
2007 36.219,94
2008 43.614,25
2009 30.778,83
2010 21.497,08
2011 23.278,72
2012 21.645,14
2013 15.915,29
2014 12.705,91
2015 8.898,21
2016 6.593,40
2017 5.029,43
2018 2.165,06
Quelle: Bundesbank, Tagesgeldvergleich.net

Die Deutsche Bundesbank erhebt zudem monatlich die Realzinssätze auf Bankeinlagen. Jene geben an, wie sich die Verzinsung unter Berücksichtigung des besagten Geldwertverlustes entwickelt. Die Berechnung erfolgt, per Definition, als Differenz eines nominalen Zinses und der (erwarteten) Inflationsrate.

Die Werte der Realzinsen liegen in ihrer aktuellen Form ab 2003 vor (MFI-Zinsstatitik).

Basierend auf diesen Realzinsen und den ebenfalls durch die Bundesbank bereitgestellten Daten zu den Einlagen privater Haushalte (Volumen des Neugeschäfts und Bestandsvolumen), hat Tagesgeldvergleich.net die realen Zinsgewinne bzw. Zinsverluste berechnet.

Realzinsgewinne und -verluste nach Jahren (Kaufkraftgewinne oder -verluste)

Nachfolgend listen wir die Realzinsgewinne/-verluste in Millionen Euro seit 2003 auf:

Jahr Kaufkraftgewinne/-verluste in Mio. Euro
2003 14.340,35
2004 3.959,24
2005 4.744,92
2006 5.990,15
2007 2.515,26
2008 3.339,74
2009 25.781,95
2010 3.460,92
2011 -12.078,00
2012 -14.105,97
2013 -11.239,15
2014 -4.193,02
2015 3.983,48
2016 -3.540,89
2017 -32.337,10
2018 -38.640,98
Quelle: Bundesbank, Tagesgeldvergleich.net

Übersicht: Entwicklung 2018

2018 Kaufkraftgewinne/-verluste in Mio. Euro
pro Monat kumuliert
Januar -2.508,67 -2.508,67
Februar -2.171,43 -4.680,10
März -2.533,73 -7.213,84
April -2.562,83 -9.776,66
Mai -3.660,72 -13.437,38
Juni -3.497,84 -16.935,23
Juli -3.337,37 -20.272,60
August -3.351,86 -23.624,46
September -3.898,79 -27.523,25
Oktober -4.276,94 -31.800,19
November -3.967,27 -35.767,47
Dezember -2.873,47 -38.640,98
Quelle: Bundesbank, Tagesgeldvergleich.net

Statistik zu den Zinsgewinnen und Zinsverlusten 2003 bis 2017

Berechnung:

Grundlage der Berechnung sind die monatlichen Realzinssätze der Banken für das Neugeschäft für Einlagen privater Haushalte (täglich fällig, mit Kündigungsfristen bis/über drei Monaten sowie vereinbarte Laufzeiten bis ein, zwei und mehr als zwei Jahre) und die entsprechenden Realzinssätze für die Bestandseinlagen bei Banken (bis und über zwei Jahre). Letztere wurden aus den Effektivzinssätzen abzgl. der Inflationsrate berechnet. Zur Vereinfachung der Rechnung wurden monatliche Zinsgutschriften angenommen.

Kaufkraftgewinn-/verlust pro Einwohner

Welchen Kaufkraftgewinn oder -verlust haben die deutschen Sparer pro Einwohner und Jahr mit ihren Einlagen bei Banken erzielt? Wir haben die Werte ab 2003 anhand der Bevölkerungszahlen des Statistischen Bundesamtes und der Angaben der Deutschen Bundesbank ermittelt:

Jahr Bevölkerung (in Mio.) Kaufkraftgewinn oder -verlust pro Einwohner
2003 82,532 173,76
2004 82,501 47,99
2005 82,438 57,56
2006 82,315 72,77
2007 82,218 30,59
2008 82,002 40,73
2009 81,802 315,17
2010 81,752 42,33
2011 80,328 -150,36
2012 80,524 -175,18
2013 80,767 -139,16
2014 81,198 -51,64
2015 82,176 48,48
2016 82,522 -42,91
2017 82,792 -390,58
2018 82,887 -466,19
Quelle: Bundesbank, Statistisches Bundesamt, eigene Berechnungen
Kaufkraftgewinn oder -verlust der deutschen Sparer pro Einwohner und Jahr mit ihren Spareinlagen bei Banken

Inflationsrate und Zinsgewinne/-verluste

Ein relevanter Aspekt in dieser Gewinn- und Verlustbetrachtung ist die Inflationsrate. Wir haben den Zinsgewinn/-verlust in Mrd. Euro noch der Inflation gegenübergestellt.

Wie erwartet, laufen die Kurven gegeneinander, d. h. eine hohe Inflationsrate sorgt für niedrigere Zinsgewinne bzw. einen Verlauf in den negativen Bereich.

Neben dieser Ansicht haben wir an anderer Stelle noch die Zinsverluste der Sparer im Verlauf der Finanzkrise separat betrachtet.

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Quellen:

  • Statistisches Bundesamt
  • Tagesgeldvergleich.net

Quellen: