Die Zinspolitik der EZB – der Dolchstoß für den Sparer?

Am 10. März 2016 war es wieder soweit: Der Zentralbankrat der EZB tagte wieder. Unter anderem ging es wie üblich um die selben Themen:

  • Die Inflationsrate ist zu niedrig.
  • Die Kreditvergabe durch die Banken erfolgt immer noch zu zögerlich.
  • Die Konjunktur kommt nicht in Schwung.
  • Es ist immer noch keine Lösung in Sicht

Wer sich von der Tagung am Donnerstag ein Initial erhofft hatte, wurde bitter enttäuscht. Für die Sparer, gerade in Deutschland, geht der Albtraum weiter. Viel schlimmer kann es, trotz der Absenkung des Leitzinses auf null Prozent, für die Sparer hierzulande nicht mehr kommen. Die letzte EZB-Sitzung brachte aber noch zwei weitere Änderungen:

  • Der Strafzins für Banken, die Geld über Nacht bei der EZB parken, beträgt jetzt – 0,4 Prozent gegenüber - 0,3 Prozent.
  • Die Aufkäufe von Anleihen wurden zum einen von 60 auf 80 Milliarden Euro im Monat aufgestockt. Darüber hinaus erwirbt die EZB nicht nur noch Staatsanleihen, sondern auch auf Euro lautende Unternehmensanleihen erster Bonität.

Um zu sehen, welche Auswirkung diese teils kritisierte, teils begrüßte Entscheidung der Ratsmitglieder um Mario Draghi hat, wollen wir einige Sachverhalte erläutern. Die jüngste Zinssenkung wurde vor allem von den Staaten Südeuropas positiv aufgegriffen. In Deutschland, dessen Vertreter am 10.3.2016 aufgrund der Rotation kein Stimmrecht hatte, wurde die Entscheidung massiv kritisiert. Der Präsident des deutschen Außenhandelsverbandes (BGA) sprach von einer „Enteignung der deutschen Sparer, einer gigantischen Umverteilung von Nord nach Süd.“ (Handelsblatt online, 12.3.2016)

Faktisch wird die EZB durch die Anleiheaufkäufe damit zum größten Gläubiger ihrer Eigentümer, der Staaten Europas. Deutsche Verbraucher bekamen die Einführung des Strafzinses für Einlagen der Kreditinstitute bei der EZB bereits indirekt zu spüren.

Verbraucher bereits indirekt Opfer des Strafzinses

Die Geldhäuser begannen mit Einführung des Strafzinses, diesen auf ihre institutionellen Kunden, Versicherungen, Pensionskassen und Unternehmen, umzulegen, sprich, auf Einlagen ebenfalls Zinsen zu berechnen. Für die Ersatzkassen bedeutete dies beispielsweise, dass der Gesundheitsfonds erstmals 1,8 Millionen Euro auf seine Einlagen bei deutschen Banken zahlen musste, so die F.A.Z.

Betrachten wir diesen Punkt einmal etwas genauer. Die Banken kommen der Aufforderung der EZB nicht nach, Kredite unter das Volk zu bringen, aus Angst, es könnte zu erhöhten Kreditausfällen kommen. Dafür belegt sie die EZB mit einem Strafzins auf nicht „verteilte“ Gelder. Was machen die Kreditinstitute?

Sie geben diese Strafe kurzerhand an ihre Kunden weiter, die, wie der Gesundheitsfonds, gezwungen sind, Barreserven zu halten. Der Gesundheitsfonds dient dazu, die im Sozialgesetzbuch festgeschriebene medizinische Behandlung der Versicherten sicherzustellen, nicht dazu, Strafzinsen der EZB an die Kreditinstitute zu finanzieren. Diese Gelder fehlen jetzt dem Gesundheitsfonds, müssen möglicherweise durch Beitragserhöhungen bei den Ersatzkassen nachfinanziert werden. Man mag es „Kapitalismus“ nennen, man kann es aber auch unter moralischen Gesichtspunkten als extrem zweifelhaft betrachten.

Die Auswirkungen der EZB-Politik auf die Privatkunden

Dass die hiesige Geldwirtschaft in Bezug auf kostendeckendes Arbeiten schon immer recht kreativ war, zeigen beispielsweise die von Politik und Verbraucherschützern immer wieder scharf kritisierten überdimensionierten Zinsen für Überziehungskredite (Dispositionskredite).

Überziehungskredite an private Haushalte vs. EZB-Leitzins

Im Zusammenhang mit der Zinsflaute denken die ersten Sparkassen bereits über eine Neugestaltung der Konditionen nach. „"Wir müssen notfalls das Vertriebsmodell und die Kostenstruktur anpassen", so der Sprecher des Sparkassenverbandes Alexander von Schmettow gegenüber der Zeitschrift Focus. Dieses Interview fand übrigens bereits im Februar 2015 statt.

Klassische Banken leben im Privatkundengeschäft von der Marge zwischen Kreditzinsen und Einlagezinsen. Unstrittig ist, dass diese Marge geschrumpft ist.  Eine Gegenüberstellung der Zinsen auf Einlagen und Kredite privater Haushalte im Euro-Raum zeigt die Differenz, den Gewinn der Bank:

Einlagen und Kredite privater Haushalte
Entwicklung von Kredit- und Einlagenzinsen für private Haushalte im Euro-Raum
Datum Kreditzinsen Einlagenzinsen Zinsspanne
Januar 2015 5,50% 0,91% 4,59%
Februar 2015 5,57% 0,84% 4,73%
März 2015 5,36% 0,85% 4,51%
April 2015 5,37% 0,78% 4,59%
Mai 2015 5,48% 0,69% 4,79%
Juni 2015 5,33% 0,66% 4,67%
Juli 2015 5,39% 0,63% 4,76%
August 2015 5,57% 0,61% 4,96%
September 2015 5,45% 0,63% 4,82%
Oktober 2015 5,27% 0,60% 4,67%
November 2015 5,47% 0,58% 4,89%
Dezember 2015 5,25% 0,57% 4,68%
Januar 2016 5,42% 0,56% 4,86%
Hinweis: den Durchschnitt der Einlagenzinsen finden Sie in unserem Vergleich der Tagesgeldzinsen »
Stand: 21.03.2016, Quelle: Deutsche Bundesbank

Zinsspanne zwischen Krediten und Einlagen an Privathaushalte im Euroraum wächst

Zinsspanne zwischen Krediten und Einlagen an Privathaushalte im Euroraum

Während die Bank am Kredit eine Einnahme von rund 5,4 Prozent pro Jahr erzielt, erhält der Sparer einen Zinssatz von durchschnittlich 0,6 Prozent pro Jahr auf seine Einlage, ein Gewinn von immerhin mehr als 4,8 Prozentpunkte pro Jahr. Immerhin konnten die Kreditinstitute, trotz der „angespannten“ Gewinnsituation ihre Erträge um 33 Prozent steigern!

Neben der bislang nur indirekten Belastung des Großteils der Verbraucher, derjenigen, welche gesetzlich krankenversichert sind, finden sich aber auch bereits direkte Belastungen. Lebensversicherer können die versprochenen Gewinnprognosen nicht mehr halten. Die Renditen am Kapitalmarkt liegen weit unter denen, die teilweise bei Altverträgen noch als Garantiezins erwirtschaftet werden muss. Immerhin betrug dieser einmal 3,5 Prozent und mehr.

Die private, aber auch die betriebliche Altersversorgung manch eines Arbeitnehmers oder Selbstständigen steht inzwischen auf allem anderen, nur nicht mehr auf einem soliden Fundament.

Inflation als weiterer Aspekt

Mario Draghis großes Schreckgespenst heißt Inflation. Nicht, weil sie aus dem Ruder zulaufen droht, im Gegenteil, sie schrumpft und schrumpft. Im Februar 2016 betrug sie in Deutschland gerade einmal 0,2 Prozent, ein Zehntel dessen, was sich die Ökonomen als gesunde Inflationsrate wünschen.

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Weiter Information zum Thema Inflation finden Sie in unserem Statistikbereich

Die Freude der Verbraucher über fast historisch niedrige Benzinpreise ist leider nicht ganz angebracht. Aber nicht nur die niedrigen Preise für Treibstoff, im Grunde über alle Branchen hinweg, sorgen für mehr Geld im Portemonnaie. Aber diese Medaille hat auch eine Kehrseite, welche der EZB schwer im Magen liegt:

Eine niedrige Inflation resultiert aus einer niedrigen Nachfrage. Eine niedrige Nachfrage führt zu gedrosselter Produktion oder zu Überkapazitäten, diese wiederum haben Entlassungen zur Folge, die Wirtschaft steckt in einer Rezession. Dieser eine Satz beschreibt das gesamte Dilemma, in dem die EZB aktuell steckt.

Und damit wären wir wieder bei dem Ausgangspunkt, weshalb Mario Draghi die Märkte mit Geld fluten möchte, um Verbraucher und Unternehmen gleichermaßen zur Kreditaufnahme zu motivieren. Eine steigende Anzahl von Konsumkrediten führt zu einer steigenden Nachfrage, steigende Nachfrage bedeutet mehr Produktion, mehr Arbeitsplätze, mehr Investition.

Einzig die Kreditinstitute als „Verteiler“ von Krediten tun sich schwer, ihrer diesmal sozialpolitischen, nicht gewinnmaximierenden Aufgabe, gerecht zu werden. Trotz der Steigerung der Erträge um 33 Prozent im Vorjahr prägt die Furcht vor Kreditausfällen ihr Handeln. Dabei sank die Zahl der Firmeninsolvenzen in Deutschland im sechsten Jahr in Folge und erreichte den tiefsten Stand seit Einführung der Insolvenzordnung 1999 (Nassauische Neue Presse, 11.3.2016).

Bis jetzt haben wir das Dilemma der EZB und die Gründe für ihr Handeln, aber auch die kontraproduktive Vorgehensweise der Kreditinstitute beschrieben. Eine große Frage steht aber immer noch im Raum.

Was können Sparer gegen die schleichende Enteignung tun?

Sparer haben die unterschiedlichsten Motivationen Geld zu sparen. Die einen möchten etwas für die Altersvorsorge tun, andere ein kleines Vermögen aufbauen oder ausbauen, Dritte denken an die Zukunft ihrer Kinder und legen für diese Geld auf die Seite.

Das alles ist schön und gut, solange der Zinssatz einen entsprechenden Mehrwert bietet. Die durchschnittliche Umlaufrendite inländischer Inhaberschuldverschreibungen betrug am 1. November 2015 noch 0,4 Prozent. Am 1. September 1981 lag sie noch bei 11,5 Prozent. Man könnte glauben, dass wir in der Mitte der zweiten Dekade des 21. Jahrhunderts eine Generation von Spardesillusionisten hervorgebracht haben. Eine durchschnittliche Rendite von 0,4 Prozent lockt nur noch die wenigsten Sparer hinter dem Ofen hervor.

Das Geld unter dem Kopfkissen zu horten, ist nun aber auch keine Lösung, nicht jeder möchte sich aber mit der Auswahl von Aktien beschäftigen müssen. Viele Anleger haben auch Angst vor möglichen Kurseinbrüchen.

ETFs – die langfristige Lösung für konservative Anleger

Exchange Trading Funds, ETFs, auf Deutsch Indexfonds, eignen sich auch für sehr konservative Sparer. Wer langfristig orientiert ist, sollte ein Blick auf das Chart „Stocks, Bills, Bonds and Inflation“ des US-Analystenhauses Ibbotson werfen. Die Kurven zeigen, dass ein Anleger mit langfristigem Anlagehorizont mit konservativen Aktien keine Befürchtungen haben muss:

Einlagen und Kredite privater Haushalte

ETFs unterscheiden sich von herkömmlichen Investmentfonds darin, dass sie nur einen Index nachbilden, also passiv sind. Das Fondsmanagement spekuliert nicht permanent darauf, einzelne Aktien aus den Fonds gegen andere austauschen zu müssen, sondern wird nur aktiv, wenn sich die Zusammensetzung eines Index, beispielsweise des DAX 30, ändert. Das wiederum wirkt sich extrem positiv auf die Kostenquote aus, die am Ende ihren Niederschlag in der Rendite findet.

Wer sich einmal etwas näher mit dem Thema ETF beschäftigen möchte, findet alle wichtigen Informationen auf der Seite Brokervergleich.de. ETFs eignen sich hervorragend für langfristige Sparpläne, ein Einstieg ist bei einigen Anbietern schon mit 20 Euro monatlich möglich.

Da war es wieder, das Tagesgeld

Trotz historisch niedriger Zinsen verliert das Tagesgeld nach wie vor nicht an Popularität. Es ist täglich verfügbar und: Wer sich ein wenig Mühe gibt, findet immer noch attraktive Angebote. Banken bieten nicht umsonst Neukunden immer wieder Zinsboni. Diese sind zwar in der Dauer der Zahlung und in Bezug auf die Höhe des Kapitals begrenzt, können aber im Rahmen des Zinshoppings nacheinander in Anspruch genommen werden.

Entwicklung der Tagesgeldzinsen für 5.000 Euro Anlagesumme und einen Monat Laufzeit inkl. Top5-Zinsen

Voraussetzung ist natürlich eine kontinuierliche Überprüfung der Konditionsangebote. Nähert sich die Zinsbindung für den Bonuszins ihrem Ende, steht dem Transfer des Geldes zur nächsten Bank mit hohem Bonus nichts im Wege. Die Eröffnung und die Schließung eines Tagesgeldkontos sind schließlich gebührenfrei.

Wichtig: Die Bankverbindung muss nach dem Transfer der Gelder gekündigt werden. Banken betrachten Neukunden als „Neukunden“, wenn in den letzten sechs oder zwölf Monaten keine Geschäftsverbindung bestand. Mit der Kündigung halten sich Anleger das Hintertürchen offen, nach Ablauf der Frist erneut von Zinsboni profitieren zu können.

Zum Tagesgeldkonto-Vergleich »

Ist Festgeld eine Empfehlung?

Die Frage, ob es nicht rentabler sei, ein Festgeld abzuschließen, hängt von der Dauer der Zinsbindung ab. Bei Laufzeiten bis zwölf Monaten oder gar einer unterjährigen Laufzeit ist der Anlagezeitraum überschaubar und eine gewisse Flexibilität bleibt gewahrt. Ein Festgeld mit einer Laufzeit von einem Monat bot am 17.3.2016 einen Zinssatz in Höhe von 0,8 Prozent p.a. Zinsen, für 12 Monate gab es bis zu 1,61%. Bei einer Laufzeit auf 60 Monate steigt der Zins pro Jahr am selben Tag auf 2,5 Prozent. Das beste Tagesgeld an diesem Stichtag brachte es auf immerhin 1,4 Prozent pro Jahr.

Es ist also fraglich, ob sich ein Anleger in einer Phase mit Niedrigstzinsen auf fünf Jahre binden soll und dabei aufgrund der Zinsbindung eine zwischenzeitliche Trendwende am Kapitalmarkt nicht nutzen kann. Wir sagen daher: nein.

Wer sich jedoch für kurzfristiges Festgeld interessiert, sollte aber  eventuell bald handeln. Die Angebote werden von Sparern derzeit stark nachgefragt und die ersten Banken haben bereits reagiert. Genau wie bei einigen Tagesgeldern gab es in den Tagen nach der Leitzinssenkung durch die EZB die ersten Zinskorrekturen. Auch die Streichung besonders kurzer Laufzeiten ist neuerdings ein Thema.  So hat beispielsweise die CreditPlus Bank Festgeld-Laufzeiten von 3, 6 und 9 Monaten kurzfristig aus dem Angebot genommen.

Tagesgeld - Zinsänderungen von 10.03. bis 21.03.2016

*Laufzeit gestrichen

Stand: 21.03.2016

Anbieter Laufzeit  Zinsen max. neu Zinsen max. alt Veränderung in Prozentpunkten Veränderung
comdirect (Tagesgeld PLUS-Konto) 12 Monate 0,05% 0,10% -0,05 -50,00%
Consorsbank (Tagsgeld für Bestandskunden) 12 Monate 0,20% 0,30% -0,10 -33,33%
RaboDirect RaboSpar 30 12 Monate 0,75% 0,90% -0,15 -16,67%
RaboDirect RaboSpar 90 12 Monate 0,85% 1,00% -0,15 -15,00%
RaboDirect Tagesgeld 12 Monate 0,65% 0,80% -0,15 -18,75%
TARGOBANK Online-Tagesgeld 12 Monate 0,03% 0,05% -0,02 -40,00%
TARGOBANK Doppelzinssparen 12 Monate 0,10% 0,20% -0,10 -50,00%
Credit Europe Bank Tagesgeld 12 Monate 0,50% 0,60% -0,10 -16,67%
FIMBank 12 Monate 1,40% 1,50% -0,10 -6,67%
Festgeld - Zinsänderungen von 10.03. bis 21.03.2016
Anbieter  Laufzeit Zinsen max. neu (in %) Zinsen max. alt (in %) Veränderung in Prozentpunkten Veränderung
comdirect Festgeld 1 Monat 0,01% 0,05% -0,04 -80,00%
2 Monate 0,01% 0,05% -0,04 -80,00%
3 Monate 0,05% 0,10% -0,05 -50,00%
comdirect Laufzeitkonto 60 Monate 0,20% 0,30% -0,10 -33,33%
Vaba Banka Festgeld 24 Monate 1,75% 1,85% -0,10 -5,41%
36 Monate 1,95% 2,00% -0,05 -2,50%
Klarna Festgeld 12 Monate 1,10% 1,30% -0,20 -15,38%
24 Monate 1,20% 1,40% -0,20 -14,29%
36 Monate 1,40% 1,60% -0,20 -12,50%
48 Monate 1,60% 1,80% -0,20 -11,11%
DenizBank Festgeld 3 Monate 0,70% 0,75% -0,05 -6,67%
6 Monate  0,80% 0,85% -0,05 -5,88%
9 Monate  0,90% 0,95% -0,05 -5,26%
12 Monate 1,00% 1,05% -0,05 -4,76%
18 Monate  1,10% 1,15% -0,05 -4,35%
24 Monate 1,25% 1,35% -0,10 -7,41%
36 Monate  1,35% 1,45% -0,10 -6,90%
48 Monate  1,45% 1,55% -0,10 -6,45%
60 Monate  1,55% 1,65% -0,10 -6,06%
72 Monate 1,60% 1,70% -0,10 -5,88%
84 Monate  1,65% 1,75% -0,10 -5,71%
96 Monate  1,70% 1,80% -0,10 -5,56%
108 Monate 1,75% 1,85% -0,10 -5,41%
120 Monate 1,80% 1,90% -0,10 -5,26%
Crédit Agricole Consumer Finance Festgeld 12 Monate 1,05% 1,15% -0,10 -8.70%
24 Monate 1,25% 1,35% -0,10 -7.41%
36 Monate 1,45% 1,55% -0,10 -6.45%
48 Monate 1,55% 1,65% -0,10 -6.10%
60 Monate 1,70% 1,80% -0,10 -5.55%
72 Monate 1,85% 1,90% -0,05 -2.63%
84 Monate 2,00% 2,05% -0,05 -2.44%
Credit Europe Bank Festgeld 12 Monate 0,60% 0,70% -0,10 -14,29%
18 Monate 0,70% 0,80% -0,10 -12,50%
24 Monate 1,00% 0,90% 0,10 11,11%
FIMBank Festgeld 6 Monate  1,60%  -   -   - 
CreditPlus Festgeld 3 Monate  -* 0,95%  -   -
6 Monate  -* 1,00%  -   - 
9 Monate  -* 1,05%  -   - 
60 Monate 1,35% 1,45% -0,10 -6.90%
72 Monate 1,50% 1,60% -0,10 -6.25%
84 Monate 1,65% 1,80% -0,15 -8.33%
Zum Festgeldrechner - Kurze Laufzeiten im Vergleich »

Kredite von privat – die alternative Geldanlage

Warum sollen eigentlich nur Banken an der Kreditvergabe Geld verdienen? Diese Frage stellten sich die zahlreichen Gründer der unterschiedlichen Plattformen, auf denen Privatpersonen ihre Projekte durch andere Privatpersonen finanzieren lassen. Eine umfangreiche Darstellung dieser Form der Geldanlage finden Sie in dem Kapitel „Geld verleihen als Anlage“.

Bekanntermaßen preist der Zins das Kreditausfallrisiko mit ein. Dementsprechend klassifizieren die Plattformen die Kreditgesuche gemäß der Bonität der Kreditsuchenden. Bessere Bonitäten zahlen niedrigere Zinsen, schwächere Bonitäten höhere. Am Ende kann sich jeder Anleger durch Beteiligung an den unterschiedlichsten Projekten ein Kreditportfolio zusammenstellen. Unterschiedliche Laufzeiten und unterschiedliche Risiken führen somit zu einer perfekten Risikostreuung.

Fazit

Die jüngste EZB-Entscheidung führte zu teilweise harscher Kritik, von der Enteignung deutscher Sparer durch die konsequente Niedrigstzinspolitik ist die Rede. Die Banken werden ihrer sozialpolitischen Verantwortung der verstärkten Kreditvergabe zur Ankurbelung der europäischen Konjunktur nicht gerecht. Im Gegenteil, sie wälzen die Strafzinsen der EZB auf ihre Kunden ab und versuchen, durch Änderungen der Konditionen die geschwundenen Margen zu kompensieren – mit Erfolg, wie die Zahlen belegen.

Für konservative Sparer bleibt das Tagesgeld-Karussell, um sich immer die höchsten Neukundenboni zu sichern. Festgelder stellen aktuell keine Alternative dar.

Indexfonds bieten eine Chance, mit konservativen Aktienanlagen langfristig das Zinstal zu überbrücken, Privatkredite stellen eine andere Möglichkeit der Geldanlage dar.

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