Mündelsichere Geldanlage - Mündelgeld

Beim Mündelgeld handelt es sich um das Geldvermögen eines Minderjährigen, das von einem Vormund verwaltet wird. Wir erklären, was es alles zu beachten gilt und welche Anlageformen mündelsicher sind.

Rechtliche Grundlagen der Vormundschaft

Die Vormundschaft tritt ein, wenn ein Minderjähriger nicht mehr unter elterlicher Sorge steht. Früher galt dies auch für entmündigte Personen. Eine Vormundschaft für Volljährige gibt es mittlerweile im deutschen Recht so nicht mehr. Seit dem 1. Januar 1992 ist das Rechtsinstitut der gesetzlichen Betreuung zuständig. Das Vormundschaftsrecht ist allerdings auf andere gesetzliche Vertreter wie Betreuer und Pfleger anzuwenden. Für Angelegenheiten Minderjähriger ist das Familiengericht zuständig.

Vormund und Gegenvormund – Beratung und Aufsicht

Das Betreuungs- und Familiengericht berät die Vormünder und Betreuer und wirkt mit, sie in ihre Aufgaben einzuweisen. Die jeweiligen Gerichte führen über die gesamte Tätigkeit des Vormunds und des Gegenvormunds die Aufsicht und schreiten gegen Pflichtwidrigkeiten durch geeignete Gebote und Verbote ein.

Der Gegenvormund ist eine spezielle Form der gesetzlichen Vertretung, die der Kontrolle des eigentlich bestellten Vormundes bei der Vermögensverwaltung dient.

mündelsichere Geldanlage

Funktionsweise einer mündelsicheren Geldanlage - sie muss risikolos und verzinst sein (Grafik: Tagesgeldvergleich.net)

Geldvermögen des Mündels – Aufgaben und Pflichten

Der Vormund oder Betreuer hat das Geldvermögen (Mündelgeld) seines Mündels – soweit das Geld nicht der Bestreitung laufender oder besonderer Ausgaben dient – verzinslich und risikolos zu investieren. Die Verwaltung des Geldes darf nicht zum Nachteil des Mündels investiert werden.

Mündelsichere Vermögenanlagen sind meist nur gering verzinste, praktisch von Wertverlust ausgeschlossene Anlagen und werden vom Gesetzgeber ausdrücklich für mündelsicher erklärt. Mündelsichere Anlageformen sind im § 1807 BGB definiert.

Mündelsichere Anlageformen – Konservativ versus Risiko

Mündelsicher sind inländische Hypotheken, Grund- und Rentenschulden, Bundes- und Länderanleihen, verbriefte Forderungen sowie festverzinste Wertpapiere und Konten bei für geeignet erklärten Banken und Sparkassen (gesetzliche Einlagensicherung). Sparbücher, Tages- und Festgeldkonten müssen ausdrücklich für geeignet erklärt werden. Aktien und Investmentfonds sind im Katalog des § 1807 BGB nicht erwähnt.

Eine mündelsichere Geldanlage ist eine konservative Anlageform, die kaum Renditen erwirtschaftet. Gemäß § 1811 BGB kann das Vormundschaftsgericht eine alternative Anlage zu den im § 1807 BGB erklärten Anlageformen gestatten (z. B. Aktien oder Wertpapierfonds), wenn diese im Einzelfall klar erkennbare wirtschaftliche Vorteile bieten und gleichermaßen sicher sind wie Anlagen aus dem Katalog des § 1807 BGB.

Sicherheit: Anlageform kritisch prüfen

Die Vergangenheit lehrt, dass nicht alle »mündelsicheren« Investmentfonds auch das hielten, was sie versprachen. Viele der von Gerichten als sehr sicher eingestuften Fonds mussten große Verluste verbuchen.

Der BVI führt Listen zu bekannten positiven Gerichtsentscheidungen zur mündelsicheren Anlage in Wertpapierfonds (PDF) und fondsgebundene Vermögensverwaltungen (PDF).

Redaktionstipp: Hypotheken-Bonus-Sparplan der Wohnungsbaugenossenschaft Reale Werte eG.

Der "Hypotheken-Bonus-Sparplan" der Wohnungsbaugenossenschaft Reale Werte eG ist eine nach § 1807 BGB mündelsichere Kapitalanlage. Der Anleger investiert in eine verrentete Immobilie. Die Investition wird im Grundbuch der Immobilie besichert. Der Garantiezins verbürgt 4,00 Prozent; Renditen von mehr als 9,00 Prozent – je nach Wertentwicklung der Immobilie – sind möglich.

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Quellenverzeichnis: