Festgeld kündigen

Wie kann man ein Festgeldkonto kündigen?

Auf dieser Seite wollen wir uns damit befassen, wie man ein Festgeldkonto kündigt und ob dies angesichts der im Voraus festgelegten Laufzeit überhaupt erforderlich ist. Während man aufgrund der nicht beschränkten Laufzeit ein Tagesgeldkonto kündigen muss, um es aufzulösen, gehen viele Anleger davon aus, dass dies bei einem Festgeldkonto nicht erforderlich sei.

Außerordentliche Kündigung während der Laufzeit

Während der vereinbarten Laufzeit kann ein Festgeldkonto in der Regel nicht gekündigt werden. In der Praxis ist das im Einvernehmen mit der Bank dennoch möglich, hat aber folgende Nachteile:

  • Der Sparer bekommt keine Zinsen,
  • Der Sparer bekommt deutlich niedrigere als die vereinbarten Zinsen,
  • Es werden Vorschusszinsen wie beim Sparbuch/Sparbrief berechnet oder
  • Die vorfristige Kündigung wird von der Bank nicht zugelassen, dem Sparer wird aber bis zur Fälligkeit ein Kredit in entsprechender Höhe zur Verfügung gestellt (als Sicherheit dient das auf dem Festgeldkonto angelegte Geld).
außerordentliche Kündigung eines Festgeldkontos

Ordentliche Kündigung zum Laufzeitende

Automatische Wiederanlage am Laufzeitende

Doch dem ist leider nicht so. Wie wir bereits in unserem Tagesgeld-Lexikon unter "Prolongation bei Festgeld und Termingeld" beschrieben haben, werden bei den meisten Banken die Festgeldkonten zum Ende der vereinbarten Laufzeit nicht automatisch aufgelöst und das auf ihnen angelegte Geld auf das Referenzkonto des Sparers ausgezahlt, sondern es muss eine aktive Kündigung durch den Kontoinhaber erfolgen. Erfolgt diese Kündigung nicht, verlängert sich die Anlagedauer um den zu Beginn vereinbarten Anlagezeitraum - und das zum dann aktuellen Zinsniveau. Dieses Vorgehen der Banken nennt man auch automatische Prolongation.

Vom Kunden zu bestätigende Prolongation

Eine zweite Möglichkeit, die auch in der Praxis anzutreffen ist, ist die vom Kunden zu bestätigende Prolongation. Bei dieser Variante muss der Kunde einer Wiederanlage seines Geldes zum aktuellen Zinssatz zustimmen. Gibt er diese Zustimmung nicht, wird das Festgeldkonto am Ende der Laufzeit aufgelöst und das angelegte Geld sowie die erwirtschafteten Zinsen auf sein angegebenes Referenzkonto ausgezahlt.

ordentliche Kündigung eines Festgeldkontos

Kündigung erforderlich oder nicht?

Bei einem Festgeldkonto, das nach Ablauf der Laufzeit automatisch aufgelöst und auf das vorgeschaltete Auszahlungs- oder ein hinterlegtes Referenzkonto ausgezahlt wird, ist keine separate Kündigung erforderlich.

Bei einem Festgeldkonto mit automatischer Verlängerung (Prolongation) um dieselbe Anlagedauer zum dann gültigen Zinssatz ist eine aktive Kündigung erforderlich.

Hinweis: Es ist also wichtig, bereits bei Eröffnung des Festgeldkontos in Erfahrung zu bringen, ob dieses aktiv gekündigt werden muss oder nicht. Wenn ja, sollte man sich den Termin entsprechend vormerken!

Bis wann muss gekündigt werden?

Ist ein Festgeld vom Sparer aktiv zu kündigen, muss diese Kündigung in der Regel spätestens drei Bankarbeitstage vor Ablauf des Anlagezeitraumes bei der Bank vorliegen.

Hinweis: Berücksichtigt man die Postlaufzeit der Kündigung, sollte diese am besten 14 Tage vor Ablauf des Anlagezeitraumes abgeschickt werden.

Tipp: Wer verhindern will, dass er das rechtzeitige Absenden der Kündigung vergisst, kann die Weisung auch direkt nach der Kontoeröffnung vornehmen.

Wie sollte die Kündigung erfolgen?

Die Kündigung eines Festgeldkontos kann übrigens fast immer telefonisch oder schriftlich bei der kontoführenden Bank erfolgen. Sie können also anrufen, ein Fax senden oder einen Brief mit der Kündigung schicken. Wichtig ist nur, die vertraglich vereinbarten Kündigungsfristen einzuhalten, denn bei einer zu spät eingegangenen Kündigung wird diese erst zum Ablauf des nächsten Anlagezeitraumes wirksam.

Vorlage zur Kündigung Ihres Festgeldkontos

Musterschreiben für die Kündigung eines Festgeldkontos

Wenn Ihr Festgeldkonto rechtzeitig vor Ablauf der vereinbarten Anlagedauer durch Sie gekündigt werden muss, dann können Sie dazu unser Musterschreiben nutzen. Mit diesem Schreiben fordern Sie ihre Bank auch dazu auf, die von Ihnen gespeicherten Daten zu löschen.

Unser Tipp: schicken Sie die Kündigung rechtzeitig ab (Postlaufzeit)!

kostenloses Musterschreiben als PFD downloaden »

Zusammenfassung

Art des Festgeldkontos Festgeld mit automatischer Wiederanlage Festgeld ohne automatische Wiederanlage
Aktive Kündigung erforderlich ja nein
Bis wann muss die Kündigung der Bank vorliegen Spätestens drei Bankarbeitstage vor Ablauf des Anlagezeitraumes gar nicht
Wie muss ich kündigen? Schriftlich per Fax oder Brief, bei einigen Banken ist auch telefonische Kündigung möglich gar nicht
Was passiert, wenn ich die Kündigung vergessen habe? Das Geld wird erneut über den ursprünglich vereinbarten Zeitraum zu dem zum Zeitpunkt der Wiederanlage gültigen Zinssatz angelegt Das Festgeldkonto wird automatisch aufgelöst und das Geld auf das Auszahlungs- oder Referenzkonto überwiesen

Kündigungshinweise finden Sie in jedem unserer Tests

Die Konditionstabellen unserer Festgeld-Tests geben Ihnen Auskunft, ob ein Festgeldkonto aktiv gekündigt werden muss oder nicht. Sie erreichen diese Tests über unseren Festgeld-Vergleich bzw. unseren Festgeldrechner.

Festgeld verkaufen - Die Alternative zur Kündigung.

In manchen Situationen muss oder möchte man eventuell das Festgeld liquidieren. Wenn eine außerordentliche Kündigung während der regulären Laufzeit des Festgeldes aber nicht möglich ist oder durch Zinseinbußen unattraktiv erscheint, kann der Verkauf eines Termin- oder Festgeldes eine gute Alternative sein.

Festgeldzinsen berechnen

Wenn Sie wissen wollen, welches Festgeldangebot für eine bestimmte Kombination aus Anlagesumme und Laufzeit das beste ist, nutzen Sie einfach unseren Festgeldrechner:

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