Einlagensicherungsfonds

Definition Einlagensicherungsfonds

Ein Einlagensicherungsfonds dient dazu, Sichtguthaben auf Girokonten sowie Einlagen von Kunden in Festgeld, Tagesgeld oder auf einem Girokonto bzw. Sparbuch bei deutschen Kreditinstituten zu schützen.

Dabei gibt es in Deutschland mehrere solcher Fonds bzw. Sicherungssysteme. Sie alle stellen die zweite Stufe eines zweiteiligen Sicherungssystems dar, dessen erste Stufe die gesetzliche Einlagensicherung durch die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken ist.

Der bekannteste dieser Einlagensicherungsfonds wird vom Bundesverband deutscher Banken betrieben und haftet mit bis zu 20 Prozent des Grundkapitals des letzten testierten Jahresabschlusses des betroffenen Kreditinstitutes (Stand: 2015), allerdings nur anteilig je Gläubiger. Hat man also mehrere Konten bei einer betroffenen Bank, wird nur einmal eine Entschädigung gezahlt.

Das zweite bekannte Sicherungssystem ist der Haftungsverbund der Sparkassen Finanzgruppe, welcher in unbegrenzter Höhe für die Einlagen von Kunden deutscher Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken auf Girokonten, Tages- und Festgeldkonten haftet.

Hat ein kleineres Kreditinstitut zum Beispiel ein ausgewiesenes Eigenkapital von 10 Millionen Euro, so sind durch den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken Beträge von bis zu 3 Millionen Euro pro Anleger versichert, der Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzegruppe haftet sogar unbegrenzt, auch wenn kaum ein Privatanleger jemals so viel Geld in irgendeiner Form angelegt haben wird.

Weitere Einlagensicherungsfonds werden durch die Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes deutscher Volks- und Raiffeisenbanken, dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes öffentlicher Banken sowie der Sicherungseinrichtung der privaten Bausparkassen und der Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen unterhalten.

Da die meisten Anleger niemals in solche Größenordnungen Ihrer Geldanlagen vorstoßen, bedeutet das für sie praktisch einen vollständigen Schutz ihrer Ersparnisse.

Während Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken immer über den Gaftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe abgesichert sind, gibt es für deutsche Kreditinstitute keine Pflicht, dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken beizutreten. Man sollte also als Verbraucher schon nachschauen, ob eine Bank diesem Fonds angehört nicht.

Durch solche Sicherungsfonds sind nicht nur die Guthaben der Kunden geschützt, sondern auch die Zinsen, die diese auf Termingeld, Spareinlagen, Festgeld und Tagesgeld erhalten haben. Eine Liste aller Banken, die Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken sind, finden Sie auf der folgenden Seite:

Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken >>>

Bei ausländischen Banken gelten andere Regelungen. Bis zu welchem Betrag Geldanlagen in anderen Mitgliedsstaaten der EU sowie Nicht-EU-Staaten abgesichert sind, können Sie hier nachlesen:

Sicherheit von Tagesgeld und Festgeld >>>

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